GAV-Verhandlung

Valora gewährt Kioskpersonal keine Lohnerhöhung

Die Lohnverhandlungen für Valoras Kioskpersonal sind gescheitert.
Die Lohnverhandlungen für Valoras Kioskpersonal sind gescheitert.
Die Verhandlungen zwischen Syna und Valora haben zu keinem Ergebnis geführt. Valora sei weder bereit, eine Lohnanpassung zu gewähren noch den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) verbindlich bei ihren Kioskagenturen anzuwenden.

Für Syna droht in den Verkaufsstellen «k kiosk» und «Press & Books» eine massive Verschlechterung der Arbeits- und Lohnbedingungen. Sie richtet deshalb eine Hotline für die Angestellten ein und fordert die Revision des geltenden GAV.


Ein Schiedsgericht hatte im Frühjahr 2016 in einem Ermessensentscheid die Syna-Klage auf Scheinselbstständigkeit der Valora-Kioskagenturen abgelehnt. Damit fallen die Mitarbeitenden in den Kioskagenturen vorerst nicht unter den GAV-Schutz. Es bleibe deshalb offen, ob ein ordentliches Gericht oder eine Kontrollbehörde bei einer Einzelfallprüfung zu einem anderen Schluss kämen, schreibt Syna.

Valora habe sich vorerst bestrebt gezeigt, gute und verbindliche Arbeitsbedingungen für die Agenturen sicherzustellen. Syna forderte, auf die verbindliche Anwendung des GAV in den Agenturen hinzuwirken. "Nach mehreren Verhandlungsrunden zeigte sich, dass Valora nicht bereit ist, die aktuell prekären Arbeitsbedingungen in ihren Kioskagenturen zu verbessern", heisst es im Syna-Communiqué.

Nullrunde für Angestellte – mehr Geld für Aktionäre und Manager

Weiter erinnert die Gewerkschaft daran, dass 
schon die Lohnverhandlungen bereits im letzten Jahr zu keiner Einigung geführt hätten. Die Begründung der Valora, die wirtschaftliche Entwicklung würde keine Lohnanpassungen ermöglichen, sei zynisch. "Ihre Aktionäre konnten 2015 und 2016 die höchsten Dividenden seit jeher einstecken, die Löhne der Manager sind sogar um über 50 Prozent gestiegen. Wenn man bedenkt, dass Valora im Branchenvergleich die tiefsten Mindestlöhne gewährt, ist diese Entwicklung inakzeptabel."

Kioskangestellte ohne GAV-Schutz

Valora wandelt ihre Verkaufsstellen «k kiosk» und «Press & Books» vermehrt in Kioskagenturen um. Die Mehrheit sind mittlerweile Agenturen, welche nicht mehr unter den Schutz und die Kontrolle eines GAV fallen. Syna habe viele Hinweise, dass sich die Situation der Kioskangestellten zunehmend verschlechtere. Um die Mitarbeitenden zu schützen, richte sie nun eine Hotline ein. Damit können die Kioskmitarbeitenden vertraulich ihre Anliegen und Fragen deponieren.

Syna werde zudem noch dieses Jahr eine Revision des aktuellen GAV einleiten, um die wichtigsten Punkte bezüglich seiner Anwendung auf Angestellte der Agenturen, Arbeitszeit und Lohn zu verbessern.



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