NZZ-Mediengruppe I

3 Prozent weniger Umsatz, Gruppenergebnis um 20 Prozent gesteigert

Die NZZ-Mediengruppe nutzt die Synergien mit ihren Regionalzeitungen.
Markus Knöpfli, Knöpfli
Die NZZ-Mediengruppe nutzt die Synergien mit ihren Regionalzeitungen.
Trotz weiterhin rückläufigen Printwerbeerträgen konnte die NZZ-Mediengruppe ihr Gruppenergebnis steigern um 20 Prozent – dies dank einem guten Finanzergebnis. Das Betriebsergebnis (EBIT) sank dagegen vor allem aufgrund des Margenrückgangs bei den Regionalmedien um 7 Prozent.

Die NZZ-Mediengruppe begegnet dem Rückgang im Werbemarkt mit einer Strategie, die ihren Fokus konsequent auf die Publizistik und den Nutzermarkt setzt. In diesem strategisch wichtigen Bereich erzielte die NZZ-Mediengruppe ein leichtes Umsatzwachstum von 1 Prozent. Bei den digitalen Werbemarkterträgen führten neue Angebote und Kooperationen sowie die Entwicklung des Rubrikengeschäfts und der Markenportale zu einem Umsatzwachstum von 11 Prozent. Der Druckertrag nahm aufgrund des anhaltend intensiven Wettbewerbs um 5 Prozent ab. Bei den übrigen Erträgen resultierte aus dem Geschäftsbereich Business Medien ein leichter Anstieg. Insgesamt erzielte die NZZ-Mediengruppe im Geschäftsjahr 2017 einen betrieblichen Gesamtertrag von 428,2 Millionen Franken. Dies entspricht einer Abnahme gegenüber Vorjahr um 14,5 Millionen Franken oder 3 Prozent.


Die strukturell bedingten Umsatzeinbussen aus dem Print-Werbemarkt  (12%) konnten dank Kosteneinsparungen grösstenteils kompensiert werden – und dies trotz zusätzlicher Wachstumsinitiativen in der Publizistik. Der betriebliche Gesamtaufwand reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 3 Prozent auf 402,6 Millionen Franken.

Teilverkauf von Audienzz an Admeira hebt Gruppenergebnis

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nahm um 1,8 Millionen Franken auf 25,6 Millionen Franken ab. Die EBIT-Marge reduzierte sich von 6,2 Prozent auf 6,0 Prozent. Der Rückgang des operativen Ergebnisses ist hauptsächlich auf den Margenrückgang bei den immer noch stark vom Werbe- und Druckmarkt abhängigen Regionalmedien zurückzuführen. Erfreulich entwickelten sich der Geschäftsbereich NZZ Medien mit einer leichten Margensteigerung und der Geschäftsbereich Business Medien mit solidem Wachstum und einer kräftigen Margenausweitung.

Dank eines deutlich gesteigerten Finanzergebnisses aufgrund von Gewinnen aus Beteiligungsverkäufen und einer besseren Wertschriftenperformance verbesserte die NZZ-Mediengruppe das Gruppenergebnis 2017 um 4,8 Millionen Franken auf 28,7 Millionen Franken. Dazu hat wesentlich beigetragen, dass mit einem Teilverkauf (15 Prozent) von Audienzz an Admeira ein Gewinn aus einer eigenen unternehmerischen Initiative realisiert werden konnte.

Trotz Sparen von eigener Qualität überzeugt

"Wir setzen bewusst auf unsere Kernkompetenz – die Herstellung und Verbreitung qualitativ hochwertiger Inhalte. Diese Fokussierung zeigt bereits Wirkung. Wir konnten uns im Nutzermarkt steigern, und unsere Produkte heben sich qualitativ deutlich von der Konkurrenz ab", kommentiert Jörg Schnyder, CFO und Vorsitzender der Unternehmensleitung a.i. der NZZ-Mediengruppe, den Jahresabschluss.

Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile erhöhte sich um 4,9 Millionen Franken auf 285,2 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote steigt leicht an und ist mit 66,8 Prozent auf einem hohen Niveau. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine Dividende von 250 Franken pro Aktie (Vorjahr: 200 Franken).

Segmentinformationen

NZZ Medien: Umsatzrückgang durch Effizienz aufgefangen

Der Umsatz des Geschäftsbereichs NZZ Medien reduzierte sich 2017 um 7,6 Millionen Franken auf 156,9 Millionen Franken. Dieser Rückgang ist auf die weiterhin rückläufige Entwicklung im Print-Werbemarkt zurückzuführen. Im strategisch wichtigen Nutzermarkt konnte der Umsatz gesteigert werden. Trotz zusätzlicher Kosten für neue Angebote infolge der Umsetzung von Wachstumsinitiativen resultierten vor allem wegen Effizienzsteigerungsmassnahmen wesentliche Einsparungen. Die Umsatzeinbussen konnten so vollständig kompensiert werden, das Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit 6,8 Millionen Franken auf Vorjahresniveau.

Regionalmedien: Synergien und Kostensenkungen kompensieren Umsatzrückgang

Bei den Regionalmedien führten 2017 hauptsächlich die strukturell bedingten Marktveränderungen im Werbe- und Nutzermarkt zu rückläufigen Erträgen. Zusätzlich wirkten sich tiefere Druckeinnahmen infolge des anhaltend intensiven Wettbewerbs aus. Dadurch reduzierte sich der betriebliche Gesamtertrag um 14,8 Millionen Franken auf 224,8 Millionen Franken. Erneut konnten die Kosten durch die Nutzung von Synergien sowie in der Produktion und im Vertrieb gesenkt werden. Damit wurden die Umsatzeinbussen teilweise kompensiert, das Betriebsergebnis (EBIT) resultiert mit 11,4 Millionen Franken um 5,3 Millionen Franken unter Vorjahr.

Bekanntlich sollen die Regionalmedien dereinst weitgehend im neuen Joint Venture mit den AZ Medien aufgehen (vorläufig noch ohne Radio und TV).

Business Medien: Mehr Umsatz, höheres Ergebnis

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Business Medien wuchs im vergangenen Geschäftsjahr um 6,4 Millionen Franken auf 56,3 Millionen Franken. Der Anstieg ist einerseits auf die Akquisition des Boll Verlags im Bereich Fachmedien und andererseits auf organisches Wachstum in den Bereichen Veranstaltungen und Informationsdienste zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte ebenfalls gesteigert werden und liegt mit 7,4 Millionen Franken um 3,5 Millionen Franken über dem Vorjahr.

Verwaltungsrat soll bleiben, wie er ist

An der kommenden Generalversammlung vom 14. April 2018 läuft die ordentliche Amtszeit von Carolina Müller-Möhl und Dominique von Matt ab. Carolina Müller-Möhl gehört dem Gremium seit 2010 an, Dominique von Matt wurde 2013 in den Verwaltungsrat gewählt. Beide stellen sich zur Wiederwahl und werden vom Verwaltungsrat für eine weitere vierjährige Amtszeit vorgeschlagen.



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