Druckereischliessung

Ringier will keine Abgangsentschädigungen, sondern individuelle Lösungen

Ringier will die Zeitungsdruckerei in Adligenswil schliessen. Und für die Mitarbeitenden individuelle Lösungen suchen.
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Ringier will die Zeitungsdruckerei in Adligenswil schliessen. Und für die Mitarbeitenden individuelle Lösungen suchen.
Ringier reagiert auf die Vorwürfe der Gewerkschaft Syndicom: Der Konzern legt seinen eigenen Sozialplan dar, der individuelle Lösungen für alle Mitarbeitenden favorisiert statt Abgangszahlungen. Die Gewerkschaft hatte einen Sozialplan nach dem Muster der NZZ-Druckerei (inkl. Abgangszahlungen und vorzeitigen Pensionierungen) gewünscht.

"Die jüngsten Forderungen (der Gewerkschaft Syndicom; Anm. Red.) entsprechen nicht unserer Grundhaltung der Unterstützung und Begleitung in dieser schwierigen Phase", schreibt Ringier heute. Der Medienkonzern betont ferner, dass auch das bestehende Sozialkonzept von Ringier Print Adligenswil schon in der Vergangenheit verschiedentlich angewendet worden und praktisch identisch mit dem Sozialkonzept der Swissprinters AG in Zofingen sei. Es sei bei den Schliessungen der verschiedenen Swissprinters-Unternehmen zur Anwendung gekommen sowie bei Restrukturierungsmassnahmen bei Swissprinters in Zofingen in den Jahren 2014 und 2015.

"Primäres Ziel dieses Sozialkonzeptes ist es, für alle Mitarbeitenden möglichst schnell einen ihren Eignungen und Neigungen entsprechenden neuen Arbeitsplatz zu finden", schreibt Ringier. Wo dies nur mit zeitlicher Verzögerung gelingt, solle das Sozialkonzept mithelfen, persönliche und wirtschaftliche Härten für die Betroffenen zu vermeiden oder zu mildern.

Für die Betreuung jedes Mitarbeitenden sei deshalb bereits zu Beginn des Konsultationsverfahrens ein "Perspektivenzentrum" eingerichtet. Dieses biete umfassende Angebote rund um die Stellensuche, mit dem Ziel, dass jeder Mitarbeitende eine für sich gute berufliche Perspektive erhält. Auch das Thema Umschulung sei bedeutsam. So würden auf der Basis von Mitarbeiter-Gesprächen und einer Standortbestimmung Weiterbildungsmassnahmen und Entwicklungsmöglichkeiten erarbeitet und angegangen - dies zusammen mit HR-Spezialisten, heisst es weiter.

Ringier fügt weiter hinzu, dass auf der Basis dieses "bewährten Sozialplans" im Austausch mit der PKO und den Gewerkschaften Änderungen vorgenommen worden seien, die den speziellen Rahmenbedingungen des Zeitungsdrucks Rechnung tragen.

Ein Vorwurf von Syndicom lautete allerdings, dass Ringier nicht nur die Druckerei schliessen, sondern auch noch bei den Abgangsentschädigungen und vorzeitigen Pensionierungen sparen wolle. Dazu sagt Ringier-Sprecherin Manuela Diethelm: "Eine allgemeine Abgangsentschädigung wie beim NZZ-Sozialplan ist durch die Hauptzielsetzung des Ringier-Sozialplanes nicht vorgesehen. Der Ringier-Sozialplan folgt einem anderen Grundsatz als jener der NZZ: Unsere Zielsetzung liegt in der Perspektive der Mitarbeitenden, zum Beispiel durch Umschulungen." Es sei aber nicht so, dass Ringier das Budget für Schliessung und Sozialplan plötzlich gekürzt habe. "Die Forderungen der ArbeitnehmerInnen-Vertretung wurden sorgfältig geprüft und, wo möglich, angenommen." pd/knö




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