BAG-Kampagne

Für Organspenden reicht ein stilles, persönliches "Ja" nicht

Mit diesen Sujets wirbt das BAG für mehr Organspenden – und dass man darüber spricht.
zvg.
Mit diesen Sujets wirbt das BAG für mehr Organspenden – und dass man darüber spricht.
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Möchte ich meine Organ spenden, wenn ich sterbe? Über 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer beantworten diese Frage mit Ja, doch ihre Angehörigen wissen es nicht. Eine neue Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit und von Swisstransplant fordert nun dazu auf, in der Familie darüber zu reden.
"Rede über Organspende!" So lautet die Botschaft der neuen Kampagne von BAG und Swisstransplant. Die Kampagne will die Menschen dazu ermutigen, ihren Willen klar zu äussern. Denn obwohl über 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer die Organspende befürworten, ist die Spenderzahl dieses Jahr gesunken. Der Grund ist simpel: Die Angehörigen kennen den Willen der verstorbenen Person häufig nicht, denn nur eine Minderheit hat die Familie darüber informiert oder eine Spendekarte ausgefüllt. Die neue Kampagne will deshalb alle dazu anregen, über diese sensible Frage zu reden.
Das Herzstück der Kampagne: Herz mit Schallwellen, ein Icon, das einer bekannten Computertaste ähnelt. Genau richtig für die Generation Digital.
Das Herzstück der Kampagne: Herz mit Schallwellen, ein Icon, das einer bekannten Computertaste ähnelt. Genau richtig für die Generation Digital. (© zvg.)
Heute warten in der Schweiz rund 1500 Personen auf eine Organspende, und über die Jahre wird die Warteliste immer länger. Jede Woche sterben zwei Menschen, weil sie kein Transplantat erhalten haben. Bereitwillige Spender gäbe es an sich genug, aber was nützt ein persönliches Ja, wenn die Angehörigen nicht informiert sind. Im Todesfall müssen sie dann entscheiden – doch im Zweifelsfall lehnt jede zweite Trauerfamilie die Organentnahme ab.
Messbares Kampagnen-Ziel bis 2018
Die Spenderzahl pro Million Einwohnerinnen und Einwohner ist von 14,4 im Jahr 2014 auf 17,4 im Jahr 2015 gestiegen (alle Kategorien zusammengenommen). Der Trend für 2016 zeigt jedoch deutlich nach unten. Im ersten Halbjahr sank die Spenderzahl pro Million Einwohnerinnen und Einwohner auf 11,7. Ziel des Bundes ist es, bis 2018 die Marke von 20 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohnerinnen und Einwohner zu erreichen. Dazu hat der Bundesrat 2013 den Aktionsplan "Mehr Organe für Transplantationen" lanciert, zu dem die vorliegende Kampagne gehört. Mit dem Aktionsplan sollen die verschiedenen Massnahmen zur Erhöhung der Spenderzahl umgesetzt und koordiniert werden. Der Bund kann dabei auf die wichtigsten Akteure in diesem Bereich und auf die Kantone zählen, die eine massgebliche Rolle bei der Koordination der Aktivitäten in den Spitälern spielen.
Die neue Kampagne des BAG will die Menschen dazu anregen, miteinander über die Organspende zu reden - ein intimes Thema, das aber auch für Solidarität steht. "Leben ist Teilen" und "Rede über Organspende!" sind die beiden Leitsprüche der Kampagne: Es reicht nicht, über das Thema nachzudenken; man muss seine Entscheidung auch anderen mitteilen.
Wer für die Kampagne zuständig ist:
Das Mandat der Organspende Kampagne 2016-2020 vom Bundesamt für Gesundheit hat, nach einem zweistufigen, selektiven Ausschreibungsverfahren, die Agentur Startbahnwest in Zürich erhalten. Das Briefing an die Agentur erfolgte durch das Bundesamt für Gesundheit, Sektion Kampagnen, Cinzia Pastore Ferrari (Kampagnenleiterin Organspende-Kampagne) und Adrian Kammer (Leiter Sektion Kampagnen). Zuständig für die Kampagne seitens Startbahnwest ist Creative Director Eva Bajer.
Die in Zusammenarbeit mit Swisstransplant lancierte Kampagne erstreckt sich über vier Jahre und verfügt über ein Budget von 1,65 Millionen Franken pro Jahr. Ein Spot verbindet feinsinnigen Humor mit ungewöhnlichen Situationen, um das heikle Thema zu entschärfen. Weitere Informationen dazu sind auf der Website www.leben-ist-teilen.ch zu finden.

 




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