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"Schweiz am Sonntag" wird ab März 2017 eingestellt

"Der Sonntag beginnt schon am Samstag" – Mit diesem Editorial kündigte AZ-Medien-Verleger Peter Wanner und Chefredaktor Patrik Müller das Aus für die "Schweiz am Sonntag" an.
Markus Knöpfli, knö.
"Der Sonntag beginnt schon am Samstag" – Mit diesem Editorial kündigte AZ-Medien-Verleger Peter Wanner und Chefredaktor Patrik Müller das Aus für die "Schweiz am Sonntag" an.

AZ-Medien-Chef Peter Wanner baut weiter ab: Am 26. Februar 2017 erscheint die letzte "Schweiz am Sonntag". Das Sonntagsblatt wird ab 4. März mit der "Nordwestschweiz"-Ausgabe am Samstag zur "Schweiz am Wochenende" zusammen gelegt. Auch Somedia zieht mit.

"Der Sonntag beginnt schon am Samstag" – unter diesem Titel kündeten Verleger Peter Wanner und Patrik Müller, Chefredaktor der "Nordwestschweiz" und der "Schweiz am Sonntag", am Samstag, 17. Dezember, auf der Front der "Nordwestschweiz"-Ausgabe an, was schon früher gerüchteweise kursierte: Die diversen samstäglichen "Nordwestschweiz"-Regionalausgaben und die "Schweiz am Sonntag" aus dem gleichen Verlag werden zusammengelegt, sie erscheinen nur noch samstags, dafür umfangreicher und "mit ausgebautem Lokalteil". Und sie werden "inhaltlich deutlich mehr bieten als die heutige Samstagsausgabe." Weiter schreibt das Duo: "Indem AZ Medien am Wochenende nur noch einen Druck- und Vertriebsvorgang haben, werden in diesem nichtpublizistischen Bereich Mittel frei, die wir in die journalistische Leistung und Qualität investieren können." Denn die grössten Kosten einer Zeitung würden nicht beim Journalismus anfallen, "sondern im Druck, beim Papier und im Vertrieb. Dieser Bereich macht gut die Hälfte der Gesamtkosten aus."

Die neue "Schweiz am Wochenende" gelngt am Samstag zu den Abonnenten, am Kiosk ist sie am Samstag und Sonntag erhältlich – und eine aktualisierte digitale Ausgabe lässt sich am Sonntagmorgen downloaden.

Lebruments Somedia zieht mit

In einer ebenfalls verschickten Pressemitteilung wird erwähnt, dass auch die "Südostschweiz", die sonntags ebenfalls die "Schweiz am Sonntag" mit Regionalteil an ihre Abonnenten verteilt, mitzieht. Das bestätigt auch ein Blick auf deren Website: Das Medienhaus Somedia in Chur unter Verleger Hanspeter Lebrument – es gibt die "Südostschweiz" heraus – plant mit seiner Zeitung und in seiner Region genau dasselbe wie Wanner.

Unklar ist, wie viele Stellen durch das Aus der "Schweiz am Sonntag" verloren gehen. "Derzeit sind keine Kündigungen geplant. Der Wochenendmarkt wird sich in diesem Zusammenhang jedoch neue organisieren und Dienstleistungsverhältnisse müssen überprüft werden. Wie genau dies passiert, wird sich im Verlauf der nächsten Monate zeigen", schreibt AZ-Medien-Sprecherin Monica Stephani auf Anfrage. Und weiter: Der angekündigte Stellenabbau vom Herbst – damals wurden 26 Stellen gestrichen – "hat nichts mit der Lancierung der 'Schweiz am Wochenende' zu tun". Ähnlich tönt es bei Somedia: "Im Druck und in den Redaktionen wird nichts abgebaut. Zum Vertrieb kann ich noch nichts sagen, weil die Berechnungen über die Umstellung der Sonntagszustellung noch laufen. Wir werden aber Fremdtitel weiterhin am Sonntag zustellen", teilte CEO Andrea Masüger mit.

Offen ist ferner, wie die andern Sonntagsbätter reagieren. Sie könnten in der Lücke, die die AZ Medien und Somedia nun am Sonntag hinterlassen, eine Chance wittern und für die Nordwestschweizer und Bündner neue Sonntags-Abo-Angebote schnüren – etwa in der Art, wie dies Tamedias "SonntagsZeitung" schon früher mit der "Basler Zeitung" getan hatte.

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