20 Minuten

Storytelling-Format Venty überraschend den Stecker gezogen

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Das Storytelling-Format Venty, das 20 Minuten im März 2019 lanciert hat, um mit speziell für Social Media aufbereiteten Geschichten die junge Zielgruppe anzusprechen, wird nicht weitergeführt. 
Mit Storytelling und Video die Welt erobern. Das ist es, wovon Marken, Medien und Agenturen träumen. Es funktioniert ja, bei TikTok, Instagram oder YouTube. Aber das sind Netzwerke mit gigantischen Followerschaften. Die schiere Masse treibt selbst die seichtesten Storys irgendwie voran. 20 Minuten ist für Schweizer Verhältnisse ein Reichweitengigant. Wenn es also 20 Minuten nicht über eine, wie es Geschäftsführer Marcel Kohler sagt, "eingeschworene kleine Fangemeinde" hinausschafft, Video und Storytelling zu etablieren, wer soll es dann schaffen? Dabei waren erste Wasserstandsmeldungen im Mai 2019 durchaus positiv, wie diese Meldung von HORIZONT Swiss zeigt:

Marcel Kohler spricht Klartext:

"Leider ist es uns aber nicht gelungen, Venty darüber hinaus bei der jungen Zielgruppe zu etablieren. Daher haben wir uns entschieden, die Marke Venty nicht weiterzuführen, sondern mit vollem Engagement die Social-Media-Kanäle von 20 Minuten weiterzuentwickeln. Wir wollen künftig auf allen unseren Plattformen mit Massnahmen, die über Social Media hinausgehen, die junge Zielgruppe verstärkt ansprechen und unsere Dachmarke 20 Minuten stärken.»

Wir müssen Marcel Kohler dankbar sein 

Wir müssen Marcel Kohler für die Offenheit dankbar sein und den Mut zur Schliessung respektieren. Video ist ein Trend, keine Frage. TikTok geht sowas von durch die Decke und TikTok ist 100 Prozent Video, 100 Prozent Mobile, 100 Prozent Vertical und 99 Prozent von Nutzern erstellt. Aber wie aus einem Trend ein funktionierendes News- und Businessmodell gemacht wird, ist eben eine ganz andere Frage. Man darf gespannt sein, wie sich 20 Minuten an die Fersen junger Zielgruppen heften wird. Einfach ist das nicht.

Drei Personen können bleiben, vier müssen gehen 

Zwei Venty-Mitarbeitende können ins Social Media Team von 20 Minuten wechseln und dort das Team mit ihrem Know-how im Bereich Videoproduktion unterstützen. Eine Person arbeitet künftig im Corporate Publishing. Für vier Mitarbeitende konnte keine interne Lösung gefunden werden. Sie werden mit einem freiwilligen Sozialplan unterstützt. 
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