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Eigenheim versus alternative Wohnformen: Was ist die Wunschvorstellung vom idealen Wohnen für viele Bürgerinnen und Bürger?
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Eigenheim versus alternative Wohnformen: Was ist die Wunschvorstellung vom idealen Wohnen für viele Bürgerinnen und Bürger?
Die Stimmung ist besser als die Situation. So könnte man es vielleicht sagen. Während die Konsum- und Stimmungsbarometer von Ifo Institut und GfK nach oben weisen, zeigen Untersuchungen des Rheingold-Instituts, was der Grund dafür ist: Verdrängung. Aber – so die Forscher – der Gedanke an den Krieg ist immer da, so wie ein lästiges Ohrgeräusch.



#Von Melancovid zum Kriegs-Tinnitus

Die Schockstarre angesichts des Kriegsausbruchs weicht der Verdrängung. Doch die Gedanken zum Krieg schwingen dauerhaft im Hinterkopf mit. Das Rheingold Institut hat eine tiefenpsychologische Untersuchung durchgeführt und hat massive Verdrängung und seelische Abwehrstrategien gefunden. Der Psychologe Stephan Grünewald nennt es „Kriegs-Tinnitus“ und erklärt in einem Webinar, wie dieses Phänomen sich an Melancovid anschließt. planung&analyse war dabei.

#Absturz gestoppt

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich nach dem Rekordtief im April wieder gefangen. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung verzeichnen laut GfK (zum Firmenprofil im planung&analyse mafonavigator >>) moderate Gewinne, während die Anschaffungsneigung nahezu unverändert ist. „Damit verbessert sich das Konsumklima zwar geringfügig, erklärt GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl, „die Konsumstimmung ist aber nach wie vor an einem absoluten Tiefpunkt. Trotz weiterer Lockerungen coronabedingter Beschränkungen drücken der Ukraine-Krieg und vor allem die hohe Inflation schwer auf die Stimmung der Verbraucher.“ Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ vom 5. bis 16. Mai 2022 und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden.

#Keine Rezession

Auch das Ifo-Institut gibt Entwarnung: "Geschäftsklimaindex gestiegen, Exporterwartung steigt, Beschäftigungsbarometer legt zu." Doch das Wirtschaftsinstitut findet auch überall einen kleinen Haken: Das Beschäftigungsbarometer ist gestiegen, der Fachkräftemangel bleibt indes hoch, nicht alle offenen Stellen können besetzt werden. Die Stimmung unter deutschen Exporteuren hat sich aufgehellt, aber Logistikprobleme bereiten Kopfschmerzen und stellen für die deutsche Industrie eine große Belastung dar. Insgesamt ist der ifo Geschäftsklimaindex gestiegen. Die Unternehmen waren merklich zufriedener mit den laufenden Geschäft. Trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Krieg in der Ukraine sind derzeit keine Anzeichen für eine Rezession sichtbar. Aber: Die Unternehmen bleiben weiter skeptisch.

#Eigenheim versus alternative Wohnformen

Großstadtmieten, mangelnder Wohnraum, steigende Immobilienkosten und durch den Klimawandel bedingte Trends, wie die Nachhaltigkeit führen dazu, dass gemeinschaftliches Wohnen und Öko-Siedlungen zukünftig eine realistische Alternative darstellen. Die aktuelle Kooperationsstudie von Auszubildenden zu Fachangestellten der Markt- und Sozialforschung (FaMS) der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation in Hamburg (BMK) und das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos zeigt jedoch, dass die Wunschvorstellung vom idealen Wohnen für viele Bürgerinnen und Bürger anders aussieht. Sechs von zehn Deutschen träumen davon ein eigenes Haus zu besitzen (60 Prozent), bei den 16 bis 24-Jährigen sind es sogar 74 Prozent. Die Online-Umfrage, ausgeführt über den Ipsos-Omnibus (n= 1.000) mit einer Quotenauswahl über Alter (von 16 bis 75 Jahren), Geschlecht und Region, präsentiert ebenfalls, dass die Deutschen Wert auf nette Nachbarn legen und aus finanziellen Gründen nicht so nachhaltig wohnen, wie sie es gerne würden.

#E-Scooter Generation

Erneut ein Thema, bei dem sich die Geister der Generationen scheiden. Die Umfrage von Bitkom Research mit n=1.003 Befragten ab 16 Jahren gibt Auskunft darüber, was unterschiedliche Generationen über E-Scooter denken. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der 16- bis 29-Jährigen den E-Scooter als Alternative zu bestehenden Verkehrsmitteln und als Beitrag zum Klimaschutz ansieht. Ältere halten sie für zu gefährlich und wünschen sich ein Verbot.

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