4 Fragen an Peter van der Touw, Notch Interactive

"Der Margendruck hat sich massiv erhöht"

Peter van der Touw ist CEO von Notch Interactive
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Peter van der Touw ist CEO von Notch Interactive
Im Zuge der Digitalisierung wird alles digital, das Thema der Digitalagenturen wird dadurch zum Allgemeingut. Die großen Networks kaufen oder gründen eigene Digitaldienstleister, neue Anbieter drängen in den Markt. Was die Digitalagentur Notch Interactive dem entgegensetzt, erklärt CEO Peter van der Touw im Interview mit HORIZONT Swiss.
Datendienstleister und Unternehmensberatungen wildern im Revier der Digitalagenturen, wie sehr fürchten Sie die Konkurrenz? Die Digitalisierung erfasst jede Branche und jeden Bereich. Wir befinden uns in einem Wachstumsmarkt, was konsequenterweise auch neue Player anzieht. Daher ist es für mich nachvollziehbar, dass auch diese Anbieter ihre Geschäftsbereiche ausbauen möchten. Idealerweise führt dies zu noch besseren Lösungen für die Auftraggeber.Jedoch sagt die Grösse alleine noch nichts über Know-How, Fähigkeiten und Qualität aus, wie man aktuell an der Klage von Hertz gegen Accenture sieht.


Fusionen und Übernahmen bei Digitalagenturen sind an der Tagesordnung. Wird es Ihrer Ansicht zu weiteren Konsolidierungen kommen? Einerseits wird die Konsolidierung des Marktes weitergehen und andererseits ergeben sich eine Menge neuer Geschäftsfelder. Diese bieten wiederum neue Opportunitäten. Der Markt hat sich verändert und hat an Komplexität zugenommen. Ein zentraler Aspekt für die Zukunft ist die stetige Weiterbildung und -Entwicklung unserer Mitarbeitenden und Führungskräfte. Momentan ist für unsere Kunden die Customer- und User-Experience noch das Wichtigste. In Zukunft wird die agile Transformation in Unternehmen im Mittelpunkt stehen und strategisch höchste Priorität geniessen.

Immer mehr Agenturen klagen über steigenden Margendruck. Wie ist der Markt für Schweizer Digitalagenturen und wie stellt sich die Situation für Sie dar? Spätestens als die Nationalbank im Januar 2015 den Mindestkurs für den Euro aufgehoben hat (CHF 1.20 pro Euro), hat sich der Margendruck massiv erhöht. Bei den meisten Agenturen machen die Lohnkosten 70-80 Prozent der Gesamtkosten aus und dies bei einer volatilen Auftragslage. Im nahen Ausland sind die Lohnkosten deutlich tiefer. Akquisition hat eine enorm hohe Priorität bei uns. Aber auch die Kunden- sowie die Mitarbeiterbindung sind für uns essentiell. Mit Blick auf die Beschäftigungsstruktur besteht die Vermutung, dass die Digitalisierung alternative Arbeitsformen verlangen wird.


Was hat für Sie 2019 Priorität? 2019 möchten wir uns noch tiefer mit Dynamic Performance Campaigning, Verhaltensökonomie im UI/UX Bereich und Digital Branding auseinandersetzen und weitere Datenspezialisten rekrutieren. Das Marketing entwickelt sich immer mehr in Richtung Real-Time Personalisierung und Omnichannel Approach. Da möchten wir unseren Kunden die bestmögliche Strategie, Beratung, Kreation sowie Begleitung bieten.
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