Plakatpreise 2017

Wie Clear Channel Schweiz seine Plakate auf die neuen sechs Preiskategorien verteilt

Diese hinterleuchteten Werbeflächen am VBZ-Haltestelle beim Hauptbahnhof Zürich sind ab 2017 neu im Angebot von Clear Channel Schweiz:
zvg.
Diese hinterleuchteten Werbeflächen am VBZ-Haltestelle beim Hauptbahnhof Zürich sind ab 2017 neu im Angebot von Clear Channel Schweiz:
Am 10. Oktober hat Clear Channel Schweiz das Buchungsfenster eröffnet – mit den neuen Plakat-Preisen für 2017. Zuvor hatte der Aussenwerber bekanntgegeben, dass seine Preise übers ganze Angebot gesehen um rund 2,5 Prozent steigen. HORIZONT Swiss wollte dies genauer wissen, nahm die Preise unter die Lupe und fragte bei CCS nach. Und konnte dem Aussenwerber ein Geheimnis entlocken.
CCS begründete seinen Preisaufschlag im September mit den neuen Reichweiten-Daten der Plakatforschung SPR+ MobNat. Diese seien in die Stellenbewertung eingeflossen. "Aufgrund der Neuklassifizierung ist ein Vergleich der Preise nicht sinnvoll", versuchte CCS aber mögliche Diskussionen sogleich zu unterbinden. Was schaut aber heraus, wenn man dennoch einen Vergleich wagt?

Attraktives neues Inventar

Eines vorweg: Nicht nur die Bewertung der Flächen mit neuen Reichweitendaten hat bei CCS geändert, auch das CCS-Angebot hat sich stark gewandelt: In Luzern hat CCS den Stadtvertrag gewonnen und vermarktet dort schon seit Juli 2016 alle Plakatflächen auf öffentlichem Grund. In Zürich gewann CCS ab 2017 die 1200 Haltestellen-Flächen der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Auch Leuchtdrehsäulen und weitere digitale Stellen sind neu dabei. Dies alles verändert nicht nur die Ausgangslage, sondern führte auch dazu, dass CCS ein ganz neues Preissystem erstellte. Eine Liste, die hier abrufbar ist, gibt einen Überblick über die neuen CCS-Kategorien und Preise.

Der wesentlichste System-Unterschied: Bisher teilte CCS seine geklebten F12-, F200- sowie die F24-Flächen in vier Preiskategorien ein – Platin, AAA, A und B. Einzig bei den F200 Leuchtern und Scrollern gab es mit Diamant noch eine fünfte, oberste Kategorie. Ab 2017 klassifiziert CCS aber alle seine Flächen neu nach sechs Kategorien – ähnlich, wie es die APG schon bisher tat – und zwar mit den Bezeichnungen 1* bis 5* und 5*+. "Die Kategorie 5*+ ist dabei zusätzlich 'on top' dazu gekommen, hauptsächlich für das neue Top-Inventar, das wir in Zürich und Luzern hinzugewonnen haben", schreibt Nadja Tamler, Head of Corporate Communications CCS. Ähnlich äusserte sich auch Kathrin Petrow, bei CCS Product Director, in einem Kurzinterview mit HORIZONT Swiss.

Neues Inventar kostet deutlich mehr als das bisherige

Bei den Formaten F24 und F200 Leuchter steigen die Tarife – soweit vergleichbar – in allen Preiskategorien, und zwar um 1 bis 13 Prozent. Bei den Formaten F12 und F200 geklebt hingegen sinken die meisten Preise. Erhöhungen gibt es hier kaum. Hinzu kommen aber wie erwähnt in drei Kategorien je eine neue fünfte und für alle eine neue sechste Kategorie, deren Preise die bisherigen Maximal-Tarife deutlich übersteigen – und zwar um 20 bis 81 Prozent!



Die Frage ist nun, wie CCS seine über 20.000 Flächen den Preiskategorien zugeordnet hat. Dies ist den CCS-Unterlagen aber nirgends zu entnehmen. "Die Verteilung der Stellen auf die Qualitätskategorien haben wir in der Vergangenheit nicht publiziert, dies werden wir auch so beibehalten", hält Tamler dazu fest. Doch auf Anfrage von HORIZONT Swiss macht CCS eine Ausnahme und gibt die Verteilung für 2017 preis, freilich ohne Vergleichsmöglichkeit zur bisherigen Einteilung. Und die neue Verteilung über alle Formate sieht wie folgt aus:

Verteilung der CCS-Stellen ab 2017

Anzahl CCS-Stellen in %
Preiskategorie 2017(alle Formate)
5*+0.5%
5*6.6%
4*10.5%
3*29.5%
2*35%
1*17.9%
Quelle: CCS
Tamler aber warnt: "Ein Vergleich 2016 / 2017 macht wenig Sinn bzw. ist irreführend" – wegen des hinzugewonnen Inventars und den neuen Kategorien. Doch ihre Sorge ist unnötig: Denn ein Vergleich ist ohne die aktuelle CCS-Einteilung ohnehin nicht möglich. Allenfalls bietet sich ein Vergleich mit der Einteilung der APG an. knö
CCS und APG: Es mangelt an Transparenz
CCS legt ausnahmsweise seine neue Verteilung der Flächen in Preiskategorien offen. Das ist positiv. Doch in dieser Hinsicht ist die APG transparenter – sie hat sowohl die alte als auch die neue Verteilung publiziert. Daraus wird ersichtlich, dass sie 11 Prozent ihrer Stellen per 2017 höher klassifizierte. Was man allerdings auch bei der APG nicht erfährt: Was für Stellen höher eingeteilt wurden – und um wie viel höher.

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