LINK und GfK Switzerland

Echte Begeisterung über die Kooperation sähe anders aus

Auszug aus der Kundenliste von LINK. Kaum einer wollte die Kooperation mit Branchenprimus GfK offen kommentieren.
Auszug aus der Kundenliste von LINK. Kaum einer wollte die Kooperation mit Branchenprimus GfK offen kommentieren.
Die angekündigten Kooperation bei der Messung der Onlinekampagnen und beim Poolen der Daten ihrer Onlinepanel steht ganz im Dienst der Kunden – so argumentieren jedenfalls LINK und GfK-Switzerland. Was sagen aber die Kunden selbst? Wenn überhaupt, äussern sie sich nur zurückhaltend.
Begrüssen Sie die Kooperation zwischen LINK und GfK Switzerland? Bedauern Sie sie? Diese Frage stellte HORIZONT verschiedenen Kunden der beiden Marktforschungsinstitute. Doch die meisten äusserten sich lieber nicht. So blieben etwa die SBB eine Antwort schuldig. Andere winkten ab: "Es liegt nicht an uns, eine solche Zusammenarbeit zu kommentieren, da dies nicht unser Kern-Business betrifft", schrieb etwa Bernard Strapp, Sprecher von UPC. "Wir verzichten für dieses Mal gerne auf eine Stellungnahme und möchten dies nicht kommentieren", meinte auch Annina Merk, Mediensprecherin von Swisscom. Ebenfalls kurz, aber immerhin sachbezogen fiel die Antwort von Coop aus. Sprecherin Andrea Bergmann: "Wir haben die Kooperation zur Kenntnis genommen. Was sich daraus entwickelt, wird sich zeigen." Begeisterung sähe anders aus. Tamedia, ebenfalls ein Kunde von LINK, reagierte ähnlich. "Eine vertiefte Beurteilung der Kooperation dürfte zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwierig werden", meint Sprecher Christoph Zimmer.

Am ausführlichsten antworteten Wemf und Mediapulse. In einer gemeinsam formulierten Antwort halten die beiden Reichweitenforschungs-Organsiationen folgendes fest: "Kooperationen sind vor allem dann zu begrüssen, wenn sie auch zu Innovation und/oder Effizienzsteigerung führen. Inwiefern dies bei der aktuell angekündigten Kooperation erwartbar ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abschätzen." Auch hier: Einem langersehnten Kundenbedürfnis scheint die Kooperation nicht zu entsprechen. Übrigens: Auf die Frage, ob die neue Kooperation der beiden Branchengrössen als Auftakt zu einer Konsolidierung in der Marktforschungsbranche zu werten sei, heisst es in der Stellungnahme weiter: "Mediapulse und Wemf sind natürlich an einer Anbietervielfalt im Marktforschungsbereich interessiert, sehen diese aber durch die aktuelle Kooperationsankündigung nicht grundsätzlich gefährdet." knö


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