Kantar-Chef Eric Salama
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Kantar-Chef Eric Salama
Kantar-CEO Eric Salama lud weltweit zu einer Pressekonferenz ein und nutzte die Gelegenheit, das Portfolio seines Unternehmens vorzustellen. Konkrete Informationen zur Umstrukturierung nach dem Zukauf von Bain Capital gab es jedoch keine.
„Wir haben im letzten Jahr bereits viel Gutes geleistet, aber wir müssen noch mehr tun. Bain Capital kann dabei helfen“ sagte Eric Salama zu Beginn der Pressekonferenz, zu der sich Journalisten weltweit zugeschaltet hatte, unter anderem aus Brasilien, den USA und Australien – wahrscheinlich auch in der Hoffnung, Neues zur künftigen unternehmerischen Ausrichtung von Kantar zu erfahren. Während Bain Capital in der Einleitung kurz zur Sprache kam, rückte das Thema doch schnell wieder in den Hintergrund. Auch die Frage, wieviel Bain Capital künftig in Kantar investieren will, blieb unbeantwortet. Stattdessen legte Salama vor allem den Fokus darauf, was sein Unternehmen bereits alles leistet.


So pries der CEO beispielsweise den Kantar Marketplace, das Self-Service-Angebot des Marktforschers, das unter anderem für das Messen von Werbekampagnen und das Erstellen von Blitzumfragen genutzt wird und Anfang des Jahres an den Start ging. Zuvor waren einige der automatisierten Tools wie etwa LINK von Millward Brown bereits im Zappi-Store erhältlich. Nachdem die Zusammenarbeit mit Zappi eingestellt worden war, wurde der Marketplace aufgesetzt.

Salama zeigt 3 Schwerpunkte auf

Laut Salama fokussiert Kantar jetzt und in Zukunft auf drei Schwerpunkte. Der erste ist die holistische Markenführung, bei der das Markenwachstum einerseits durch das Stellen der richtigen Fragen – Wen soll meine Marke erreichen? –, andererseits durch ständige Optimierung und Feedback vorangetrieben werden soll. Des Weiteren will man sich bei Kantar der Herausforderung annehmen, die Bewegtbildnutzung zu messen und zu analysieren, und zwar „aller Content auf allen Kanälen“, ob TV, Livestreaming, Video-on-demand oder Abodienste wie Amazon oder Netflix. Diese Informationen sollen in Echtzeit generiert werden.

Der dritte von Salama angesprochene Schwerpunkt sind Handel und Konsumgüter. Während man im FMCG-Bereich bisher Konsumenten einerseits und Händler andererseits befragte, um Insights zu erhalten, soll die Datenerhebung in Zukunft viel individueller werden. Salama stellt das „World Panel Plus“ vor. Fragen, denen Kantar hier nachgehen will, betreffen nicht nur das „was“, sondern auch das „wie“ und „warum“: Wie reagieren Konsumenten auf Innovationen? Warum ändern sie ihr Kaufverhalten, und wie sieht es mit ihrer Markenloyalität aus? Kantar wartet diesbezüglich mit einer Reihe neuer Services auf, beispielsweise der App „Shoppix“, mit der Konsumenten ihren Einkaufsbeleg fotografieren und anschließend an einer Umfrage teilnehmen. Ausgewertet werden die Belege mithilfe von Künstlicher Intelligenz – ein weiterer Bereich, den Kantar laut Salama weiter ausbauen will. Zukünftig will man bei Kantar noch mehr in Machine Learning und Künstliche Intelligenz investieren. 1500 Datascientists seien weltweit für Kantar tätig, heißt es.


Salama betonte, er sehe ein großes Potenzial für die Branche Datenerhebung und -analyse insgesamt. Das Verstehen von Menschen und Emotionen stehe dabei im Vordergrund, die Verbindung des Verstehens von „Was“ und „Wie“. Und er sagte selbstbewußt: „Keine andere Company ist in der Lage dies so zu verstehen wie wir“. Die Strategie sei: mehr Automatisierung, mehr Echtzeit-Daten, mehr Vorausschau.

Investitionen geplant

Wie auch schon zur Veröffentlichung der Übernahme angekündigt, unterstrich Salama, dass weitere Akquisitionen geplant seien, vor allem in einzelne Technologien als Ergänzung für die vorhandenen Tools. Im Interview mit der Online-Plattform ResearchLive sagte er, man habe seit gut zwei Jahren keine Akquisition mehr getätigt und werden Ausschau halten nach interessanten potenziellen Übernahmen in den Feldern Behavioural Data, Social Media, E-Commerce, usw. Man könne hier einiges von Kantar erwarten, man habe 30 bis 40 Millionen US-Dollar zur Verfügung.
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