Deloitte-Studie

Schweizer KMUs brummen

Schweizer KMU geht es gut
Deloitte
Schweizer KMU geht es gut
US-Wahlen und Brexit - das bremste die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2016 aus, 2017 scheinen sich die heimischen KMU davon und auch den Auswirkungen des Franken-Schocks erholt zu haben. Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent, wie einer soeben veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Deloitte zu entnehmen ist.



Drei Jahre nach dem Frankenschock hat sich die Wirtschaft erholt. Der Rückgang des Frankens gegenüber dem Euro lässt den Unternehmen Raum für höhere Gewinne und stärkt das Vertrauen der exportorientierten schweizerischen KMU. „Das Jahr 2018 dürfte sich für die schweizerischen KMU vielversprechend entwickeln. Die Aussicht auf eine stabile Währung bei rund 1,20 Franken pro Euro belebt den Export und fördert die Investitionsbereitschaft“, führt Jean-François Lagassé leitender Partner Financial Advisory von Deloitte Schweiz, aus.

Die Übernahme von Actelion durch Johnson & Johnson prägte zwar das Schweizer M&A-Jahr, die KMU bleiben aber der zahlenmässig wichtigste Motor der M&A Aktivitäten. 2017 verzeichnete Deloitte 201 Fusionen und Übernahmen mit Beteiligung von Schweizer KMU, was einem Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der 2016 beobachtete Aufwärtstrend setzt sich also fort, obwohl die Anzahl der Transaktionen noch relativ klar unter dem Niveau von 2013 und 2014 liegt. Im vergangenen Jahr gaben 141 schweizerische KMU ihre Unabhängigkeit an Konkurrenten oder Investoren ab, die jeweils die Kapitalmehrheit übernahmen. Das ist ein Anstieg von acht Prozent, der hauptsächlich auf inländische Käufer zurückzuführen ist (71 Transaktionen, +16 Prozent). Die Übernahmen von KMU durch ausländische Unternehmen stiegen minimal von 69 auf 70 Transaktionen. Die ausländischen Käufer kamen dabei hauptsächlich aus Nordamerika (17 Transaktionen, +89 Prozent) und Deutschland (15 Transaktionen, +88 Prozent). Französische (8 Transaktionen, -58 Prozent) und vor allem chinesische Käufer (1 Transaktion, -66 Prozent) hingegen hielten sich 2017 zurück.

Stark an Attraktivität gewonnen haben Unternehmen aus der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche mit 17 Transaktionen (Vorjahr: 9, +89 Prozent). „In vielen Branchen fördert die Digitalisierung das Wachstum und steigert die Produktivität. Ausländische KMU wollen das Potenzial der neuen Technologien aktiv nutzen und investieren in Schweizer Unternehmen, um sich weiterzuentwickeln. Wir haben hier einen Forschungsplatz von Weltrang, bieten einen hochkarätigen Talentpool und noch immer entwicklungsfreundliche Rahmenbedingungen, die für ausländische Investoren sehr interessant sind», sagt Stephan Brücher. Partner und Leiter Corporate Finance Advisory.

Trotz der deutlichen Zunahme der Transaktionen im Inland haben lokale KMU weiterhin im Ausland eingekauft. Die Zahl der Auslandinvestments sank nach dem letztjährigen Rekord von 61 nur minimal auf 60. Schweizer KMU kaufen, was sie kennen und was ihnen nahe ist: 82 Prozent der Akquisitionen wurden in Europa und 57 Prozent in den Nachbarländern der Schweiz getätigt. Deutschland blieb mit 25 Akquisitionen (42 Prozent aller Transaktionen) das bevorzugte Ziel. „Trotz der Abwertung des Frankens beweist die noch immer rege Einkaufsaktivität im Ausland, dass lokale Unternehmen externe Wachstumschancen in Europa und darüber hinaus wahrnehmen. Das nach wie vor hohe Niveau der Auslandinvestitionen spiegelt die Robustheit der Schweizer KMU und die erfreulichen Wachstumsaussichten im Euroraum wider. Die schweizerischen KMU denken langfristig und setzen ihre Diversifizierung in weiteren Regionen und Sektoren fort», so Brücher.“ vg



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