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Tiere verstehen / Long Homid / Führung im Homeoffice / Kunst und KI / GRIT TOP 50 / Monheimer Institut

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Der Club of Rome hat 50 Jahre nach seinem bis heute relevanten Report „Die Grenzen des Wachstums” wieder eine Studie vorgelegt. Kernaussage: „Wir haben keine ökologischen Probleme – wir haben soziale Probleme, die die ökologischen Probleme verstärken.” Daraus folgert Zeit Online, die das Thema aufgreifen: „Wenn die Menschheit die größten sozialen Probleme löst, dann ist Naturschutz fast eine automatische Folge.” Schön wäre es. Unsere vielleicht weniger schwerwiegenden News kommen von eye square, Greenbook, Rheingold Institut, Qualtrics und wir freuen uns darauf, die Laute von Tieren zu verstehen.



#Kunst schlägt KI

Wir produzieren gerade die letzten Artikel der kommenden Ausgabe von planung&analyse. Ein Schwerpunkt ist Kunst und Marktforschung. Wie passt das zusammen? In Berlin waren wir zu einem Werkstattgespräch bei eye square geladen. Mit dem Gründer und CEO Michael Schießl sprachen wir unter anderem über Künstliche Intelligenz, die versucht die Rezeption von Kunstwerken durch Menschen vorherzusagen. Was glauben Sie, wie gut das klappt? Richtig, sie scheitert häufig. „Wir haben der KI das Kunstwerk ‚das Schwarze Quadrat‘ von Kasimir Malewitsch gezeigt“, berichtet Schießl. „Die KI glaubte, dass ein Mensch streng in die Mitte des schwarzen Bildes schaue.“ Das ist aber falsch. Die Augen der Menschen wandern rasch an den Rand des Kunstwerkes, dort wo sich Konturen bilden. Das war der KI entgangen. Wahrnehmung ist ein zentrales Thema von eye equare und auch die Interaktion von Menschen und Maschinen. Auf der p&a Insights22 am 27. und 28. September spricht Michael Schießl über diese Human Experience (HX). Jetzt anmelden! 

#Innovative Anbieter

Der amerikanische Berater Greenbook hat die 31. Version seiner GRIT-Befragung veröffentlicht. Sie beruht auf der Befragung von 2.701 Profi-Forschern aus der ganzen Welt, die selbstausgewählt im April und Mai einen Online-Fragebogen beantwortet haben. Besonders gespannt erwartet von Anbietern ist die TOP 50 Liste, der als „innovativ“ bezeichneten Firmen. In diesem Jahr gibt es neben einer Gesamtliste auch fünf Unterlisten, etwa für die innovativsten Feldinstitute, Berater, Technikanbieter oder qualitativen Forscher und natürlich Full Service Institute. Auf Platz 1 steht erstmals Dynata, der größte Umfragelieferant der Welt, und hat Ipsos auf Rang 2 verwiesen, dicht gefolgt von Kantar. Aus Deutschland mit dabei sind GfK und Quantilope und als Neuling in der Liste ist Factworks, ein Berliner Institut mit Ableger in den USA. Skim und Insites Consulting aus den Niederlanden bzw. Belgien haben wieder einen Platz gefunden und insgesamt elf Unternehmen sind neu dabei, etwa YouGov und Mintel. Ein gutes Zeichen, dass es Bewegung im Markt gibt und Käufer nach immer neuen kreativen Anbietern suchen.

#Führungswechsel

Das Monheimer Institut wird künftig von Marco Kewe geführt. Dieser übernimmt die Führungsverantwortung von Wolfgang Schlünzen, der das Institut 1984 gründete und sich zum Jahreswechsel aus der Geschäftsleitung des Unternehmens zurückzieht. Kewe war zuvor der langjährige Studienleiter im Institut tätig.  

#Long Homid

Das Kölner Rheingold Institut hat sich erneut mit dem Homeoffice und der Befindlichkeit der Menschen dort beschäftigt. „So sehr das Homeoffice auch für seine Möglichkeiten gefeiert wird, Arbeit und Privates zu verbinden, droht die Gefahr einer Erosion“, heißt es in der Studie. Nach den qualitativen Interviews wurden die Erkenntnisse quantifiziert: Für 44 Prozent ist die Distanz zum Unternehmen gewachsen. Die Arbeit im Homeoffice wird als sachlicher und nüchterner empfunden. Vor allem die informelle und spontane Kommunikation leide. Über zwei Dritteln der Beschäftigten fehlt der persönliche Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen (69 Prozent). Bei 56 Prozent hat sich die Arbeit im Homeoffice verdichtet: Meetings häufen sich und sind enger getaktet, als dies in Präsenz der Fall wäre. Gut ein Drittel hingegen schätzt sich als insgesamt (eher) unproduktiver. Das Rheingold Institut nennen dieses Phänomen „Long Homid“.

#Gesucht: Führungskräfte, die gut zuhören

Auch Qualtrics, ein Anbieter im Bereich Experience Management, hat sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Unternehmenskultur beschäftigt. Rund die Hälfte der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa (je rund 1.000 in Großbritannien, Frankreich und Deutschland) gab an, die Pandemie habe sich positiv auf ihre Unternehmenskultur ausgewirkt (Frankreich 50 Prozent, Deutschland 48 Prozent, Großbritannien 62 Prozent). Das heißt aber auch, die verbleibende Hälfte sieht eine Verschlechterung. Wichtige Faktoren für eine positive Arbeitskultur sind darüber hinaus Führungskräfte, die gut zuhören und sich selbst um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern.  

#Das Letzte

Forscher von der Universität Kopenhagen können das Grunzen von Schweinen in Emotionen übersetzen. Sie haben mehr als 7.000 Tonaufnahmen von Schweinen aus positiven und negativen Situationen gesammelt - von der Geburt bis zum Tod - und dann einen Algorithmus entwickelt, der die Emotionen entschlüsseln kann. Die Forschung könnte zur Verbesserung des Tierschutzes beitragen. Auch in Kalifornien versuchen Forscher die Kommunikation von Tieren entschlüsseln, von Würmern bis zu Walen, natürlich mit KI. 

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