In der Corona-Krise

Hans Hofmann und der Bellinzona Blues (Schluss)

Donnerstag, 28. Mai 2020
50 Tage lang hat Hans Hofmann, Gründer von hans hofmann&partner, sein Tagebuch aus dem Tessin geschrieben. HORIZONT sagt danke für die freundliche Genehmigung, seine Beobachtungen über das Leben, die Krise und unsere Branche teilen zu dürfen. Ciao Hans, bis bald!

Bellinzona Blues No. 50, 9. Mai 2020

Briefe aus dem Tessin – lettere dal Ticino


Zum Frühlingsanfang, am 21. März, erschien der Bellinzona Blues zum ersten Mal. Heute grüssen die "lettere dal Ticino" zum – vorläufig – letzten Mal. Es ist einiges passiert in diesen fünfzig Tagen. Viel hat sich in unserem Tagesablauf geändert, der Lebensrhythmus hat sich verlangsamt, es ist alles etwas besinnlicher und vielleicht auch etwas "echter" geworden.

Grande Finale

In den vergangenen Wochen dauerten die Telefongespräche auch mal etwas länger, die Mails waren auch mal etwas ergreifender und wurden nicht selten mit "Bleib gesund" beendet. Hätte man das vor Corona geschrieben, wäre das dem Einen oder Anderen wohl in den falschen Hals geraten. Sitzungen, der Schulunterricht, direkte Kontakte wurden durch Videocalls, Facetime, Zoom usw. ersetzt. Manchmal war das ganz spannend, ab und zu aber auch wie im falschen Film.
Patrizia und Hans
© z.V.g
Patrizia und Hans
Jetzt, ab Montag den 11. Mai, lockern sich viele Vorschriften, und ich denke, wir sind alle glücklich darüber. Endlich wieder persönliche Kontakte pflegen, Einkaufen gehen, ohne dass man als Ü-65er blöd angemacht wird, an der Maggia baden gehen, mit Freunden einen Apéro oder gar ein Nachtessen geniessen. Wunderbar – der Mai macht alles neu, bzw. fast alles wieder neu möglich.

Zum Schluss bedanke ich mich ganz herzlich bei den Lesern des Bellinzona Blues, dass sie 50 Tage durchgehalten haben. Danke sage ich auch den vielen spannenden Interviewpartnern für Ihre wertvolle Zeit – und allen, die mich laufend mit Tipps und Infos versorgt haben. Ein besonders grosser Dank geht an Dieter Schätti, der mit einer Engelsgeduld sondergleichen den Bellinzona Blues sprichwörtlich Tag und Nacht engagiert und kunstfertig gestaltet hat. Und natürlich auch an meinen Freund Piero Schäfer, der uns mit seiner aufmerksamen Kamera, journalistischem Spürsinn und viel Einfühlungsvermögen das Tessin täglich zusätzlich nähergebracht hat. Zu guter Letzt danke ich meiner wunderbaren Frau Patrizia – obwohl ich öfters am Bleistift gekaut habe statt an Ihrer fabelhaften Pasta, hat sie nie aufgegeben – und heute Abend gab’s folglich: Pasta! e Basta.


Bis auf bald einmal – es war mir ein grosses Vergnügen! Alla prossima volta – è stato un grande piacere. Hans

PIEROS IMMAGINI NO. 35

Schlussbouquet für eine der pittoresksten und reizvollsten Ortschaften des Landes. Was sag ich, des Kontinents oder der Welt ...
© Piero Schäfer
Schlussbouquet für eine der pittoresksten und reizvollsten Ortschaften des Landes. Was sag ich, des Kontinents oder der Welt ...
 ... Ascona, das ehemalige Fischerdorf, das im Jahre 1186 erstmals schriftlich erwähnt wurde, über die Jahrhunderte verschiedene Herrscher kannte und zu Beginn des letzten Säkulums zum Hotspot von Aussteigern und Revolutionären wurde. In einer einzigartigen Mischung ver- kündeten sie freie Liebe, Vegetarismus, Anarchie und kommunitäres Gedankengut. Noch heute klingt die Musik dieser nostalgischen Epoche durch die romantischen Gassen des Dorfes. Wer sein Herz an Ascona verloren hat, wird dieses Gefühl nie mehr los und wird immer und immer wieder an die Gestade des Lago Maggiore zurückkehren. Auch ich gehöre zu diesen Verlorenen: Ascona ti voglio bene!
© Piero Schäfer
... Ascona, das ehemalige Fischerdorf, das im Jahre 1186 erstmals schriftlich erwähnt wurde, über die Jahrhunderte verschiedene Herrscher kannte und zu Beginn des letzten Säkulums zum Hotspot von Aussteigern und Revolutionären wurde. In einer einzigartigen Mischung ver- kündeten sie freie Liebe, Vegetarismus, Anarchie und kommunitäres Gedankengut. Noch heute klingt die Musik dieser nostalgischen Epoche durch die romantischen Gassen des Dorfes. Wer sein Herz an Ascona verloren hat, wird dieses Gefühl nie mehr los und wird immer und immer wieder an die Gestade des Lago Maggiore zurückkehren. Auch ich gehöre zu diesen Verlorenen: Ascona ti voglio bene!
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