Bewegung Gorilla

Plötzlich trinkt Shaqiri Wasser statt Cola

Die Bewegung Gorilla hat heute Plakate von Coca-Cola beklebt und das Cola-Logo verschwinden lassen.
zvg.
Die Bewegung Gorilla hat heute Plakate von Coca-Cola beklebt und das Cola-Logo verschwinden lassen.
Seit Kurzem machen Shaqiri und Co auf grossen Plakaten Werbung für Coca-Cola. Seit heute nicht mehr: Vielerorts in Zürich sind die Cola-Logos auf den Plakaten mit grünen Klebern der Schtifti Foundation abgedeckt – darauf die Aufschrift: "Trink Hahnenwasser".
"Mit der heutigen Guerilla-Sticker-Aktion wird das Trinken von Hahnenwasser propagiert: Wer Wasser trinkt, spart viel Geld und lebt gesünder", schreibt die soziale Stiftung "Schtifti Foundation". Sie begründet die Aktion wie folgt: "Wenn sich Süssgetränke-Hersteller Stars als Botschafter einkaufen, wird viel ins Image investiert." Damit sollen Jugendliche gezielt angesprochen werden. Doch viele Stars seien sich "zu wenig bewusst oder es ist ihnen egal", was sie mit ihrem Engagement auslösen. Die Gorilla-Bewegung schlage deshalb Alarm und wolle mit der aktuellen Aktion einmal mehr die Jugendlichen aufklären.
Junge Leute der Bewegung Gorilla waren heute früh unterwegs.
Junge Leute der Bewegung Gorilla waren heute früh unterwegs. (© zvg.)
Die Aktion sei heute in Zürich gestartet worden, werde aber schweizweit zu sehen sein, sagt Roger Grolimund, Gründer der Schtifti Foundation, auf Anfrage. Natürlich seien weder Coca-Cola noch die Plakatfirmen über die Aktion vorinformiert worden. Dennoch fürchte er sich nicht vor einer Anzeige. "Die Kleber sind gut entfernbar, wir haben die Plakate also nicht zerstört", sagt Grolimund. "Sollte es dennoch zu einer Busse kommen, zahle ich die aus dem eigenen Sack", fügt er hinzu. Allerdings dreht er sogleich den Spiess um: "Sollte man nicht eher Coca-Cola anzeigen? Sie setzen auf unverantwortliche Weise junge Botschafter ein, die für viele Jugendliche ein Vorbild sind." Weiter argumentiert er, die Getränkehersteller hätten eine Charta unterzeichnet, in der sie sich verpflichten, keine Werbung zu machen für Kinder und Jugendliche. Doch die Plakate sowie weitere Massnahmen wie Paid Content, würden auch von Kindern und Jugendlichen gesehen. "Da muss doch jemand einmal hinstehen und 'Stopp' sagen. Genau das tun wir."

Gemäss diversen Medienberichten hat Coca-Cola Schweiz bisher auf eine Stellungnahme verzichtet. Anders die Plakatfirma Clear Channel Schweiz (CCS) – sie reagierte scheinbar locker. "Wir haben aufgrund von Meldungen unserer Mitarbeiter von der Aktion erfahren. Unser technischer Dienst ist seit heute Morgen daran die Sticker zu entfernen", teilte CCS-Sprecherin Ursulina Stecher lediglich mit. Bei der APG klang es weniger kulant: "Wir klären den Vorfall derzeit ab und können zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts dazu sagen", schrieb PR-Leiterin Nadja Mühlemann. Grundsätzlich verurteile die APG aber Vandalismus und behalte sich bei systematischer Beschädigung von Plakaten oder Werbeträgern rechtliche Schritte vor - je nach Situation in Absprache mit dem Werbekunden.

Langjähriges Engagement für die Jugend

Grolimund hatte sich ursprünglich mit einem Kollegen in Zürich für mehr Freiraum für BMXler, Skater und Breakdancer eingesetzt. Mittlerweile geht das Engagement aber weit darüber hinaus: Mit der "Bewegung Gorilla" sind sie Pionier in Jugendprojekten zum Thema Jugend, Bewegung und Ernährung. In dieser Bewegung engagieren sich junge Freestylesportprofis und Ernährungscoaches für die Stiftung Schtifti Foundation, indem sie Kinder und Jugendliche für einen aktiven Lebensstil, ausgewogene Ernährung und einen nachhaltigen Konsum sensibilisieren. Aus dem Programm Gorilla ist inzwischen eine internationale Bewegung geworden, die von über 100 Botschafterinnen und Botschafter unterstützt wird und auch ein "Manifest" veröffentlicht hat.
Über Gorilla
Gorilla ist das internationale Programm zur Gesundheitsförderung der Schtifti Foundation und steht für Spass an Bewegung und ein positives Lebensgefühl. Die privat initiierte Schtifti Foundation setzt sich seit über 14 Jahren für ein gesundes Körpergewicht der jungen Generation in der Schweiz ein. Mit Gorilla erreicht die Schtifti jährlich über 160.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene via Tages-Workshops an Schulen, Handy App, Videoanleitungen, eLearning, auf der Website www.gorilla.ch sowie via diverse Publikationen. Mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie ein nachhaltiger Konsum stehen dabei im Vordergrund und werden den Kids durch die Gorilla Botschafter auf jugendnahe Art nähergebracht. Letztes Jahr lancierte Gorilla das Gorilla Schulprogramm, welches fixfertig ausgearbeitete Unterrichtsmaterialien zu den Themen Ernährung (z.B. Küchenpraxis mit Gorilla Kochrezepten), nachhaltiges Konsumverhalten (Lektionen zu Food Waste, Recycling etc.) und Bewegung (Lektionen in Breakdance, Frisbee etc.) enthält.


Auch die Freestyle-Skisportlerin und Weltmeisterin Virginie Faivre unterstützt Gorilla: "Hersteller von Süssgetränken haben mich als Profisportlerin nie interessiert, denn mein Körper ist mein wichtigstes Gut. Ich trinke Wasser und nicht Süssgetränke, denn die Energie kommt aus der Natur. Pflanzen gibt man schliesslich auch keine Süssgetränke."



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