"Basler Zeitung"

Medien-Anwalt Martin Wagner erschossen

So berichtete die "Basellandschaftliche Zeitung" über den Mord an Martin Wagner.
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So berichtete die "Basellandschaftliche Zeitung" über den Mord an Martin Wagner.
Der bekannte und umtriebige Medien-Anwalt Martin Wagner ist gestern vor seinem Haus in Rühnenberg (BL) erschossen aufgefunden worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Basel-Land mit. Wagner war unter anderem für die "Basler Zeitung" tätig.
Die erste Meldung der Staatsanwaltschaft Basel-Land war äusserst dürr und nannte noch keine Namen. Um 15 Uhr wurden dann an einer Pressekonferenz nähere Angaben gemacht. Demnach wurde Wagner (57) offenbar von einem 39jährigen Nachbarn erschossen, der sich hernach selber richtete: Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von einem Delikt in privatem Umfeld aus.

Die "Basler Zeitung" selbst vermeldete den Tod ihres einstigen, kurzzeitigen Verlegers und ihres Anwalts nur kurz. Andere Medien, so die "Basellandschaftliche Zeitung" (bz), waren ausführlicher. Sie publizierte zudem ein ausführliches Portrait des Verstorbenen, das sie schon vor einem Jahr veröffentlicht hatte.

Im Jahr 2010 amtete Wagner während rund einem halben Jahr als Verleger der "Basler Zeitung", mit dem Investor Tito Tettamanti im Rücken. Offensichtlich fungerte er aber damals schon als Strohmann von SVP-Stratege Christoph Blocher. Er war es denn auch, der die Auflage der BaZ aktiv senkte, indem er pensionierten Mitarbeitenden deren Gratisabos strich. Zudem holte er den Blocher-Biographen Markus Somm als Chefredaktor zur BaZ, weshalb Auflage und Reichweite der BaZ erst recht einbrachen.

Wenn Anwalt Martin Wagner eine journalistische Arbeit nicht passte, konnte er unzimperlich vorgehen und sofort mit rechtlichen Schritten drohen. Das bekam auch HORIZONT Swiss einmal zu spüren wegen einem Artikel über die Leserzahlen von BaZ und bz. Dabei hatte Wagner denselben Journalisten kurze Zeit zuvor noch gelobt. Als HORIZONT Swiss, das sich seiner Sache und der Fakten sicher war, aber nicht klein beigab, liess Wagner von konkreten Schritten ab. Anders gesagt: Nur wer ihm die Stirn bot, genoss seinen Respekt.

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