"Le Matin"

Tamedia lanciert in der Westschweiz eine Art Abendzeitung per App

Auch der "Matin" selbst kündigte heute früh den "baldigen 'Matin am Abend'" an.
Auch der "Matin" selbst kündigte heute früh den "baldigen 'Matin am Abend'" an.
Ganz nach dem Vorbild von "Blick" und "Blick am Abend": Zwar lanciert Tamedias Westschweizer Boulevardblatt "Le Matin" keine gedruckte Abendzeitung, aber ab November eine App, die dem Nutzer am späten Nachmittag exklusive Bezahlinhalte anbietet. Dies berichtete gestern Radio RTS1 in der Sendung "Forum".

Auch das Westschweizer Fachmagazin "ComInmag" griff die Meldung heute früh in seinem Newsletter auf. Konkret handelt es sich beim neuen "Matin"-Angebot offenbar um die Möglichkeit, Artikel und Berichte, die erst am nächsten Tag in der Zeitung stehen, gegen Bezahlung schon am Vorabend lesen zu können.

Aktuell sind die "Matin"-Artikel auf lematin.ch gratis zugänglich, allerdings nicht im Voraus. insofern unterscheidet sich die neue App mit dem Bazahlangebot doch klar von der heutigen App.




Gemäss Grégoire Nappey, Chefredaktor des "Matin", wird "Le Matin du Soir" helfen, eine Nische zu erschliessen, die bisher von den Schweizer Verlagen noch kaum genutzt worden sei: den späten Nachmittag und Abend. "Die Menschen in der Westschweiz würden eine neue Gratiszeitung am Ende des Tages nach dem Vorbild von "Blick am Abend" nicht schätzen. Das heisst allerdings nicht, dass kein öffentliches Interesse für eine redaktionelle Innovation existiert. Es ist unser Ziel, ein neues Leseerlebnis zu bieten. Derzeit kann ich nicht mehr sagen, aber wir werden unseren Content Flow reorganisieren."


Wie Nappey weiter erläuterte, sei Tamedia bereit, in neue Medienprojekte zu investieren, sofern sie innovativ seien und den Veränderungen in der Mediennutzung folgen.

"ComInmag" kommentierte das Projekt heute früh so: "Tamedia testet zwei Modelle: Das kostenlose '20 minutes' soll eine zunehmend junge Öffentlichkeit und 'le Matin du Soir' die zahlenden Pendler erreichen. Das Spezielle daran ist, dass man hier im Prinzip die gedruckte Version des 'Matin' vorwegnimmt, der ohnehin sozusagen gratis zu haben ist."

Auch der "Matin" selbst kündigte heute früh auf seiner Website die "kleine Neuheit in der Matin-Familie" an – im Text selbst blieb er aber vage und beschränkte sich auf wenige Andeutungen.

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