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Kommunikatives Design für Nachhaltigkeit
© Future Pack Lab / Colgate
Kommunikatives Design für Nachhaltigkeit
Viel Platz ist auf so einer Zahnpastatube nicht. Und was da alles untergebracht werden muss: Menge, Inhaltstoffe, Verwendungszweck, Hersteller und natürlich Markenname und Claim. Umso erstaunlicher, dass Colgate Palmolive in den USA einen großen Teil der Fläche für die Recycling-Botschaft der Verpackung nutzt (gefunden auf Future Pack Lab). Soweit die gute Botschaft: Weiter geht es mit der Ermittlung unserer Werte, der Fusion zweier Player, der erschütternden Botschaft über die Einstellung zur Demokratie hierzulande und noch viel mehr.

#Werteindex – Projekt Zuversicht

Knapp 19 Millionen Posts wurden in diesem Jahr mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz für den Werteindex analysiert. Ein Team von Forscherinnen und Forschern - von Trendbüro, Bonsai Research und jetzt auch Fritz Classen - durchforstete die sozialen Medien, um herauszufinden, wie Deutschland denkt und fühlt. Das jetzt erschienene Update des Werteindex trägt den Titel „Projekt Zuversicht“. Warum das? Die Pandemie habe zwar ihren Schrecken noch nicht ganz verloren, aber der Endzeitstimmung sei Pragmatismus gewichen. In den Posts könne Solidarität beobachtet werden, wie etwa bei den Überschwemmungen im Ahrtal und jetzt bei der Unterstützung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Diese neuerliche Krise wird allerdings im Werteindex noch nicht abgebildet. Jetzt mehr lesen auf planung&analyse 

#Merger unter Konsumforschern

Information Resources Inc., bekannt als IRI, und The NPD Group fusionieren. Dies haben die Eigentümer – 3 Private Equity Firmen – beschlossen. Während IRI vorwiegend den Markt für FMCG-Anbieter und den Einzelhandel bearbeitet, ist NPD eher auf den allgemeinen Warenhandel, einschließlich Gastronomie spezialisiert. IRI hat seinen Hauptsitz in Chicago und ist seit über 20 Jahren in Deutschland präsent. NPD stammt aus New York und hat eine Filiae in Nürnberg. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Analyse- und Datenanbieter, der einen Überblick über die gesamten Einkaufs- und Konsumtrends im Einzelhandel bieten kann. Die Transaktion, die den üblichen Abschlussbedingungen unterliegt, wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 abgeschlossen. Die Bedingungen der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.

#Demokratie – was war das nochmal?

Ein Drittel der Deutschen stellt hierzulande das demokratische System in Frage. Dies ist das erschreckende Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des SWR. Das Institut analysierte inwieweit rechtsradikale Gesinnung, Verschwörungstheorien und demokratiegefährdende Meinungen im Zusammenhang mit dem Protest gegen Corona-Maßnahmen verbreitet sind. Anlass für die Befragung war die TV-Doku "Mord an der Tankstelle - Vom Protest zur Gewalt?", die gestern im SWR lief und hier abrufbar ist. Auffällig bei der Umfrage war der Ost-West-Unterschied: Während im Westen 28 Prozent der Meinung sind, in einer Scheindemokratie zu leben; stimmen im Osten fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) dieser Aussage zu. Dass unser demokratisches System gleich "grundlegend geändert" gehöre, meinen 28 Prozent aller Deutschen. Beide Ergebnisse werten die Forscher als Anzeichen dafür, dass fast ein Drittel der Deutschen unser demokratisches System infrage stellt, wenn nicht gar abschaffen würde.

#Nachhaltigkeit – wann?

Die Boston Consulting Group (BCG) hat sich in Zusammenarbeit mit dem World Retail Congress die „Reifegrade“ von 37 großen Einzelhandelsunternehmen in aller Welt angeschaut und kommt zu dem Ergebnis, dass Nachhaltigkeit für die Untrnehmen inzwischen eine strategische Priorität darstellt. Die Branche als Ganzes habe aber noch einen weiten Weg vor sich, so BCG. Nur wenige große Einzelhandelsunternehmen haben bereits nachhaltiges Verhalten in ihrer Organisationen verankert. Die meisten müssen erst noch eine umfassende Nachhaltigkeitsagenda aufstellen, so heißt es. Weniger als 20 Prozent geben an, dass sie auf dem Weg sind, ihre direkten und indirekten Emissionen zu senken. 

#Sinneswandel – herbeiführen!

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat in der deutschen Bevölkerung zu einem Sinneswandel geführt. Mit 67 Prozent spricht sich erstmals eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung für ein langfristiges Engagement Deutschlands bei internationalen Krisen aus. Dies ergibt eine Befragung des Meinungsforschungsinstitut Kantar Public im März 2022 für die Körber Stiftung. Im September 2021 befürworteten dies lediglich 45 Prozent der Befragten. Zugleich wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen eine größere Unabhängigkeit von den USA: 76 Prozent wollen, dass die Bundesrepublik in ihrer Sicherheitspolitik eigenständiger wird. Auch nach der russischen Invasion der Ukraine ist ein nennenswerter Teil der deutschen Bevölkerung weiterhin an einem engen Verhältnis zu Russland interessiert. 

#Reden – offen und ehrlich

Offenheit ist das Thema der der diesjährigen Studie, die Ipsos für die Frauenzeitschrift Brigitte macht. Aus der Umfrage (n=1000 zwischen 16 und 75 Jahre) geht hervor, dass 87 Prozent glauben, dass über persönliche und intime Themen wie zum Beispiel Sexualität, psychische Probleme oder die finanzielle Situation heutzutage offener gesprochen werde als noch vor zehn Jahren. Aber es ist noch Luft nach oben. 28 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer reden mit niemandem über ihr Sexualleben. Und knapp jeder Fünfte (Frauen: 18 Prozent, Männer: 19 Prozent) spricht nicht über das eigene Gehalt. Die Zeitschrift startet mit der Umfrage eine Kampagne #neueoffenheit, die auf allen Kanälen stattfinden soll.

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