"Basler Zeitung"

Ein unfairer Versuch, die eigenen Leserverluste kleinzureden

Unschön an der BaZ-Grafik zur "Basler Zeitung": Die Zahlen der Mach Basic 2013-2 bis 2015-1 sind mit jenen von 2015-2 bis 2016-2 nicht vergleichbar. Der Eindruck einer Wellenbewegung bei den BaZ-Lesern ist deshalb falsch. Tatsache ist: Allein seit 2015-2 hat die BaZ 16 Prozent Leser verloren. Das ist signifikant.
zvg.
Unschön an der BaZ-Grafik zur "Basler Zeitung": Die Zahlen der Mach Basic 2013-2 bis 2015-1 sind mit jenen von 2015-2 bis 2016-2 nicht vergleichbar. Der Eindruck einer Wellenbewegung bei den BaZ-Lesern ist deshalb falsch. Tatsache ist: Allein seit 2015-2 hat die BaZ 16 Prozent Leser verloren. Das ist signifikant.
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Der Verlag der "Basler Zeitung" hat sich Mühe gegeben: Mit drei Grafiken versucht er darzulegen, dass die Leserverluste der BaZ in den letzten drei Jahren nicht besonders hoch ausfielen, sondern im Durchschnitt der andern Zeitungen lagen. Und vor allem, dass andere noch viel Leser mehr verloren haben. Doch die Fakten sehen etwas anders aus.
Um eines vorweg zu nehmen: Die Zahlen der BaZ – heute früh auf die Schnelle überprüft und gemäss Pressemitteilung der BaZ auch von der Wemf kontrolliert – stimmen. Die BaZ hat in den letzten drei Jahren (seit der Mach Basic 2013-2) rund 11 Prozent Leser verloren. Das ist deutlich weniger als der "Blick", der 25 Prozent verloren hat. Und auch die NZZ hat mit fast 14 Prozent mehr verloren. Dann aber folgt auf Platz drei in der Deutschschweiz bereits die BaZ, noch vor dem "Tages-Anzeiger" mit fast 9 Prozent Verlust.

Unschön an den Darstellungen der BaZ sind allerdings zwei Dinge:

1. Ihr Dreijahres-Verlust ist nicht wirklich korrekt. Denn ihre heutigen Zahlen sind gemäss Wemf mit jenen von 2013-2 bis 2015-1 nicht vergleichbar, weil damals noch die BaZ-Grossauflage existierte und die BaZ-Zahlen somit nach oben drückte. Möglich also, dass die BaZ im Dreijahresvergleich sogar weniger als 11 Prozent verlor. So viel zu ihren Gunsten.

Nur nützt das der BaZ wenig: Denn seit der Mach Basic 2015-2 – also seit einem Jahr – sind die BaZ-Zahlen wieder vergleichbar. Und allein in dieser Zeit hat die BaZ 16 Prozent Leser verloren. Genau von diesem happigen Einjahres-Verlust wollte der BaZ-Verlag mit seinen Grafiken ablenken. Mit diesem – notabene signifikanten – Minus von 16 Prozent ist die BaZ zwar keineswegs jener Titel mit dem grössten Verlust, aber zumindest in der Deutschschweiz jener auf Platz zwei, relativ dicht hinter dem "Blick" mit -18 Prozent, wie der Liste der grössten Deutschschweizer Titel zu entnehmen ist. Alle andern Titel, deren Zahlen vergleichbar sind, liegen unter der Hälfte dessen, was die die BaZ an Verlust ausweist. "Luzerner Zeitung" und "Tages-Anzeiger" weisen gar ein leichtes Plus von 1,4 Prozent und 0,7 Prozent aus!

2. Die BaZ erwähnt nicht, dass heute nicht nur die Leserschaftszahlen, sondern auch die Studie Total Audience 2016-2 mit den Gesamtreichweiten (Online und Print) publiziert wurde. Und diese Zahlen sind für die BaZ keineswegs vorteilhaft: Sie verliert dort innerhalb eines Jahres fast 12 Prozent Gesamtreichweite, mehr als jede andere Zeitung ("Le Matin" folgt mit minus 11 Prozent). Was vor allem bedauerlich ist: Die reinen Onlinenutzer der BaZ bleiben mit 47.000 Personen exakt stabil, die BaZ hat also auch in diesem Bereich nicht zulegen können.

Eines ist der BaZ allerdings zu Gute zu halten: In ihren Grafiken vergleicht sie sich nicht nur mit Titeln, die in den letzten drei Jahren bei den Leserschaftsbefragungen schlechter abgeschnitten haben als sie, sondern unter anderem auch mit ihrer direkten Konkurrentin, der "Basellandschaftlichen Zeitung". Und diese weist bei den Printlesern einen leichten Aufwärtstrend auf, der allerdings – und hier ist die BaZ-Grafik korrekt – im Vertrauensbereich liegt. Dummerweise sind aber auch in dieser Grafik Zahlen enthalten (jene der Mach Basic 2013-2 und 2014-1), die mit jenen von heute nicht vergleichbar sind, wie die Wemf regelmässig festhielt. knö
Unschön an dieser BaZ-Grafik ist, dass sie suggeriert, die "Basellandschaftliche Zeitung" (bz) hätte bei der Studie Mach Basic 2014-2 einen signifikanten Verlust ausgewiesen. Das war aber nicht der Fall. Denn in den Studien 2013-2 und 2014-1 kam es gemäss WEMF bei der Erhebung der Leserschaften für "bz Basel" und "bz Basellandschaftliche Zeitung" (zusammen bilden sie "bz Gesamt") zu einem Fehler, weshalb jene Zahlen nicht mit den nachfolgenden vergleichbar sind. Die Entwicklung der bz ist also erst ab 2014-2 wirklich sichtbar – mit einem leichten Wachstum im Vertrauensbereich.
Unschön an dieser BaZ-Grafik ist, dass sie suggeriert, die "Basellandschaftliche Zeitung" (bz) hätte bei der Studie Mach Basic 2014-2 einen signifikanten Verlust ausgewiesen. Das war aber nicht der Fall. Denn in den Studien 2013-2 und 2014-1 kam es gemäss WEMF bei der Erhebung der Leserschaften für "bz Basel" und "bz Basellandschaftliche Zeitung" (zusammen bilden sie "bz Gesamt") zu einem Fehler, weshalb jene Zahlen nicht mit den nachfolgenden vergleichbar sind. Die Entwicklung der bz ist also erst ab 2014-2 wirklich sichtbar – mit einem leichten Wachstum im Vertrauensbereich. (© zvg.)





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