Zweite virtuelle GOR

DGOF zeigt Highlights der Online-Forschung

   Artikel anhören
© pixabay.com / GOR
Auf der zweiten virtuellen GOR hörten über 250 Gäste und Vortragende aus 22 Ländern insgesamt 100 Vorträge, Posterpräsentationen und Workshops. Für die Veranstalter von der DGOF ist das Konzept aufgegangen. Aber im kommenden Jahr ist ein Live-Event geplant.

Nächstes Jahr soll sie dann endlich wieder live stattfinden. Ganz sicher und zwar – wie bereits schon zweimal geplant – an der Hochschule für Technik und Wirtschaft und wieder zum bewährten Zeitpunkt im März. Die GOR 22 ist als Präsenzveranstaltung an der HTW Berlin für den 16. bis 18. März 2022 in Berlin geplant. Zweimal hat Corona den Organisatoren der Deutschen Gesellschaft für Online Forschung DGOF einen Strich durch die Rechnung gemacht, zweimal wurde ein virtuelles Format der GOR abgehalten.


Dass dies nicht nur Nachteile hat, erklärte Beinahe-Gastgeber Holger Lütters, Professor an der HTW. Denn FOMA, die Fear Of Missing Out, muss hierbei nicht aufkommen. Alle Beiträge sind aufgezeichnet noch einige Wochen abrufbar. Das ist auch nötig, denn das Programm war wieder dicht gedrängt und man konnte unmöglich überall reinschauen. Den größten Input bieten die wissenschaftlichen Beiträge zu Survey Research, Data Science, Politics und Public Opinion, neue Sessions zu Recruitment, Geodaten und Missinformation. Research Tech, Smartphone Research und viele andere Methoden der Online-Forschung zeigen auf der GOR die Ergebnisse ihrer Forschung. Das sind neben Vertretern von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen auch solche aus Unternehmen, ganz getreu dem Zweck der DGOF: Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen.

Ein zweiter Vorteil einer Virtuellen Veranstaltung ist die Internationalität. Über 250 Gäste und Vortragende aus 22 Ländern haben an der diesjährigen GOR teilgenommen und zwar an insgesamt 100 Vorträge, Posterpräsentationen und Workshops. So zieht DGOF-Vorstand Otto Hellwig eine positive Bilanz: „Nach den zwei Konferenztagen und einem Workshoptag können wir sagen, dass unser virtuelles Konzept wieder sehr gut aufgegangen ist.“ Auch die GOR Party am Abend, ausgerichtet von Online-Party-Guru Herbert Höckel von Mo’Web, sei durchweg positiv aufgenommen worden.
Die Awards

Neben dem GOR Best Practice Award, der in  diesem Jahr an Beat Fischer (intervista AG, Schweiz) und Peter Moser (Statistical Office of the Canton of Zurich, Schweiz) für das Projekt Jahr “Mobility Monitoring COVID-19 in Switzerland”(wir berichteten), werden auf der GOR traditionell weitere Auszeichnungen verliehen.

Im GOR Poster Award 2021 wurde mit dem ersten Platz Tobias Rettig (Universität Mannheim), Bella Struminskaya (Universität Utrecht, NL) und Annelies Blom (Universität Mannheim) ausgezeichnet mit dem Poster „Memory Effects in Online Panel Surveys: Investigating Respondents’ Ability to Recall Responses from a Previous Panel Wave".

Der GOR Thesis Award geht an die beste Abschlussarbeit im Bereich Bachelor-/Masterarbeit und es wird Shivangi Aneja (Technische Universität München) für ihre Masterarbeit „Generalized Zero and Few Shot Transfer for Facial Forgery Detection” ausgezeichnet.

Für ihren herausragenden wissenschaftlichen Beitrag zur Online-Forschung werden im Best Paper Award der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung Clemes Stachl, Quay Au, Ramona Schoedel, Samuel d. Gosling, Gabriella M. Harari, Daniel Buschek, Sarah Theres Völkel, Tobias Schuwerk, Michelle Oldemeier, Theresa Ullmann, Heinrich Hussmann, Bernd Bischl und Markus Bühner geehrt. Sponsor des DGOF Best Paper Award 2021 ist das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID).


Inhaltlich drehten sich natürlich viele Vorträge um das Mega-Thema Corona. Auch die Keynote-Speakerin von Tag 2, Christina Elmers, erklärt, wie in der Krise ihr Thema Datenjournalismus ganz nach vorne gekommen ist. Die Visualisierung komplexer Daten wird von einigen Medien konsequent verfolgt. Elmers hat unter anderem beim Spiegel ein solches Ressort aufgebaut und kürzlich eine Professur an der TU Dortmund angetreten. Sie spricht über die Hindernisse und Hürden einer solchen Arbeit und vielen Marktforschern mag das bekannt vorgekommen sein. Im Interview mit planung&analyse sagte Elmer: „Wir sind Botschafter der Methode, Erkenntnisse evidenzbasiert zu gewinnen.“ Aber wenige Tage vor der Bundestagswahl stand auch das Thema Wahlforschung auf der Agenda der GOR. Mirta Galesic vom Santa Fe Institute in den USA behauptet: „Election polling is not dead“ und spricht über Möglichkeiten, Menschen als sozialen Sensor zu nutzen und so herauszufinden, was deren Umfeld denkt und womöglich wählt. Je vielfältiger dabei das soziale Umfeld einer Person ist, desto eher ist sie als Forecaster tauglich. Galesic beleuchtet das Thema, wie man mit dieser Methode zu besseren Näherung in der Wahlforschung kommen kann.

In einer Diskussionsrunde unter der Moderation von DGOF-Mitglied Holger Geißler wird ebenfalls über Wahlforschung gesprochen. Hier diskutierten Prof. Carsten Reinemann von der LMU München, Yvonne Schroth, Mitglied des Vorstands der Forschungsgruppe Wahlen, und Prof. Oliver Strijbis von der Universität Zürich Wahlen. Es stand nicht so sehr die Methodik im Fokus, sondern mehr die Effekte, die eine Veröffentlichung einer Umfrage in der Bevölkerung bewirken. Jeden Tag eine neue Umfrage: Was macht das mit uns?

    Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
    stats