Mediennutzung

Nichts geht mehr ohne Smartphone

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Ohne Smartphone geht bei den Schweizer Mediennutzern gar nichts mehr: Über alle Altersgruppen hinweg setzt sich das Surfen via Smartphone immer mehr durch. Bei den Digital Natives nimmt dabei Snapchat immer mehr Raum ein. Das ist das Ergebnis des Media Use Index 2016, den die Y&R Group Switzerland veröffentlich hat.
Um 6 Prozent auf insgesamt 91 Prozent ist die Zahl der Schweizer gewachsen, die das Internet über mobile Devices nutzen. Dazu greifen 86 Prozent auf ihr Smartphone zurück und die Hälfte surft auf dem Tablet. Bei den Digital Natives sind sogar fast alle (98 Prozent) mobil im Web unterwegs.

Bei den Digital Natives ist vor allem das Telefon Zugangsweg zum mobilen Internet: 96 Prozent von ihnen gehen via Smartphone onlilne (plus 7 Prozent). Aber auch bei den Digital Immigrants ist der Anteil um 13 Prozent auf 88 Prozent gestiegen. Und selbst bei den sogenannten Silver Surfern, also der Zielgruppe ab 55 Jahre, nutzen inzwischen 70 Prozent das Smartphone, um ins Internet zugehen. Damit verzeichnet diese Altersgruppe den höchsten Anstieg (plus 23 Prozent).

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Die in der Schweiz meistgenutzte Funktion auf dem Smartphone ist laut der Studie das Schreiben und Lesen von Messages - auch dies gilt für alle Altersgruppen. Je älter die Nutzer sind, desto häufiger nutzen sie das Smartphone auch noch zum Telefonieren - bei den unter 30-Jährigen zählt diese Funktion noch nicht einmal mehr zu den fünf am häufigsten genutzen.

Tatsächlich geht bei den Digital Natives gar nichts mehr onhe das Smartphone: Shoppen (79 Prozent), bezahlen und kommunizieren läuft bei ihnen üer das mobile Gerät in ihrer Hand. Mindestens die Hälfte dieser Zeilgruppe würde eher auf Alkohol beziehungsweise ein Auto verzichten als auf ihr Smartphone. Und selbst von Sex würde mehr als ein Drittel von ihnen einen Monat lang absehen, um das Smartphone nicht zu verlieren.

Die Studie
Die Studie Media Use Index untersucht das Mediennutzungs- und Informationsverhalten der Schweizer Bevölkerung. Für den Quervergleich unterteilt die Studie die Online-Bevölkerung in drei Generationen: „Digital Natives“ (14-29 Jahre), „Digital Immigrants“ (30-54 Jahre) und „Silver Surfer“ (55-69 Jahre). Die Studie wurde 2009 erstmals durch die Y&R Group Switzerland durchgeführt. 2016 erscheint nun die achte Auflage der Studie. Hierfür wurden 2‘000 Personen zwischen 14 und 69 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz online zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ gemäss den offiziellen Strukturdaten der Schweiz.
Unter den genutzen Plattformen gewinnt Snapchat immer mehr an Bedeutung: Das Teilen und Konsumieren von Momentaufnahmen gehört inzwischen zum Alltag der Digital Natives. Bei den 14- bis 19-Jährigen liegt die Nutzung von Snapchat mit 74 Prozent (plus 27 Prozent) gleichauf mit Instagram und damit sogar erstmals über dem von Facebook (67 Prozent). Doch auch die restlichen Digital Natives nutzen immer mehr zumindest ab und zu Snapchat. Durchschnittlich verwenden 46 Prozent der Digital Natives Snapchat, was einem Anstieg von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allerdings liegt WhatsApp noch immer weit vorne: 84 Prozent der Digital Natives bewerten das Netzwerk als wichtig und sehr wichtig. Twitter stagniert dagegen bei nur 16 Prozent.

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Nachrichten konsumieren immer weniger Nutzer über die Homepage der jeweligen Medien: Bei den über 30-Jährigen sind es zwar noch mindestens zwei Drittel, die diese ansteuern. Wer unter 30 ist, zieht heute schon mehrheitlich Social Media und Push-Benachrichtigungen vor, um Neues zu erfahren.

Die wichtigsten Digital- und Medienmarken in der Detschschweiz sind dabei für die alle Altersgruppen grösstenteils digitale Angebote - bei den Digital Immigrants bilden sie erstmals ausschließlich die Top 5: YouTube verdrängt in diesem Jahr SRF 1 aus der Spitzengruppe. Für die Silver Surfer sind nun auch die Top 3 den digitalen Marken vorbehalten. SRF 1 (66 Prozent) und ZDF (63 Prozent) schaffen es bei der ältesten Generation noch auf Platz 4 und 5. Bei den Digital Natives bleiben die wichtigsten Medienmarken dieselben wie letztes Jahr. Gegenüber dem Vorjahr haben alle Marken an Relevanz weiter dazugewonnen.ems


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