Euro 2016

Europaweit hervorragende TV-Quoten

Rund 110 Millionen Menschen sahen am letzten Sonntag die Portugiesen jubeln.
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Rund 110 Millionen Menschen sahen am letzten Sonntag die Portugiesen jubeln.
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Die Euro 2016 bescherte den TV-Sendern in ganz Europa hohe Zuschauerzahlen. Die internationalen Quoten zeigen, dass das Medium TV Leute gerade bei Live-Events zusammen zu bringen vermag, insbeosndere auch das jugendliche Publikum.
Die Euro 2016 hat in ganz Europa Zuschauerrekorde gebrochen, so in Frankreich und Portugal – was weniger überrascht – aber auch in Ländern wie Polen und Island, was eher erstaunt.

Ein Grund für den regen Zulauf sehen die TV-Sender darin begründet, dass TV nun jederzeit und überall verfügbar ist und auf jedem Bildschirm gesehen werden kann – auf Tablets, Smartphones oder Computer-Screens, noch dazu live oder on-demand. Daten europäischer Sendeanstalten legen nahe, dass die meisten Zugriffe auf deren Websites dazu dienten, sich Highlights aus früheren oder verpassten Spiele (noch einmal) zu Gemüte zu führen.

Bei der EGTA, dem europäische Fachverband für die Vermarkter von Werbelösungen für (multiple) Bildschirme und Audio-Plattformen, schätzt man, dass in 19 untersuchten Ländern mehr als 110 Millionen Menschen das Finalspiel zwischen Frankreich und Portugal angeschaut haben – das Publikum in Bars, Fan-Zonen und Open-Airs eingeschlossen. Im weiteren trug die EGTA einige Zahlen aus den verschiedenen Ländern zusammen:

Belgien: Das Spiel der "Red Devils" gegen Ungarn wurde von 81,8 Prozent der TV-Zuschauer gesehen (5,66 Millionen Personen); bei der Zielgruppe der 15- bis 34-Jährigen betrug der Anteil gar 88,5 Prozent. Das Final sahen sich 70,4 Prozent ab 4+ an oder 73,1 Prozent der Jungen (4,38 Millionen Menschen).

Bulgarien: Obwohl das Land an der Euro 2016 nicht vertreten war, liessen sich 3,1 Millionen Bulgaren das Spiel Frankreich-Deutschland nicht entgehen (45,4 Prozent Marktanteil; 4+), beim Final waren es dann gar 4,3 Millionen Zuschauer (63 Prozent).

Frankreich: Beim Spiel der "Bleus" gegen Deutschland versammelten sich 19.23 Millionen Fans vor den Bildschirmen, der Marktanteil betrug 68,8 Prozent (ab 4+), bei den 15- bis 24-Jährigen waren es gar 85,8 Prozent. Das Final generierte schliesslich den Rekordwert 20.82 Millionen Zuschauer (72,9 Prozent Marktanteil), bei den Jungen reichte es aber "nur" für 85,7 Prozent.

Finnland: Obwohl auch diese Nationalmannschaft nicht in Frankreich präsent war, sahen sich 73 Prozent der TV-Zuschauer das Final an. Bei den 15- bis 34-Jährigen waren es 87 Prozent.

Deutschland: Durchschnittlich 29,82 Millionen Zuschauer sahen ihre Mannschaft gegen Frankreich spielen (80,6 Prozent; 3+),  bei den 14- bis 29-Jährigen waren es 89,2 Prozent. Das Final zog 18,8 Millionen Deutsche vor den Fernseher, ein Marktanteil von 59,7 Prozent, und 64,6 Prozent bei den Jungen.

Grossbritannien: Englands Spiel gegen Island erreichte 17,13 Millionen Zuschauer, ein Marktanteil von 45,5 Prozent, während das Finale von 15,76 Millionen Briten gesehen wurde (52,5 Prozent).

Holland: Obwohl die Oranje nicht mitspielten, zog das Spiel Frankreich-Deutschland 3,7 Millionen niederländische Zuschauer (57% Marktanteil) vor den Bildschirm, darunter 66 Prozent der jungen Menschen (13-34). Das Final brachte es auf 4,2 Millionen Zuschauer (62Prozent), darunter 972.000 Jugendliche (69 Prozent).

Italien: Das Spiel der Nationalmannschaft gegen 
Deutschland sahen 19,7 Millionen Fans (79,1 Prozent Marktanteil). Trotz des Fehlens der Squadra Azzura im Final zog das Spiel 12.78 Millionen Personen in seinen Bann (57,9 Prozent aller TV-Zuschauer und 71,4 Prozent der Männer). Die Euro 2016 insgesamt kam in Italien auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 42,9 Prozent, was 9,6 Millionen Zuschauern pro Spiel entspricht.

Island: Hier versammelten sich 162.000 Fans vor dem Fernseher, um das Spiel des Nationalteams gegen England zu sehen. Das bescherte in Island einen Allzeit-Marktanteils-Rekord für ein Sportereignis von 99,8 Prozent. Trotz des Fehlens der "Boys" verfolgten 96.000 Menschen das Final (83,1 Prozent der TV-Zuschauer).

Österreich: Das Spiel der Nationalmannschaft gegen Portugal lockte 1,81 Millionen Fans vor die Bildschirme, ein Marktanteil von 58,6 Prozent. Bei der jüngeren Generation (14-29) waren es gar 71.1 Prozent. Auch dss Final zog 1,56 Millionen Zuschauer (54,7 Prozent) und 62,1 Prozent der Jungen an.

Polen: 15,9 Millionen Zuschauer schauten sich das Spiel Polen-Portugal an, ein Zuschauermarktanteil von 86,6 Prozent. Bei den Jungen (14-29) waren es gar 90,85 Prozent – ein Rekord in der polnischen TV-Messung. Auch für das Final haben sich 10,23 Millionen Fans begeistert (68,7 Prozent). Bei den Jungen waren es 72,2 Prozent.

Portugal: 3,72 Millionen Zuschauer, darunter fast 340.000 Jugendliche im Alter von 15-24, sahen sich das Spiel Portugal-Wales an (75,4 Prozent). Das Final gegen Frankreich lockte 3,7 Millionen Zuschauern und einen Marktanteil von 78,1 Prozent vor die Bildschirme (79,9 Prozent der Jungen).

Russland: Trotz der Zeitdifferenz liessen es sich 5,61 Millionen russische Fussballfans nicht nehmen, das Spiel Russland-Wales zu schauen. Das Finale wurde von 5.4 Millionen Russen gesehen, beim jüngeren Publikum (16-30) resultierte ein Marktanteil von 41,4 Prozent.

Spanien: Das Spiel gegen Kroatien versammelte 10.73 Millionen spanische Fans vor den Bildschirmen (60,6 Prozent), bei den Jungen (15-29) waren es 70,8 Prozent. Das Final führten sich 8,12 Millionen Zuschauer (54,5 Propzent) zu Gemüte, bei den Jungen waren es 59,3 Prozent.

Slowenien: 346.922 Zuschauer, ein Marktanteil von 57,6 Prozent, sahen sich das Finalspiel an. Unter den jüngeren Zuschauern (15-29) stieg der Marktanteil sogar auf 69,1 Prozent.

Schweden: Das Spiel der Nationalmannschaft gegen Belgien sahen sich 2,9 Millionen Personen am TV an, 79,9 Prozent der Gesamtbevölkerung und 88,5 Prozent der jüngeren Generation (15-39). Ähnlich viele waren es beim Final: 2,31 Millionen Zuschauer (75,5 Prozent) und 83,7 Prozent bei den Jungen.

Schweiz: Im Land der drei Sprachregionen wurde das Spiel der Nationalmannschaft gegen Gastgeber Frankreich von 2,2 Millionen Schweizer Fans verfolgt, was in der Deutschschweiz einem Marktanteil von 64,8 Prozent, in der Romandie einem solchen von 66,3 Prozent und im Tessin einem von 60,2 Prozent entspricht. Das Final zog 1,7 Millionen Zuschauer in seinen Bann, 64 Prozent aller TV-Zuschauer und 69 Prozent der Jungen (15-29).

Ungarn: Hier sahen sich 2,8 Millionen Menschen oder 61,5 Prozent der TV-Zuschauer das Spiel ihrer National-Elf gegen Belgien an, bei den Jungen (13-29) waren es 69,8 Prozent. Das Final lockte schliesslich 46,9 Prozent oder 1,75 Millionen Ungaren vor die Bildschirme.

Kanada: Trotz Zeitdifferenz und europäischem Fokus interessierten sich auch auf dem nordamerikanischen Kontinent viele Menschen für die Euro 2016. So verfolgten 1,55 Millionen kanadische Fussballfans das Spiel Deutschland-Italien. Bei den Jungen (18-34) kam das Spiel auf einen Marktanteil von erstaunlichen 40 Prozent. Das Final wurde von 2,33 Millionen Kanadiern gesehen (Marktanteil 2+: 30,6 Prozent). Bei den Jungen betrug der Marktanteil 42,6 Prozent.



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