"Bolero"

Fast die doppelte Auflage ab 2017

Das aktuelle "Bolero"-Cover und Sabina Hansemann-Diethelm, die Chefredaktorin des Luxusmagazins.
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Das aktuelle "Bolero"-Cover und Sabina Hansemann-Diethelm, die Chefredaktorin des Luxusmagazins.
"Bolero", das führende Schweizer Magazin für Mode und Kultur, erhöht zum Jahreswechsel die Gesamtauflage auf 100.000 Exemplare. In der Deutschschweiz werden ab der Januar/Februar-Ausgabe 65.000 Exemplare (bisher 40.000), in der Romandie 35.000 Stück (bisher: 20.000) vertrieben. Damit wird die Relevanz des Titels für die Luxusbranche unterstrichen und weiter gestärkt.

Inhaltlich wird das Erfolgskonzept von "Bolero" fortgeführt. Im Fokus stehen auch weiterhin exklusive Reportagen aus der Mode- und Beautywelt und Geschichten über die luxuriösen Seiten des Lebens wie Kultur, Design und "Art de vivre". Die höhere Auflage soll dazu beitragen, das Profil des Magazins weiter zu schärfen und innerhalb der relevanten Zielgruppe neue Leser zu gewinnen.

Als Konsequenz wird das Distributionskonzept leicht angepasst. Über zielgerichtete Versände sollen die zusätzlichen Exemplare in der Deutschschweiz und in der Romandie Personen mit hoher Affinität zu Fashion, Beauty und Lifestyle erreichen. Die persönlich angeschriebenen Empfänger gehören genau zu jenem anspruchsvollen Publikum, welches für die Luxusgüterbranche interessant ist. Kooperationen mit neuen Partnern ermöglichen zudem das Auflegen des Magazins an Veranstaltungen wie der Design Miami Basel, an der Uhrenmesse Baselworld, im Opernhaus Zürich und an frequenzstarken Orten wie den Flughäfen Zürich und Genf. Ausserdem erhalten Reisende auf Langstreckenflügen in der Swiss Business Class das Magazin künftig als Lektüre.

Leserinnen-Zahlen und Tausendleserpreis
Gut ein Jahr nachdem Ringier sein Deutschschweizer Magazin "Bolero" und das Westschweizer Magazin "edelweiss" unter die gemeinsame Marke "Bolero" gestellt und den Namen "edelweiss" verschwinden liess, wird nun das Auflagenkonzept des (Frauen-)Luxusmagazins ziemlich umgekrempelt. Das Magazin, das letztmals vor einem Jahr in der Deutschschweiz 32.000 Leserinnen auswies (seither ist es nicht mehr in der Mach Basic aufgeführt), hatte zuvor seit 2013 ein Drittel seiner Leserinnen verloren. Weil Ringier umgekehrt am Anzeigenpreis nichts änderte, war "Bolero" (d) 2016 jenes Magazin, das seinen Tausendleserpreis gegenüber Vorjahr am stärksten erhöhte – um 53% Prozent! Seit 2008 ist der TLP gar um 275 Prozent gestiegen. Auch bei "Bolero" (f) erhöhte sich der TLP per 2016 um 19 Prozent, gegenüber 2008 ein Unterschied von 91 Prozent. Ob sich mit dem neuen Auflagenkonzept nun etwas am Seitenpreis und damit am TLP ändert – und in welche Richtung – teilte Ringier nicht mit.
Die Redaktionen in Zürich und Lausanne realisieren monatlich mit viel Herzblut eine Zeitschrift mit regionalem Inhalt und internationalem Format. 'Bolero' geniesst auch im Ausland einen erstklassigen Ruf", sagt Chefredaktorin Sabina Hanselmann-Diethelm. "Dass wir mit einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren in den Markt gehen, ist ein deutliches Signal. Ringier Axel Springer Schweiz unterstreicht mit diesem Investment seine Überzeugung, dass Print gerade im Hochglanz-Segment eine Zukunft hat."
Die bisherige Auflagen-Entwicklung
Dass Ringier an Auflage und Vertrieb von "Bolero" schraubt und nun mehr Leserinnen sucht, ist nicht ganz überraschend. Zwar sagte CEO Marc Walder noch vor fünf Jahre auf Anfrage, in der Zielgruppe von 'Bolero', die Uperclass unter den Frauen, sei die Reichweite "nicht wirklich matchentscheidend". Im Werbemarkt laufe der Titel jedenfalls "hervorragend". Doch schon der Umbau vom letzten Jahr zeigte, dass dem so nicht mehr ist. Man darf nun gespannt sein, was sich am Auflagekonzept konkret ändert. Denn schon bisher zeichnete sich die Auflage von "Bolero" (d) durch einen hohen Gratisanteil (30 Prozent) aus, in der Westschweiz lag er dagegen bloss bei 1 Prozent. Umgekehrt liegt aktuell der Abo-Anteil in der Deutschland bei 23 Prozent, in der Westschweiz bei 53 Prozent. Immerhin stieg die verbreitete Auflage in der Deutschschweiz in den letzten drei Jahren um 17 Prozent auf aktuell 37.436 Exemplare an, in der Westschweiz verlor der Titel hingegen (-22 Prozent auf 15.236 verbreitete Exemplare). In beiden Landesteilen ging zudem der Einzelverkauf zurück, in der Deutschschweiz seit 2013 um 48 Prozent, in der Romandie um 70 Prozent. Einen grossen Teil der verkauften Auflage macht der Sonderverkauf aus: Bei "Bolero" (d) kommt er 22 Prozent (gut 8000 Exemplare), bei "Bolero" (f) auf 36 Prozent (5500 Exemplare).




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