Jugend-TV

Joiz macht Schluss

Joiz macht Schluss – und sucht auf der Website nach einem Weg, dies auch seinem Publikum mitzuteilen.
Joiz macht Schluss – und sucht auf der Website nach einem Weg, dies auch seinem Publikum mitzuteilen.
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Der Jugendsender Joiz hört auf. Wie die SDA berichtete, hat der Verwaltungsrat von Joiz Schweiz und Joiz IP die Bilanzen beim Konkursgericht Zürich deponiert – wegen Überschuldung der beiden Firmen.

"Wie macht man am besten Schluss?" – Diese Frage stellte Joiz gestern einigen Personen auf der Strasse und stellte das Video dazu auf die Website: Das war wohl kein Zufall, sondern die gewohnt witzig-ironische Art des Senders, auch mit ernsten (Eigen-)Themen umzugehen.


Weniger witzig war es wohl Alexander Mazzara, CEO und Mitgründer von Joiz, und dem Management von Joiz IP zu Mute, als sie gestern in Zürich die Bilanzen deponierten. Sie hätten nach diversen Lösungen gesucht, um den Betrieb und Verkauf der digitalen Plattform von Joiz Global weiterzuführen, sollen sie gegenüber der SDA gesagt haben. Besonders bitter: Die Plattform war erst in den vergangenen Monaten erfolgreich nach Deutschland, den Niederlanden, Russland und die USA lizenziert worden.

Fest steht offenbar schon jetzt: Der deutsche Ableger des Jugendsenders wird weitergeführt. Für Joiz Germany liege das Angebot eines neuen Mehrheitsaktionärs vor, der den Sendebetrieb weiter führen wolle. Da der Deal noch nicht spruchreif ist, gibt Joiz noch nicht bekannt, von wem das Angebot stammt. Das deutsche Sendesignal soll neu auch in die Schweiz ausgestrahlt werden.

Von der Schliessung in der Schweiz sind gemäss SDA 75 Mitarbeitende betroffen, die sich 57 Vollzeitstellen teilen. Sie sind im TV-Sender Joiz Schweiz AG und in der Vermarktungsfirma von Joiz IP AG beschäftigt. Für einige der Mitarbeitenden besteht die Hoffnung, dass sie anderweitig engagiert werden. Das Video-Team von Ringier Publishing sowie Blick WebTV hätten bereits Interesse angemeldet. Erste Gespräche über mögliche Verpflichtungen hätten schon stattgefunden.

Der Entscheid, die Aktivität in der Schweiz einzustellen, sei dem Verwaltungsrat schwer gefallen, heisst es weiter. "Joiz stand an vordester Front der interaktiven, multimedialen Kommunikation und hat mit den sehr engagierten Mitarbeitenden viele neue Produkte entwickelt", wird der Präsident des Gremiums, Gaudenz Trapp, zitiert. Aber die neue Finanzierungsrunde, welche für eine Weiterentwicklung des Unternehmens notwendig gewesen wäre, sei nicht zustande gekommen. "Gespräche mit Schweizer Medienhäusern über eine mögliche Übernahme von Joiz Schweiz waren nicht erfolgreich", so Trapp.

Joiz wurde 2011 in Zürich gegründet. Derzeit betreibt das Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland zwei HD-Fernsehsender. Diese produzieren "interaktive, medienübergreifende Unterhaltungsprogramme für eine junge Generation", wie es in der Mitteilung heisst. Insbesondere kombinierte joiz klassisches Fernsehen mit Online-Inhalten, etwa auf den sozialen Medien.

Joiz st nun schon der zweite Schweizer TV-sender, der dieses Jahr aufhört. Im Frühling stellte schon das "Sport Szene Fernsehen" (SSF) seinen Betrieb ein.



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