Kein Brand Safety

Swisslife und Baer stoppen ihre Werbung auf Youtube

Im Umfeld dieser Videos auf Youtube fand sich Werbung von SwissLife, Baer und Coop.
Screenshot srf.
Im Umfeld dieser Videos auf Youtube fand sich Werbung von SwissLife, Baer und Coop.
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Wie die Sendung "10 vor 10" von SRF gestern berichtete, ziehen der Lebensversicherer Swisslife und der Weichkäsehersteller Baer ihre Werbung auf Youtube per sofort zurück. Der Grund: Ihre programmatisch platzierte Werbung erschien im Umfeld von rechtsextremen Videos und solchen von Hasspredigern.
Die SwissLife-Werbung erschien konkret beim Youtube-Video einer rechtsextremen Musikband, jene von Baer im Umfeld eines Videos des islamistischen Hasspredgers Pierre Vogel. 10 vor 10" zeigte noch ein drittes Beispiel: Coop-Werbung bei einem Video von Michael Savage, der gemäss dem Nachrichtenmagazin in England mit einer Einreisesperre belegt ist, weil er Hass schüre.
SwissLife-Sprecher Martin Läderach distanziert sich von den Inhalten rechtsextremer Youtube-Videos.
SwissLife-Sprecher Martin Läderach distanziert sich von den Inhalten rechtsextremer Youtube-Videos. (© Schreenshot srf.)
SwissLife und Baer distanzierten sich gegenüber "10 vor 10" von den Inhalten der Videos. SwissLife-Sprecher Martin Läderach sagte, seine Firma habe ihre Werbung auf der Google-Tochter Youtube und auf dem Google Display Network gestoppt. Und weiter: "Als Werbeauftraggeber haben wir nur eingeschränkte Möglicheiten zu bestimmen, in welchem Umweg unserer Werbung ausgespielt wird, darum sehen wir hier die Anbieter und Plattformen in der Pflicht, extremistische Inhalte aufzuspüren und zu löschen." Ähnlich, aber schriftlich, reagierte die Firma Baer.
Die Firma Baer distanziert sich schriftlich.
Die Firma Baer distanziert sich schriftlich. (© Schreenshot srf.)
Coop wurde von "10 vor 10" nicht befragt.

Joël Meier, Leiter programmatische Werbung bei Webrepublic, der grössten Onlinewerbeagentur der Schweiz, wiegelte ab: Die Sache sei zwar unschön, doch es seien nur Einzelfälle, sagte er. Extremistische Videos hätten zudem meist nur kleine Reichweiten, und Youtube tue "sehr viel", um sie zu identifizieren und zu löschen. Webrepublic ist allerdings nur beschränkt unabhängig. "10 vor 10" zeigte eine Auszeichnung als "Google-Partner" auf Meiers Schreibtisch.
Jean Christophe Schwaab, Präsident der nationalrätlichen Rechtskommission, plant einen Vorstoss.
Jean Christophe Schwaab, Präsident der nationalrätlichen Rechtskommission, plant einen Vorstoss. (© Schreenshot srf.)

SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab, Präsident der Rechtskommission, will nun auf Bundesebene dagegen vorgehen und plant einen Vorstoss, mit dem Ziel, Google, Youtube, Facebook & Co wie andere Medienunternehmen stärker für deren Inhalte in die Pflicht nehmen zu können. knö

Hier ist der "10 vor 10"-Beitrag zu finden (Minuten 13.33 bis 17.38)




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