Phree Mobile Solutions AG

Wie das DOOH-Start-up eine Lösung für leere Mobile-Akkus mit drei Werbeangeboten koppelt

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Eine Akku-Ladestation samt DOOH-Werbesecreen - der neue Problemlösungsansatz von Phree
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Eine Akku-Ladestation samt DOOH-Werbesecreen - der neue Problemlösungsansatz von Phree
Ein leerer Handy-Akku unterwegs – dieses Malheur kennen alle. Das Start-up Phree nimmt sich des „Elends“ der Mobile-Besitzer an und stellt eine Lösung zur Verfügung, die sich teils über Werbung finanziert und gleich dreifache Werbemöglichkeiten bietet: DOOH, Mobilewerbung und Geräte-Aufdruck.

Am 1. September 2019 ist Semesterbeginn an der ETH Zürich. Von da an haben die dortigen Studentinnen und Studenten ein Problem weniger: Sollte der Handy-Akku einmal leer sein, steht bei der Polyterrasse für vier Monate probeweise eine Ladestation bereit, die 20 hochwertige Powerbanks für das Nachladen von Smartphones und anderen elektronischen Geräten (Laptop, Tablet, Fotoapparat) enthält. Die Studierenden können diese Powerbanks nach einem Login via Mobile-App, Handy-Nummer und Kreditkarte ausleihen und damit ihren leeren Akku aufladen. Bringen sie die Powerbank innert 30 Minuten zurück – die Zeit reicht, um einen durchschnittlichen Akku zu 80 Prozent aufzuladen – ist die Nutzung für sie kostenlos. Ab der 31. Minute bezahlen sie Fr. 2.50 sowie eine Gebühr von 5 Rappen pro weitere Stunde. Sollte jemand die Powerbank gleich behalten wollen, ist das auch kein Problem, ihr oder ihm werden dann einfach 25 Franken verrechnet.

Zwei Ingenieure mit starker Idee

Doch das ist nicht alles: Zur Ladestation mit ihren Powerbanks gehört auch ein 42”-Touchscreen. Darauf lässt sich DOOH-Werbung zeigen – geplant sind Loops mit sechs Spots à je 10 Sekunden. Phree geht bei der ETH von 1500 täglichen Kontakten aus. „Damit bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, ihr Zielpublikum gezielt und effektiv zu erreichen“, preist Raphael Wüest sein Konzept an.
Die beiden Gründer von Phree: VR-Präsident Raphael Wüest und CEO Simon Brunner
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Die beiden Gründer von Phree: VR-Präsident Raphael Wüest und CEO Simon Brunner
Wüest ist VR-Präsident von der Phree Mobile Solutions AG, einer jungen Firma mit Sitz in Zürich. Die Initiative geht auf Wüest und seinen Mitgründer Simon Brunner zurück, zwei Entwicklungsingenieure, die sich an ihrer früheren Arbeitsstelle bei der Kistler Group in Winterthur kennen gelernt hatten. In den letzten eineinhalb Jahren haben sie mit viel Hartnäckigkeit ein Produkt entwickelt, das künftig nicht nur an der ETH, sondern auch an andern Schulen, in Bahnhöfen, Shoppingzentren und an weiteren stark frequentierten Plätzen zum Problemlöser werden könnte. Das Duo denkt an bis zu 50 Standorten allein in Zürich. Das macht Sinn, auch weil man dann eine entliehene Powerbank nicht mehr zwingend zum Ausleih-Standort zurückbringen muss, sondern auch an einer andern Ladestation retournieren kann. Doch das ist noch Zukunftsmusik – die Ladestation an der ETH ist ein Prototyp, den Phree dort bis zum 22. Dezember 2019 testen darf.
Die Phree-Ladestation 2019 in der ETH-Zürich
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Die Phree-Ladestation 2019 in der ETH-Zürich
Doch zurück zum Phree-Werbeangebot. Neben dem Screen werden auch die Powerbanks selbst zu Werbebotschaftern, jedenfalls dann, wenn sie mittels UV-Direktdruck mit einem Aufdruck versehen werden. Und schliesslich ist auch möglich, über die Mobile-App, über die die  Ausleihvorgänge getätigt werden, Werbung zu schalten: Beim Öffnen der App wird ein Splash-Screen mit der Werbebotschaft oder dem Logo des Kunden eingeblendet. Das detaillierte Angebot samt Preise finden Sie hier als PDF.
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Den USP dieses Werbekonzeptes beschreibt Wüest wie folgt: „Dank dem Login über Handy ist die Werbung personalisiert – wir kennen Alter, Geschlecht und Ausleih-Standort. Durch den hohen Nutzen der Powerbanks kommen wir zudem sehr nahe an den User heran.“ Ferner habe die Ladestation und die Powerbank-Ausleihe den Reiz des Neuen: „Originalität weckt Neugier und Interesse.“ Und schliesslich biete die dreifache Werbemöglichkeit viele kreative Chancen bei der Umsetzung.

Die Ladestation könnte auch ein Infopoint sein

Die beiden Phree-Initianten hoffen nun darauf, dass ihre Ladestation in der ETH auf eine hohe Nachfrage stösst. Und dass auch Werbetreibende das neue Angebot rege nutzen. Es geht aber nicht zuletzt auch darum, weitere Firmen und Behördenstellen zu finden, die am Aufstellen einer Ladestation auf ihrem Gelände interessiert sind.


Übrigens: Der Screen dient nicht nur der Werbung, er kann auch zum Abrufen von Informationen – etwa Stadtpläne, Standorte von Läden, Museen, Kulturangebote samt Öffnungszeiten, Fahrpläne oder Informationen für Touristen. „Diese Inhalte sind durchaus ausbaufähig“, sagt Wüest. Und er geht von einer hohen Kundenakzeptanz aus: “Durch den direkten Nutzen unseres Powerbank-Verleihs werden Inhalte vom Kunden positiv assoziiert“, meint er. Ziel sei es, durch diese quasi multifunktionelle Ladestation öffentliche Plätze attraktiver zu machen, schreiben die beiden Phree-Initianten. Was dann wiederum die Frequenz für die geschaltete Werbung erhöhen würde. Markus Knöpfli

 

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