Digitalisierung

In Deutschland besitzen fast alle 13-Jährigen ein Smartphone

Smartphones ziehen zunehmend in Kinderzimmern ein.
KB&B
Smartphones ziehen zunehmend in Kinderzimmern ein.
Gemäss einer Umfrage von KB&B – The Kids Group, eine deutsche Fullservice-Werbeagenturen mit Spezialisierung auf Kinder- und Familienmarketing, schreitet die Digitalisierung von Familien rapide voran: Fast alle 13-jährigen besitzen ein Smartphone.

Die Zahl der Smartphones und Tablets in Familienhaushalten wächst stetig an. Hauptverantwortlich dafür ist die fortgesetzte Digitalisierung bei Kindern, die mittlerweile über eigene Geräte verfügen. Fast alle Kinder im Alter von 13 Jahren besitzen ein Smartphone, viele sogar noch ein zusätzliches Tablet. Apps und mobile Geräte sind in den Familien "angekommen". Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle "Kids and Apps Report 2016" von KB&B – The Kids Group. Die auf Kinder- und Familienmarketing spezialisierte Hamburger Agentur befragte im April 2016 im Rahmen einer Online-Umfrage 2.086 Eltern mit Kindern zwischen 0 und 13 Jahren. Die Studie ist repräsentativ für deutsche Familien, die das Internet nutzen.

Android schlägt iOS

Demnach dürfen 13-jährige Kinder das Smartphone nahezu täglich benutzen. Doch bereits im Kleinkindalter ist die Smartphone-Nutzung mittlerweile selbstverständlich. 50 Prozent der unter ein Jahr alten Kinder erhalten das Smartphone ein- bis zweimal die Woche. Das heimische Tablet wird sogar noch öfters an die Kids weitergereicht: rund 40 Prozent der 9 bis 10-jährigen dürfen es täglich nutzen. Mit fortschreitendem Alter bringen die Eltern dabei ihren Sprößlingen mehr Vertrauen entgegen. Während Kinder im Alter bis 2 Jahren Apps ausschließlich im Beisein der Eltern nutzen dürfen, werden mehr als die Hälfte der 10 bis 13-jährigen mit Apps alleine gelassen.
Schon 40 Prozent der 6-Jährigen dürfen das Smartphone täglich benützen.
Schon 40 Prozent der 6-Jährigen dürfen das Smartphone täglich benützen. (© KB&B)
Das von Familien bevorzugte Betriebssystem ist Android von Google, und zwar nicht nur für Smartphones, sondern auch für Tablets. Über 50 Prozent der befragten Familien besitzen ein Android-Tablet. In den deutschen Haushalten finden sich doppelt so viele Android-Tablets wie iPads. Je größer das Haushaltseinkommen ist, desto beliebter sind jedoch die Geräte der Marke Apple.

Spiele sind die bevorzugten Applikationen der Kinder. 42 Prozent von ihnen verbringen ihre Zeit mit Lernspielen, 26 prozent mit Puzzle, 24 Prozent mit Denkspielen. 82 Prozent der Kinder sehen manchmal Videos auf mobilen Geräten, überwiegend bei YouTube.

Zeitliche Limitierung wichtiger als Inhaltliche

Für die Nutzung von Apps geben Eltern ihren Kindern klare Regeln vor. 59 Prozent gaben in der Umfrage an, dass es für ihre Kinder zeitliche und inhaltliche Regeln gäbe. Der zeitliche Faktor scheint dabei für die Eltern wichtiger zu sein, als der Content, mit dem sich das Kind beschäftigt. Denn 25 Prozent der Eltern geben ihren Kindern lediglich zeitliche Regeln vor, nur 9 Prozent allein inhaltliche Regeln.
Eltern lassen ihre Kinder auf mobilen Geräten am ehesten Lern- und Denkspiele machen.
Eltern lassen ihre Kinder auf mobilen Geräten am ehesten Lern- und Denkspiele machen. (© KB&B)
"
Es ist sehr bemerkenswert, dass das Alter der Eltern – unabhängig von dem der Kinder – eine so große Rolle spielt, wenn es um Apps und mobile Geräte geht", findet KB&B-Inhaber Rolf Kosakowski. Denn über 60 Prozent der Eltern, die in den 1990er Jahren geboren wurden, informieren sich über neue Apps im App- oder Play-Store. Für Eltern der 1960er Jahre ist dagegen die Empfehlung von Freunden die wichtigste Informationsquelle. Je größer das Haushaltseinkommen ist, desto weniger werden die – vieler Apps eigenen – Hinweise für Eltern beachtet. Im Schnitt werden sie von 50 Prozent der Eltern gelesen.

81 Prozent der Eltern haben noch nie für eine App gezahlt

Für eine sehr gute App für ihre Kinder wären 80 Prozent der Eltern bereit bis zu 0,50 Euro auszugeben, 40 Prozent bis zu 4,50 Euro. 81 Prozent gaben jedoch an, bisher noch nie für eine App gezahlt zu haben. Kosakowski: "Überraschend ist, dass Kreativ-Apps (1,60 Euro Ø) und Bilderbuch-/Vorlese-Apps (1,72 Euro Ø) den Eltern weniger wert sind als Spiele-Apps (2,09 Euro Ø).

Schließlich wurden die Eltern nach den Lieblingsapps ihrer Kinder befragt. Während bei den 1 bis 9-jährigen Lego, Maus und YouTube in der Gunst ganz vorne stehen, ist bei den 10-13-jährigen der Kommunikationsdienst WhatsApp die Nummer 1, gefolgt von YouTube, Minecraft und Facebook. Für sie hat der Austausch mit anderen über die sozialen Netzwerke Priorität.

"Apps und mobile Geräte sind in den Familien ‚angekommen’", lautet das Fazit von Kosakowski. "Auch jüngere Kinder können über Apps schon zu einem guten Anteil erreicht werden. Ab den Jahrgängen der weiterführenden Schulen läßt sich von einer fast 100prozentigen Abdeckung mit mobilen Geräten ausgehen. Je nach Altersstufe der Kinder müssen Eltern bei Marketingaktionen unterschiedlich stark mit eingebunden oder überzeugt werden."



stats