"24 Heures" / "Tribune de Genève"

Zwei Demonstrationen fordern Verzicht auf 24 Entlassungen

Die Mitarbeitenden der beiden Westschweizer Tageszeitungen sind beunruhigt und gehen heute auf die Strasse.
Die Mitarbeitenden der beiden Westschweizer Tageszeitungen sind beunruhigt und gehen heute auf die Strasse.
Gegen 400 Personen haben gestern in Lausanne und Genf gegen die bei Tamedia (Westschweiz) angekündigten 24 Entlassungen protestiert.

Die praktisch vollzähligen Redaktionen von 24heures und der Tribune de Genève wurden von Kolleginnen und Kollegen der anderen Titel, von Politikern und von Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft unterstützt. Die Gewerkschaften impressum und syndicom verurteilen "die Demontage der regionalen Presse". Der Entscheid, 24 Personen zu entlassen, sei umso schockierender, als das Unternehmen Tamedia substantielle Gewinne macht (2015: 334 Millionen Franken) und seinen CEO Christoph Tonini mit insgesamt 6,1 Millionen Franken entlöhnt hat. "Diese Massenentlassung gefährden die Qualitätsinformation in der Westscheizer Presse", hiess es weiter.

Die beiden Redaktionen waren in den letzten Jahre bereits von mehreren Restrukturierungen, Sparmassnahmen und von Stellenabbau betroffen. "Schon heute arbeiten sie unter starkem Druck", schreiben die Gewerkschaften. "Ein weiterer Abbau könnte die beiden wichtigen Westschweizer Regionalmedien ersticken."

Auch die Kantonsregierungen von Genf und der Waadt äusserten in einer gemeinsamen Mitteilung ihre grosse Beunruhigung über die Restrukturierungen in den beiden Redaktionen.

Die Zeitungen "Tribune de Genève" und "24 Heures" hätten 2016 bei den Anzeigen einen Rückgang von 14 Prozent verglichen mit 2015 erlitten, berichtete der "Tages-Anzeiger", das Flagschiff von Tamedia. Deshalb streiche der Medienkonzern Tamedia in der Westschweiz 24 von insgesamt über 900 Stellen in der Westschweiz. Die Massnahmen seien "schwierig, aber unausweichlich", zitiert die Zeitung das Unternehmen.




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