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Präsidentenwahl / Krisentypen / Musik machts / Mitarbeiterbindung / Konformität / New Work

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© Pixabay
Auf dem Weltgesundheitsgipfel in Berlin haben sich Demonstrierende einer Gruppe "Scientist Rebellion" am Boden vor dem Kongresshotel festgeklebt und einen Feuer-Fehl-Alarm ausgelöst. Es ging ihnen um angemessene Reaktionen auf die Klimakrise. Unsere News zum Start einer goldenen Oktoberwoche sind weniger klebrig: Sie stammen von Esomar, Nordlight Research + InnerSense, Heute und Morgen, Adobe, Innofact und Okatv sowie Vince Ebert.

#Die Wahl läuft

Der Weltverband Esomar sucht einen neuen Präsidenten oder wieder eine Präsidentin. Die Zeit von Kristin Luck, die uns kurz nach ihrer Wahl auf dem DAIS eine Botschaft über ihre Pläne sendete, geht dem Ende zu. In ihre Amtszeit fallen gravierende Änderungen beim Personal des Verbandes: Der langjährige Generaldirektor Finn Raben hat aufgehört und Parves Khan ist nun CEO des Verbandes mit Sitz in Amsterdam. Jetzt stehen wieder Wahlen für die ehrenamtliche Spitze an und zwei Kandidaten zur Verfügung: Nikki Lavoie ist bereits Vizepräsidentin und EVP bei dem französischen Anbieter Savanta und Alain Mizrahi, langjähriges Mitglied des Esomar Council und CEO der Grupo Radar aus Uruguay. Mitglieder von Esomar können noch bis zum 25. Oktober abstimmen. 

#Krisenumgangstypen

Aktuell stehen bei vielen Verzicht und Einschränkung im Vordergrund und dem Bedürfnis nach Selbstpflege und Sich-etwas-gönnen gegenüber, Bewahren konkurriert zudem mit Verändern. Je nachdem, welche Motive die Oberhand gewinnen, lassen sich in der Bevölkerung sechs verschiedene Umgangstypen mit den aktuellen Krisen und der Zeitenwende differenzieren: „Clevere Trickser“ (30 Prozent), „Passiv Verunsicherte“ (14 Prozent), „Kurzzeitige Verharrer“ (13 Prozent), „Vorbeugende Prepper“ (12 Prozent), Der unbeschwerte „Hans im Glück“ (9 Prozent) und „Erfinderische Visionäre“ (6 Prozent). Der Rest der Bevölkerung verteilt sich auf „Mischformen“ aus den genannten Typen (16 Prozent). Für die gemeinsame Studie „Konsumklima in der Zeitenwende“ der beiden Marktforschungsinstitute Nordlight Research und InnerSense wurden zunächst tiefenpsychologische Gruppendiskussionen und Einzelinterviews zum Krisenerleben und zum aktuellen wie zukünftigen Konsumverhalten durchgeführt und nachfolgend über 2.000 Bundesbürger ab 16 Jahren repräsentativ dazu befragt.

#New Work

Während vor Corona in über 80 Prozent der Unternehmen fast alle Mitarbeiter in Präsenz arbeiteten, sind dies aktuell nur noch rund 50 Prozent. Persönlich arbeiten aktuell 62 Prozent der befragten Arbeitnehmer ausschließlich in Präsenz, 32 Prozent arbeiten hybrid und sechs Prozent ausschließlich im Homeoffice. Dabei zeigen Arbeitnehmer im Homeoffice im Durchschnitt eine geringere Bindung an ihren Arbeitgeber als Arbeitskräfte, die ausschließlich in Präsenz arbeiten, heißt es in der Studie „Präsenz, Homeoffice oder Hybrid? Arbeitssituation und Mitarbeiterbindung in Deutschland“ von Heute und Morgen. Deutlich entscheidender für die Stärke und Qualität der Mitarbeiterbindung seien weniger die Arbeitsmodelle an sich, sondern wie diese in Unternehmen akzeptiert, kommuniziert und kultiviert werden. 1.500 berufstätige Bundesbürger, mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit bei ihrem aktuellen Arbeitgeber, wurden nach ihren Erfahrungen mit verschiedenen Arbeitsmodellen und zu Einflussfaktoren auf die Mitarbeiterbindung befragt.

#Future of Time

Unternehmen, die eine Arbeitskultur schaffen, die mit den Werten ihrer Mitarbeiter übereinstimmt, schaffen es am ehesten, Talente langfristig an sich binden. Dieser Ergebnisse liefert die Adobe Document Cloud Studie „The Future of Time". Für die Studie wurde im August 2022 eine 20-minütige Online-Umfrage mit mehr als n=9.700 Mitarbeitenden, Enterprise-Managern und -Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMUs) in acht globalen Märkten durchgeführt. Wirtschaftliche Instabilität, Klimaveränderungen und COVID-19-Varianten gehörten neben regional spezifischen Problemen zu den wichtigsten globalen Anliegen.

#Musik macht glücklich

Aktives Musizieren kann einen wichtigen Beitrag leisten, um Psyche und Gehirn fit zu halten. Dies ergibt eine aktuelle Umfrage von Innofact für die digitale Notenplattform Oktav. Von n=1.014 befragten Deutschen nutzen 80 Prozent Musik und das Spielen eines Instruments, um sich zu entspannen oder weil es Freude bereitet (83,9 Prozent). 65,2 Prozent können sich über Musik selbst ausdrücken. Das Erlernen eines Instruments fördert die Dopaminausschüttung und kognitive Fähigkeiten. Die Studie zeigt, dass viele Deutsche das Musizieren auch bewusst einsetzen, um zur Ruhe zu kommen und konzentriert zu bleiben. In schwierigen Zeiten kann Musik zudem die Stimmung stabilisieren. 57 Prozent der Befragten gaben an, sich seit Corona öfter der Musik zuzuwenden als vor der Pandemie. Vor allem die unter 29-Jährigen halten Musik für wichtig und unterstützend, um mit schwierigen Zeiten zurechtzukommen.

#Das Letzte

Der Physiker und Kabarettist Vince Ebert macht auf LinkedIn Werbung für sein demnächst erscheinendes Buch “Lichtblick statt Blackout” und berichtet über eine sozialpsychologische Studie aus den 50er Jahren. Einer Gruppe von Freiwilligen wurden Karten mit unterschiedlich langen Linien vorgelegt und sie sollten entscheiden, welche Linien gleich lang sind. "Das Ergebnis war verstörend”, schreibt er. “Nach leichtem Zögern schlossen sich rund 80 Prozent der untersuchten Personen der Mehrheitsmeinung an und stimmten der falschen Antwort zu.” Ein Großteil der Probanden war nämlich eingeweiht und gab absichtlich die falsche Antwort, um zu klären, wie leicht sich die Menschen verunsichern lassen. “Offenbar ist der Drang nach Konformität bei uns Menschen so stark ausgeprägt, dass wir unter bestimmten Bedingungen tatsächlich glauben, dass eine blaue Wand grün ist oder dass Zwei plus Zwei Fünf ergibt.”

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