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UX-Research in Zeiten von Social Distancing

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Um die Interaktion der Kunden mit Produkten besser zu verstehen, nutzen Designer und Entwickler UX Research. Doch derzeit ist aufgrund des Social-Distancing-Gebotes ein „über die Schulter schauen“ der Nutzer problematisch. Aber die Nutzung von Remote-Methoden muss kein Nachteil sein, glaubt Mohammed Dkier vom CX-Spezialisten Applause.

Remote-Work und Social Distancing haben überall auf der Welt Einzug gehalten und die Menschen versuchen sich damit zu arrangieren. Wenn es um die Usabilitiy-Forschung geht, bevorzugen schon heute viele UX-Fachleute Remote-Tools. Das heißt nicht, dass Präsenz-Sitzungen nicht auch ihre eigenen Vorteile haben – denn die haben sie mit Sicherheit. Persönliche Sitzungen ermöglichen es dem Studien-Moderator beispielsweise, die Körpersprache des Teilnehmers zu beobachten, was natürlich während einer Remote-Sitzung nicht oder nur sehr begrenzt möglich ist. Doch auch hier kann das Zögern beim Sprechen oder der Ton, den ein Teilnehmer in einer Remote-Sitzung verwendet, die Wahrnehmungen und Eindrücke der Benutzer mitteilen.

Erhöhte Reichweite von UX-Studien

Zunächst einmal erlauben es remote durchgeführte Studien, Teilnehmer aus verschiedenen geographischen Orten in dieselbe Studie einzubeziehen. Im Wesentlichen kann jeder mit einer Internetverbindung teilnehmen – egal, in welchen abgelegenen Teilen des Landes oder der Welt er sich auch befindet und ohne, dass die sonst logistischen Schwierigkeiten einer Teilnahme an physischen Sitzungen entstehen. Fernstudien können auch eine größere Vielfalt an Teilnehmern anziehen, wie etwa ältere Menschen oder Menschen mit arbeitsintensiven Berufen, die vielleicht weniger geneigt wären, zu physischen Sitzungen zu reisen. Diese erhöhte Reichweite kann sehr vorteilhaft sein, da sie Nutzer-Feedback von einem breiteren Teil der Zielgruppe Population liefert.

Geringere Geräte- und Labor-Verzerrung

Die natürlichste Umgebung ist diejenige, in der ein Studienteilnehmer das Produkt normalerweise anwenden würde. Fernstudien ermöglichen es den Teilnehmern, in ihrer eigenen Umgebung zu bleiben und ihre persönlichen Geräte zu nutzen. Infolgedessen ist das User-Feedback realistischer. In Labor-Sitzungen müssen die Teilnehmer häufig die ihnen zur Verfügung gestellten Geräte verwenden. Während ein bereitgestelltes iPhone für Teilnehmer wahrscheinlich ihrem eigenen Gerät ziemlich ähnlich sein wird, können die Erfahrungen mit Android-Geräten je nach Gerätehersteller erheblich variieren. Diese Variation kann sich negativ auf die Erfahrung des Nutzers auswirken und daher das Feedback und die Ergebnisse verzerren.

Gewohnte Umgebungen und minimale Ablenkung

Ebenso als störend kann die Testsituation selbst empfunden werden. Tests vor Ort sind für die Teilnehmer oft belastend, da sie sich überwacht, beaufsichtigt oder in andere Kontexte als ihre "natürliche Umgebung" versetzt sehen. Dies kann leicht die Integrität ihres Feedbacks beeinträchtigen. Menschen, die Testsituationen von zu Hause aus durchführen, sind weniger anfällig für solche Beeinträchtigungen und daher weniger voreingenommen, seltener gestresst und verhalten sich natürlicher.

Weniger Logistik und niedrigere Kosten

Wie wir oben bereits erwähnt haben, sind persönliche Interviews mit hohem logistischem und finanziellem Aufwand verbunden. Der Bedarf an einem physischen Standort – Ausrüstung und Personal, einschließlich Personen, die bei Nichterscheinen einspringen können – all diese Ausgaben summieren sich schnell. Die Laborzeit ist entweder teuer (Miete) oder knapp (Labor wird von mehreren Gruppen genutzt). Remote-Sitzungen bedeuten dagegen weniger Logistik und geringere Kosten. Es müssen keine Reisezeiten kompensiert werden und No-Shows sind ebenfalls weniger problematisch. Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben Fernstudien klar die beste Option – denn persönliche Sitzungen stellen sich nach wie vor als kaum möglich dar. Viele Menschen werden jedoch im Nachhinein erkennen, wie wichtig und wertvoll Fernstudien wirklich sein können. Diese werden auch nach unserer Rückkehr ins Büro nur an Popularität gewinnen, weil sie als ein wertvolles Werkzeug im UX-Forschungs-Toolkit den Forschern mehr Möglichkeiten bieten, UX-Feedback zu erhalten.
Der Autor
Mohamed Dkier
© Applause
Mohammed Dkier ist Software-Ingenieur und UX/CX-Enthusiast. Er leitet das CX-Angebot von Applause in der EU.


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