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Nielsen / Rewe / Handzettel / Unstatistik / KI

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Die Queen gratuliert den Siegerinnen, Prinz William tröstet die Verliererinnen, die Bildzeitung spricht von „Wir“ und reklamiert nicht gegebene Elfmeter. Wäre schön, wenn der Fußball der Damen weiterhin so viel Aufmerksamkeit erhält wie bei dieser Europameisterschaft, bei der die deutschen Fußballerinnen Vizemeister wurden. Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit heute bei Wichtiges&Mehr auf Nachhaltigkeit bei Rewe, grünes Licht bei Nielsen, auf selbstschreibende Thesis und eine Unstatistik.



#Sinn oder Unsinn

„Der Verzicht auf den gedruckten Handzettel wird wie ein Motor für die Digitalisierung wirken. Hinter dieser Entscheidung stehen wir alle geschlossen.“ Dieser Satz stammt aus einem Interview (Horizont mit Abo) mit Clemens Bauer, CMO des Einzelhändlers Rewe, dessen Entscheidung den Handzettel abzuschaffen nur ein Schritt in einer Nachhaltigkeitsoffensive des Händlers ist. Werbekampagnen zeigen es. Ein Aufreger. Medienforscher Dirk Engel, der auch regelmäßiger Autor von planung&analyse ist, sieht in einem solchen Schritt ein “Eigentor”, glaubt das die Beschränkung auf digitale Handelskommunikation ein Fehler ist und verweist auf ein früheres Interview.

#Konvergenz rückt näher

Die Nielsen Holding plc, Anbieter von Audience Messung, hat von den Behörden für die Veräußerung an Investoren grünes Licht bekommen. Für das zweite Quartal 2022 meldet Nielsen einen Umsatz von 882 Millionen US-Dollar (USD), ein Anstieg um 2,4 Prozent. Das bereinigte EBITDA liegt bei 371 Millionen USD, nur +0,3 Prozent über dem Vorjahr. David Kenny, Chief Executive Officer, freut sich vor allem angesichts des "zunehmend unsicheren makroökonomischen Umfelds” über die Ergebnisse. Zudem sieht sich das Unternehmen einen Schritt näher an der angekündigten konvergenten Mess-Plattform Nielsen One mit der Möglichkeit, die Nutzung von Bewegtbild auf Computern, auf Mobilgeräten und im linearen Fernsehen vergleichbar zu messen.

#Dicker oder dünner? 

Die “Unstatistik” des Monats - herausgegeben von Wissenschaftlern der RWI Essen - beschäftigt sich mit einer Studie zu den mutmaßlichen Folgen der Corona-Pandemie. Jedes sechste Kind in Deutschland habe an Gewicht zugelegt, heißt es in einer Forsa-Umfrage für die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und das Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der TU München. Bei den Zehn- bis Zwölfjährigen beträfe das mit 32 Prozent sogar fast ein Drittel. Was allgemein bekannt ist, muss den Forschenden wohl entfallen sein: Kinder nehmen mit steigendem Alter an Gewicht zu, im Alter zwischen 10 und 12 Jahren in aller Regel einige Kilo. Dieser Effekt wurde bei der Umfrage laut der “Unstatistik” nur ungenügend beachtet. Darüber hinaus wird kritisiert, dass die Erhebung mit einer Befragung vorgenommen wurde. Es blieb also den Eltern überlassen, ob sie ihr Kind als „dicker“ oder „dünner“ als vor der Pandemie einschätzen. Nur zwei Prozent der Eltern gaben an: Mein Kind ist „deutlich dicker“ geworden. Ein Prozent votierte für „deutlich dünner“. 

#Das Letzte 

eine Forscherin der Universität Göteborg hat einer Künstlichen Intelligenz den Auftrag gegeben, eine akademische Arbeit über den KI Algorithmus GPT-3 zu schreiben. Die Maschine generierte neuen wissenschaftlich formulierten Inhalt mit Zitaten und Angabe von Quellen. In zwei Stunden war sie fertig. Im zweiten Schritt soll die Arbeit nun in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht werden. Zur Zeit befindet sie sich auf einem Pe-Print-Server mit Namen HAL. Gefunden in Der Standard.

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