Zusammenlegung

Ipsos schließt Standort in Mölln

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Marktforschung in Mölln: Sample Institut, später INRA und seit 2002 Ipsos (Das Bild war auf dem Titel der planung&analyse 9/1983 - Anlass was der Bezug des Neubaus in der Möllner Waldstadt)
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Marktforschung in Mölln: Sample Institut, später INRA und seit 2002 Ipsos (Das Bild war auf dem Titel der planung&analyse 9/1983 - Anlass was der Bezug des Neubaus in der Möllner Waldstadt)
Komplexität und Kosten spürbar zu reduzieren, ist das Ziel von Ipsos Deutschland angesichts schwieriger Geschäftslage durch Corona. Daher wird der Standort in Mölln im kommenden Jahr geschlossen. Arbeitsplätze sollen allerdings nicht verloren gehen.
Wie den Lübecker Nachrichten zu entnehmen ist, hat die Geschäftsführung von Ipsos Anfang November der Belegschaft des Ipsos-Standortes Mölln mitgeteilt, dass zum 31. Juli 2021 der Standort geschlossen wird. Das Unternehmen bestätigt gegenüber planung&analyse diese Meldung.


Die 110 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben und an den Standort Hamburg verlegt werden. "Wir beabsichtigen keine Entlassungen", heißt es von der Geschäftsführung.

In Mölln sind schwerpunktmäßig Operation-Einheiten wie das Face-to-Face-Feld, Data Processing oder Coding angesiedelt. Dort sitzen aber auch Forschungsbereiche wie der Ipsos Observer, Teams von Market Strategy & Understanding oder Automotive & Mobility Development. Nicht zuletzt arbeiten auch Kollegen aus den Support Functions von HR, IT und Finance in Mölln.


Auf die Frage, warum diese Entscheidung getroffen wurde, heißt es: „Wir verändern uns hinsichtlich unserer Arbeitsweise und Forschungsansätze bzw. Datenerhebungsmethoden schon seit einiger Zeit, werden digitaler. Die Pandemie hat diesen Veränderungsprozess noch beschleunigt. Das Office zu verlagern war neben der strukturellen Anpassung einfach auch eine Frage der Opportunität: Aufgrund von Fristen ergab sich die Möglichkeit zur Kündigung des Mietvertrages in Mölln und veranlasste uns zu diesem Schritt.“ Allerdings räumt Ipsos ein, dass die Corona-Krise das Unternehmen in einigen Geschäftsbereichen getroffen habe. Viele Studien, die physischen Kontakt erfordern, wie Mystery Shopping oder Face-to-Face-Befragungen konnten nur in reduziertem Maße durchgeführt werden.“

Ein weiterer Aspekt sei, dass es in letzten Jahre leichter gefallen sei, für den Hamburger Standort zu rekrutieren. „Aber das war kein entscheidendes Kriterium. Zumal wir wissen, dass Mölln für einige Arbeitskräfte ein attraktiver, wenn nicht sogar der attraktivere Standort ist.“

Ursprung des Möllner Standorts ist das Sample Institut, dessen Gründer Hartwig Schröder seinen Firmensitz 1983 von Hamburg ins „Zonenrandgebiet“ nach Mölln verlegte. Ipsos: „Man kann sagen, dass für uns eine Ära an ‚unserem Landsitz‘ im schönen Mölln zu Ende geht und wir zu unseren Hamburger Wurzeln zurückkehren. Wenn auch etwas wehmütig.“

Nebenbei: In diesem Institut war auch planung&analyse bis 1992 beheimatet. Das Sample Institut hieß dann später INRA und wurde 2002 von der Ipsos Gruppe übernommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits in Hamburg ihren deutschen Sitz hatte.

Wie planung&analyse erfuhr, werden auch die beiden Berliner Büros im kommenden Jahr zusammengeführt. Der Standort bleibt allerdings erhalten. Die Gesamtzahl an Betrieben in Deutschland wird somit von sieben auf fünf reduziert. Dies werde dazu beitragen, die Komplexität und Kosten spürbar zu reduzieren, heißt es. Weitere Standortverlagerungen oder -schließungen seien derzeit nicht konkret geplant. Ipsos ist auch in Frankfurt, Nürnberg und München vertreten.
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