Der abtretende Admeira-CEO Martin Schneider (Teil 1)

"Jetzt passen wir unsere Strukturen den Marktbedürfnissen an"

Martin Schneider:
Markus Knöpfi, knö.
Martin Schneider:
Die Werbeallianz Admeira von Swisscom, SRG und Ringier besteht seit genau einem Jahr. Dies war der Anlass, weshalb HORIZONT Swiss mit CEO Martin Schneider schon im März ein ausführliches Interview führte. Mittlerweile gab Schneider bekannt, dass er Admeira per 4. April 2017 verlässt. Aus diesem Grund haben wir ihm zum Auftakt dieses zweiteiligen Interviews spontan ein paar zusätzliche Fragen gestellt.

Herr Schneider, anfangs Jahr kam es bei Admeira bereits zu ersten Wechseln: Geschäftsleitungsmitglied Philipp Scheidegger und andere Personen verliessen die Werbeallianz. Nun geht mit Ihnen bereits das zweite Geschäftsleitungsmitglied und noch dazu der CEO. Das wirkt so, wie wenn der Kapitän und Teile der Crew das Schiff vor dem Auslaufen verlassen, weil sie kein Vertrauen in seine Seetüchtigkeit haben. Diese Wahrnehmung ist falsch. Ich bin nach wie vor voll von Admeira überzeugt. Die Aufbauphase war aber in der Tat sehr intensiv. Innert kürzester Zeit haben wir eine Firma gegründet, drei Vermarkungseinheiten integriert, einen fulminanten Marktlaunch hingelegt, ein multimediales Angebot aufgebaut, die Zürcher Standorte im Medienpark unter einem Dach vereint und die internen Strukturen und Prozesse noch konsequenter den Marktbedürfnissen angepasst. Nach diesem äusserst arbeitsintensiven Gründungsjahr möchte ich mich nun endlich wieder verstärkt meiner Familie widmen. Aber sie können beruhigt sein: Admeira geht es gut. Meine Kollegen in der Geschäftsleitung stehen nun auf der Kommandobrücke und steuern das Schiff durch jedes Wasser.

„Admeira geht es gut. Aber Admeira ist immer für Überraschungen gut.“
Martin Schneider, abtretender CEO von Admeira
Sie erklären Ihren Abgang mit "familiären Gründen" – was die Interpretation zulässt, dass Sie Ihre Karriere zugunsten Ihrer Familie opfern. Wie lange haben Sie gebraucht, um sich zu diesem Entscheid durchzuringen? Ich habe den Verwaltungsrat bereits Anfang Jahr darüber informiert, dass ich meine Funktion als CEO von Admeira im April abgeben möchte. In den letzten drei Monaten standen aber noch wichtige Entwicklungsschritte und Projekte an: So zum Beispiel der Umzug beziehungsweise Zusammenzug am Standort Zürich, die Reorganisation Vermarktung mit Umsetzungsstart am 4. April 2017. Mir war es ein Anliegen, dass ich diese Veränderungsprojekte noch bis zum Umsetzungsstart führen und begleiten kann, damit die Kontinuität und der Projekterfolg sichergestellt sind. Meine Entscheidung war also kein Schnellschuss sondern wohlüberlegt. Die letzten zweieinhalb Jahre habe ich meine zeitliche Priorisierung voll und ganz auf den Job und den Aufbau von Admeira konzentriert. Jetzt ist der Moment, wo ich meine Zeit wieder etwas ausgeglichener auf Familie und Job aufteilen will.



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