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Gründerpreis / Krisenherbst / Sorgen / Aufstieg / Atomkraft / Plastikmüll

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Paulo de Oliveira, © IMAGO / Ardea
Wir kommen heute mit ein paar nachdenklichen Meldungen um die Ecke. Wie ist die Krisenstimmung im Lande? Welche Sorgen drücken am meisten? Dabei sind Studien von Ipsos, Rheingold Institut, No Drama mit OmniQuest und Marketagent. Erfreuliches gibt es aber aus dem Bereich Nachhaltigkeit zu berichten!



#Ausgezeichnet

„Nachhaltigkeit siegte beim Deutschen Gründerpreis“ so heißt es in der Pressemitteilung. In der Kategorie StartUp wurde traceless materials aus Hamburg für die Entwicklung eines Bio-Granulats aus Getreide-Abfall ausgezeichnet. Auch der Aufsteiger punktet hier: osapiens schafft mit B2B-Softwarelösungen eine digitale Grundlage für nachhaltigere Lieferketten. Um Nachhaltigkeit geht es auch auf der planung&analyse Insights22 (zum Programm >>). Klaus Grohe wurde für sein Lebenswerk geehrt und ein Sonderpreis ging an Tatjana Kiel und ihre Initiative #WeAreAllUkrainians.

#Krisenherbst

Seit dem Beginn der Corona-Krise ermittelt das Rheingold Institut in Tiefeninterviews die Stimmung der Deutschen. Für das Krisen-Update im September wurden 30 Personen jeweils zwei Stunden interviewt. Zwar versuchen einige die „sommerliche Leichtigkeit“ noch schützend vor den Herbst und Winter zu stellen, doch mit dem Sommer wird auch die Hitze und die damit verbundene Dürre verbunden. Der Klimawandel wurde als apokalyptisches Bedrohungsszenario wahrgenommen: „Der Rhein als austrocknende Lebensader wurde darüber hinaus zum seelischen Bild dafür, dass der Fluss des Lebens versiegen kann und unsere Lebensrealität sich fundamental verändern könnte.“ Die richtige Krisenkommunikation wird also immer wichtiger. Marken übernehmen dabei eine wichtige Rolle, betont Stephan Grünewald, Gründer des Rheingold Instituts.

#Klimasorgen wachsen

Die Hitzewellen befeuern die Klimasorgen in Westeuropa. Nach wochenlanger Rekordhitze und extremer Trockenheit steigt die Sorge in Deutschland vor den Folgen des Klimawandels erneut merklich an. Für 32 Prozent der Befragten zählt der Klimawandel aktuell zu den drei größten Sorgen, hinter Inflation (44 Prozent) sowie Armut und soziale Ungleichheit (35 Prozent). Dagegen liegt der globale Anteil derer, die sich wegen des Klimas sorgen, lediglich bei 17 Prozent. Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos Global Advisor-Studie What Worries the World. Bei der Online-Umfrage wurden zwischen dem 22. Juli und dem 5. August 2022 insgesamt n=19.508 Personen aus 28 Ländern über das Ipsos Online-Panel-System interviewt.

#Gesellschaftliche Möglichkeiten

Sehr nachdenklich macht uns die Befragung von Omniquest. Anfang August wurden dafür n=1.000 Personen in Deutschland ab 18 Jahren im Auftrag der Berliner Politikberatung No Drama befragt. Kann man durch Bildung und Leistung in Deutschland aufsteigen? 48 Prozent glauben nicht daran, dass wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aufstieg möglich ist – trotz aller Anstrengungen und Weiterbildungen. Für 61 Prozent der Befragten war sozialer Aufstieg zwar früher möglich, doch heute müsse man froh sein, wenn man nicht absteigt. 68 Prozent sagen klar, sozialer und wirtschaftlicher Aufstieg hängt vor allem vom Elternhaus ab.

#„Atomkraft, nein Danke!“

Fragt man die Österreicherinnen und Österreicher, welche Arten von Energieträgern sie bevorzugen, so führen erneuerbare Energiequellen klar im Gefälligkeits-Ranking. Knapp 90 Prozent sehen Solarenergie und Wasserkraft als führend. Aber auch die Energiegewinnung durch Wind (82 Prozent) und Biomasse (68 Prozent) erfährt großen Zuspruch. Kernenergie und Kohle sind die unbeliebtesten Energieträger. Diese Ergebnisse liefert die Studie von Marketagent, für die im Zeitraum vom 11. Juli bis zum 21. Juli 2022 n = 1.000 Interviews in Österreich geführt wurden. Trotz einer möglichen Energieknappheit und um die Versorgungssicherheit sicherzustellen, stößt die Atomkraft bei einem überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht auf Zuspruch. Ganz im Gegenteil: 74 Prozent befürworten einen Ausstieg und eine Schließung noch aktiver Kernkraftwerke.

#Das Letzte

29.000 Kilogramm Plastik wurden zwischen Juli und September 2021 aus dem Müllstrudel Great Pacific Garbage Patch im Meer gefischt. Projekts The Ocean Cleanup entwickelte autonome Schwimmkörper, die den Plastikdreck aus dem Testgebiet bergen. Verantwortlich für die Verschmutzung ist übrigens vor allem die Hochseefischerei, etwa 13 Prozent entfielen auf Lebensmittelverpackungen und ein Drittel des zu Tage geförderten Plastikmülls ließ sich nicht mehr genau zuordnen. Übersicht bei Statista.

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