IGEM-DigiMONITOR 2016

Der SecondScreen ist immer weniger gefragt

 Instagram wird zwar insgesamt deutlich weniger genutzt als Facebook, bei den Jungen ist die Nutzung der beiden Social Media aber fast gleich.
IGEM
Instagram wird zwar insgesamt deutlich weniger genutzt als Facebook, bei den Jungen ist die Nutzung der beiden Social Media aber fast gleich.
Themenseiten zu diesem Artikel:
Die interessantesten Resultate des DigiMONITORs 2016, der gestern veröffentlicht wurde: Der SecondScreen ist immer weniger gefragt, die Internetnutzung verlagert sich weiter auf Smartphone und Tablet. Und die Hälfte aller Jungen nutzt Dienste wie Spotify, gut ein Viertel Netflix.

Laptop und PC verlieren vor allem bei den Jungen für die Internetnutzung an Bedeutung. Inzwischen hat das Smartphone für sie fast die gleiche Bedeutung wie PC oder Laptop.

(© IGEM)
Während nur knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung Filme auf dem Smartphone abruft, tun dies bei den Jungen mehr als doppelt so viele (siehe Grafik unten). Zum Lesen von Nachrichten ist für fast zwei Drittel der Jungen das Smartphone das bevorzugte Gerät während es für 68 Prozent Gesamtbevölkerung weiter der PC bzw. das Laptop ist. Diese Entwicklung zeigt der in Zusammenarbeit mit der Wemf erhobene IGEM-digiMONITOR.

Junge nutzen Smartphone täglich

Das Smartphone ist gemäss dieser neusten Untersuchung für die Jungen das Informations- und Kommunikationsgerät Nummer 1. Seit 2014 nutzen unverändert mehr als 90 Prozent der 15- bis 24-Jährigen mindestens einmal täglich ihr Smartphone. Auch die Gesamtbevölkerung holt auf und ist bei zwei Dritteln angelangt. Zuhause nutzen mehr als 90 Prozent der Jungen das Smartphone mindestens gelegentlich. In der Gesamtbevölkerung sind es nur knapp 70 Prozent. Auch unterwegs sind mehr als drei Viertel der Jungen über das Smartphone mit der Welt verbunden während dies bei der Gesamtbevölkerung bei rund der Hälfte der Fall ist.
(© IGEM)
Interessant: Beim Fernsehen spielt allerdings auch für die Jungen das Smartphone nur eine Nebenrolle. Nur 18 Prozent geben an, mindestens gelegentlich auf dem Smartphone live fernzusehen, und etwas weniger tun dies auch zeitversetzt. Über alle Geräte sehen sich immer mehr Leute Fernsehprogramme zeitversetzt an. In der Gesamtbevölkerung tut dies mit 46 Prozent schon fast jeder Zweite mindestens wöchentlich, und bei den Jungen ist es mit 54 Prozent deutlich mehr als die Hälfte. Mit der zeitversetzten Nutzung steigt auch das Potential für die Werbeverweigerung. Noch drastischer ist dies allerdings bei den Adblockern im Internet der Fall, die Werbung konsequent ausblenden. Bereits haben 16 Prozent der Gesamtbevölkerung und sogar 26 Prozent der Jungen mindestens auf einem Gerät eine solche Software installiert. Konsequent durchgezogen wird die Verweigerung allerdings nicht: Nur bei jeweils 5 Prozent ist auf allen genutzten Geräten ein Adblocker installiert.

10 Prozent der Bevölkerung nutzen Netflix

Über das klassische Fernsehgerät sehen 44 Prozent mindestens täglich und 77 Prozent mindestens wöchentlich fern. Die entsprechenden Werte sind in der Gesamtbevölkerung mit 63 Prozent täglicher Nutzung deutlich höher. Wenn mehrere Geräte mit Fernsehempfang zur Verfügung stehen, bevorzugen zwei Drittel der Jungen, aber 84 Prozent der Gesamtbevölkerung, das klassische TV-Gerät. Das viel zitierte Netflix findet sein Publikum vor allem bei den Jungen. Gut ein Viertel von ihnen nutzt dieses Angebot mindestens gelegentlich. Das sind bemerkenswerte 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. In der Gesamtbevölkerung hat sich die Nutzung auf rund zehn Prozent verdoppelt. Umgekehrt ist die Nutzung von digitalen Geräten parallel zum Fernsehen bei den Jungen deutlich zurückgegangen. Damit hat auch der SecondScreen, also das Abrufen von Zusatzinfos zu einer auf dem TV-Gerät laufenden Sendung,  an Attraktivität eingebüsst. Taten dies vor zwei Jahren noch 40 Prozent mindestens gelegentlich, sind es jetzt nur noch 27 Prozent.
Fakten zum IGEM-digiMONITOR
Der IGEM-digiMONITOR wurde von der Interessengemeinschaft elektronische Medien IGEM zusammen mit der AG für Werbemedienforschung WEMF entwickelt und wird jeweils im August telefonisch vom Link Institut in Luzern erhoben. Er ist als einzige Studie mit diesen spezifischen Inhalten repräsentativ für die gesamte Bevölkerung in der Deutsch- und Westschweiz. Die Studienresultate stehen IGEM-Mitgliedern in Form eines Standard-Reports kostenlos zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können die Studie zum Preis von 5000 Franken bei der Geschäftsstelle der IGEM beziehen. Mehr Infos gibt’s auf www.igem.ch.
Beim Musikhören sind bei den Jungen Streamingdienste wie Spotify hoch im Kurs. Rund die Hälfte nutzt einen solchen Dienst mindestens gelegentlich. In der Gesamtbevölkerung sind es lediglich 18 Prozent. Die Radionutzung bleibt stabil. Allerdings hat die Unterwegsnutzung im Auto oder zu Fuss vor allem bei den Jungen seit 2014 um über ein Viertel abgenommen. Auch hören nur noch rund zwei Drittel der Jungen Radio über ein klassisches Gerät. Das sind 10 Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren. In der Gesamtbevölkerung sind es konstant über 80 Prozent.

Instagram bei Jungen fast gleich beliebt wie Facebook

Grosse Unterschiede zwischen dem Verhalten der Jungen und der Gesamtbevölkerung zeigen sich auch bei der Nutzung von Social Media. Während in der Gesamtbevölkerung Facebook seit 2014 konstant bei rund 45 Prozent Nutzeranteil liegt, ist er bei den Jungen von über 80 auf nun knapp 70 Prozent gefallen. Damit liegt Facebook bei den Jungen nur noch ganz knapp vor Instagram, das innert dreier Jahre einen Sprung von 43 auf 66 Prozent gemacht hat (siehe Grafik ganz oben).

Hier finden Sie ein Factsheet zu den Eckwerten des IGEM-DigiMONITORs 2016.



stats