IGEM-Geschäftsführer Ueli Custer

Beatrice Kniel und Christoph Kaufmann neu im Vorstand

Die zwei neuen IGEM-Vortsandsmitglieder Beatrice Kniel und Christof Kaufmann.
zvg
Die zwei neuen IGEM-Vortsandsmitglieder Beatrice Kniel und Christof Kaufmann.
Die IGEM-Mitgliederversammlung 2017 hat gestern Beatrice Kniel von Admeira als Nachfolgerin von Martin Schneider sowie Christoph Kaufmann von WerbeWeischer als Nachfolger von Nils Schilling in den IGEM-Vorstand gewählt. Ueli Custer übergab ferner die Geschäftsführung an Siri Fischer.

An der diesjährigen Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) waren fast drei Viertel der 44 Mitgliedsfirmen vertreten. Diese Mitgliederzahl bedeutet gleichzeitig einen neuen Rekordstand in der 19-jährigen Geschichte der IGEM. Alle Anträge des Vorstandes wurden einstimmig genehmigt. Als Nachfolgerin von Martin Schneider wurde Beatrice Kniel, CMO von Admeira, in den IGEM-Vorstand gewählt. Ebenso wurde Christoph Kaufmann, CEO von WerbeWeischer, als Nachfolger von Nils Schilling gewählt. Der restliche Vorstand sowie Stephan Küng als Präsident der IGEM wurden einstimmig bestätigt. Der langjährige Geschäftsführer Ueli Custer, der altershalber zurücktritt, wird von Siri Fischer abgelöst.


Im Anschluss an die Mitgliederversammlung gaben Tanja Hackenbruch und Mirko Marr aus der Geschäftsleitung der Mediapulse einen Überblick über ihre aktuellen Projekte in der TV-, Radio- und Online-Forschung. Ihre Themen: Die neue Online-Forschung, die neue Radioforschung, Nuller-Ratings bei der TV-Messung und das Berechnen neuer TV-Universen.

Die Online-Forschung wird gemeinsam mit der Wemf unter dem Namen Swiss Media Data Hub, kurz SMDH, neu lanciert. Sie 
soll künftig sowohl Werbeträger (Websites, Apps) als auch digitale Werbekampagnen messen und als Marktwährung für Online-Reichweiten in der Schweiz etabliert werden. Dabei dient die neue Online-Forschung aus Sicht der Mediapulse insbesondere zur Schliessung von Messlücken im TV und Radio im Bereich der digitalen Video- und Audio-Nutzung. Mediapulse rechnet mit ersten Datenlieferungen des SMDH Anfang 2019.

Die TV-Universen geben an, wie viele Personen in den verschiedenen Zielgruppen mit TV-Werbung in der Schweiz erreicht werden können. Neu werden die TV-Universen bereits im August statt im Dezember publiziert und können somit bereits für die Prognosen der Werbeblockleistungen des ersten Halbjahres 2018 verwendet werden. Zudem wird die Berechnungsbasis von 12.000 Fälle auf 30.000 Fälle vergrössert, was eine deutliche Stabilisierung der Universen insbesondere bei spezifischen, kleineren Zielgruppen mit sich bringt. Die neue Berechnungsart hat allerdings zur Folge, dass das für 2018 berechnete TV-Universum für einmal kein Bevölkerungswachstum ausweisen wird, weil Mediapulse auf Daten der Jahre 2015 bis 1. Halbjahr 2017 zurückgreifen muss, die weitgehend auch schon der Berechnung des TV-Universums 2017 zugtreunde lagen.

Wo null steht, muss nicht Null drin sein. Aber wenig.

Mediapulse liegen erstmals TV-Nutzungsdaten aus Set-Top-Boxen vor. Erste Auswertungen zeigen zwar starke Parallelen zum bestehenden Messsystem, aber auch, dass viele Werbeblöcke in den Set-Top-Boxen dennoch Nutzung haben, obwohl sie im herkömmlichen Messsystem mit null Zuschauern ausgewiesen werden. Von rund 1.700 untersuchten Werbeblöcken wiesen ca. 45 Prozent mit dem bestehenden Messansatz keine Nutzung auf. Dagegen zeigten die Daten der Set-Top-Boxen nur bei 4 Werbeblöcken bzw. ca. 0.02 Prozent tatsächlich sogenannte "Nuller". Mediapulse folgert daraus, dass in der TV-Forschung "Null zwar in der Regel wenig, aber auch nicht Nichts bedeutet". Daher sollen Konzepte für die Erschliessung der Werbeblock-Nutzung hinter den heutigen Nullwerten dem Markt bis Ende 2017 vorgelegt werden.

Per Anfang 2018 startet die neue Schweizer Radiomessung "Explorradio". Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten wird das neue System ab dem 1. Juli 2017 parallel zum bisherigen Radiocontrol betrieben. Die Aufbauarbeiten sind abgeschlossen und der Parallelbetrieb der neuen Radioforschung startet wie geplant. Vorteile der neuen Radioforschung sind eine grössere Stichprobe pro Tag, eine bessere Repräsentativität durch die Integration von Personen ohne (eingetragenen) Festnetzanschluss, eine schnellere Datenverfügbarkeit sowie die längere Tragedauer der Messuhren, so dass die Reichweiten von Radiokampagnen über grössere Zeiträume ausgewertet werden können. pd/knö



stats