Aussenwerbung

Stadt Zürich schreibt 1800 Plakatstellen aus

Blick auf einen Teil des Zürcher Stadtmodells: 1800 Plakatflächen auf diesem Stadtgebiet werden nun neu ausgeschrieben.
Markus Knöpfli, knö.
Blick auf einen Teil des Zürcher Stadtmodells: 1800 Plakatflächen auf diesem Stadtgebiet werden nun neu ausgeschrieben.
Am 3. Februar hat die Stadt Zürich die Ausschreibung ihrer 1800 Plakatstellen auf öffentlichem Grund publiziert. Sie erfolgt in elf Losen, darunter ist auch ein Los mit vier Leuchtdrehsäulen. Die ausgeschriebene Konzession gilt für fünf Jahre, konkret vom 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2023.
Die Stadt besitzt rund 1800 Plakatflächen im öffentlichen Grund. Die Pacht wird nach 2008 und 2013 erneut öffentlich ausgeschrieben und für die Dauer von fünf Jahren an spezialisierte Firmen vergeben. Die noch geltenden Verträge für die Bewirtschaftung der Plakatflächen auf öffentlichem Grund laufen am 30. Juni 2018 aus. Das Ausschreibungsverfahren wurde erneut so angelegt, dass sich ein möglichst breiter Kreis von Firmen an der Ausschreibung beteiligen kann. Das Plakatvolumen wurde daher in verschieden grosse Lose aufgeteilt. Die Ifferteingabe muss bis zum 31. März 2017 erfolgen.

Neben 426 grossformatigen Anschlagflächen in den Formaten F200, F12 und F24 für nationale und internationale Werbekampagnen werden 954 F4-Plakate (Weltformat), die vom regionalen und lokalen Gewerbe genutzt werden, ausgeschrieben. Sie befinden sich auf öffentlichen Grund. Im Weiteren müssen – in separaten Losen – rund 52 Plakatflächen in den gängigen Formaten auf Grundstücken städtischer Immobilien sowie der Auftrag für die Bewirtschaftung der rund 420 Kulturplakatflächen neu vergeben werden.

"Den Zuschlag erhält das jeweils höchste bzw. wirtschaftlich günstigste Angebot", heisst es in einem Communiqué. Die Stadt Zürich verfolge mit der Neuausschreibung zwei Ziele: Die Einnahmen aus der Plakatierung im öffentlichen Grund sollen gesichert werden und das attraktive Stadtbild sowie die hohe Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes sollen dabei erhalten bleiben.

Die Ausschreibung ist in den amtlichen Publikationsorganen veröffentlicht und die Unterlagen sind unter www.stadt-zuerich.ch/aussenwerbung verfügbar.

Bei der letzten Ausschreibung vor fünf Jahren konnte die Stadt Zürich ihre jährlichen Einnahmen um 30 Prozent auf 2,6 Millionen Franken steigern. Unterdessen haben aber auch die VBZ und die Städte Luzern und Basel Ausschreibungen durchgeführt und Konzessionsabgaben verdoppeln oder gar verdreifachen können. Rechnet man nun auch in Zürich mit einer markanten Steigerung? Matthias Wyssmann, Sprecher des Zürcher Hochbaudepartements verneint. Zwar seien diese Erfahrungen "ein gutes Omen für uns", dennoch dürfe man die Ausschreibungen nicht 1:1 vergleichen. Beispielsweise enthalte die aktuelle Ausschreibung der Stadt Zürich keine digitalen Flächen – abgesehen von den vier erwähnten Leuchtdrehsäulen. Auch Flächen an Haltstellen würden fehlen. Diese waren letztes Jahr von den VBZ separat ausgeschrieben worden. VBZ-Haltestellenflächen würden zudem eine ganz andere Verweildauer aufweisen als Strassenflächen. Allerdings wies Wyssmann darauf hin, dass Zürich eine wachsende Stadt sei und die Publikumsströme zunähmen.

Im übrigen verweist der Sprecher des Hochbaudepartements auf eigene Erfahrungen mit digitalen Flächen: Vor zwei Jahren schrieb die Stadt fünf Lose mit insgesamt zwanzig Leuchtdrehsäulen und zehn 72"-LCD-Werbescreens aus – alle gingen an Clear Channel Schweiz (CCS). Die Einnahmen für diese 30 digitalen Werbeanlagen belaufen sich seither auf 3,2 Millionen Franken jährlich, die Stadt hatte mit 1,2 Millionen Franken gerechnet. Der Vertrag mit CCS begann 2016 und dauert noch bis Mitte 2023.

Seit rund einem Jahr laufe ferner ein Pilotversuch mit digitalen Screens, erklärte Wyssmann weiter. Dazu werde demnächst eine Ökobilanz erstellt, danach entscheide die Stadt , wie sie mit solchen Werbestellen umgehen wolle. knö

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