"20 Minuten"

Hofft, mit neuem Storytelling-Format die jüngsten Online-Leser zurückzugewinnen

Neues Storytelling-Format mit mehr und einfacheren Interaktionsmöglichkeiten soll die ganz Jungen wieder stärker an "20 Minuten" binden.
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Neues Storytelling-Format mit mehr und einfacheren Interaktionsmöglichkeiten soll die ganz Jungen wieder stärker an "20 Minuten" binden.
"20 Minuten" hat zwar schweizweit am meisten Leser, doch die jüngste Zielgruppe erodiert. Tamedia will nun mit einem neuen Storytelling-Format für Online eine Trendwende einläuten. Ein Test in der Deutschschweiz soll zeigen, ob das bei einem Workshop entwickelte Format das bringt, was man sich erhofft.
Beim neu entwickelten Storytelling-Format von 20 Minuten steht ein nutzerzentriertes Design im Zentrum: Die Artikel werden nicht mehr linear, sondern als sogenannte "Storycards" aufbereitet, durch die der User einfach navigieren und dabei selbst bestimmen kann, welche Elemente er von einer Geschichte konsumieren möchte – sei es nur eine Zusammenfassung des Artikels, einzelne Videos oder Bilder. Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die verstärkte User-Einbindung, beispielsweise mittels neuer Bewertungsfunktion in Form von Emojis oder durch noch einfacheres Teilen der Artikel auf diversen sozialen Kanälen. Darüber hinaus können eingeloggte Nutzerinnen und Nutzer die Aktivitäten ihrer Kollegen verfolgen und so noch stärker miteinander interagieren.


Während der drei- bis viermonatigen Testphase werden täglich zwei bis drei Artikel im neuen Format produziert. Die Distribution erfolgt ausschliesslich auf der 20-Minuten-App sowie im Mobile Web. Darüber hinaus gibt es zu jeder Story einen Teaser oder Post auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Ein tragendes Element des Experiments ist die direkte Einbindung der User in die finale Ausgestaltung des Formats. So soll das neue Angebot mittels regelmässiger Online-Umfragen und AB-Testings laufend verbessert werden. Wenn das neue Storytelling-Format innerhalb der definierten Zielgruppe auf positive Resonanz stösst, wird dieses langfristig schweizweit in die redaktionellen Prozesse implementiert.


Marcel Zulauf, Blattmacher und Mitglied der Chefredaktion von "20 Minuten": "Mit dem neuen Storytelling-Format reagieren wir auf die Veränderungen im Nutzerverhalten und den damit verbundenen gestiegenen Ansprüchen in der User Experience von digitalen Produkten. Gerade unser digitales Angebot geniesst bei der jüngsten Zielgruppe zunehmend weniger Beachtung. Das wollen wir ändern und '20 Minuten' online auch für die ganz jungen Nutzerinnen und Nutzer noch attraktiver machen."

Entwickelt wurde das neue Format von einem internen Team im Rahmen des "Design Thinking"-Programms des Venture-Capital-Unternehmens Matter VC in New York und San Francisco. Marcel Zulauf (Blattmacher und Mitglied der Chefredaktion von 20 Minuten), Selina Egger (Project Manager Ad Marketing) und Mike Herter (Head of Innovation, Social Media Advertising & Strategic Projects) verfolgten dabei das Ziel, ein neues Produkt oder Format zu entwickeln, das auf die junge Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen zugeschnitten ist und diese nachhaltig an die Medienmarke "20 Minuten" binden soll.
Ihnen zeigt die Testphase nun, ob sie die jungen Zielgruppe verstanden haben: Marcel Zulauf, Selina Egger, Mike Härter bilden das "Team Matter" und haben das neue Format mitentwickelt.
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Ihnen zeigt die Testphase nun, ob sie die jungen Zielgruppe verstanden haben: Marcel Zulauf, Selina Egger, Mike Härter bilden das "Team Matter" und haben das neue Format mitentwickelt.
Die Zusammenarbeit mit Matter VC wurde persönlich durch Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident von Tamedia, initiiert. "Die Idee einer Kooperation mit Matter VC ist während meines Aufenthalts im Silicon Valley vor zwei Jahren entstanden. Es freut mich ausserordentlich, dass die Zusammenarbeit in Form dieses innovativen Storytelling-Formats Früchte getragen hat, und ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Testphase", so Pietro Supino.

Im Sommer 2016 war Tamedia als erstes nicht US-amerikanisches Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Media Venture Capital Fonds und Start-up Accelerator Matter eingegangen. Matter VC mit Sitz in San Francisco und einer Niederlassung in New York investiert in Medien-Start-ups und unterstützt diese mit Expertise und dem Zugang zum Netzwerk der beteiligten Medienunternehmen.
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