Weinheimer Gespräch

Verbände wollen Qualität sichern

Verbände setzen bei Weinheimer Gesprächen weiter auf Qualität
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Verbände setzen bei Weinheimer Gesprächen weiter auf Qualität
Am Freitag trafen sich die Berufs- und Wirtschaftsverbände BVM, ADM, DGOF und ASI in Berlin, um über eine gemeinsame Qualitätssicherung in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung zu sprechen. Fünf Punkte wurden verabschiedet.

"Die Sicherung von Qualität und Innovationskraft bleibt die wichtigste Aufgabe in der Zusammenarbeit der Verbände der Markt- und Sozialforschung Deutschlands", heißt es in der Mitteilung für die Presse. Der  BVM Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher hatte in diesem Jahr zum 14. Weinheimer Gespräch eingeladen. Anwesend waren Vertreter der Verbände ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute, Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute (ASI), und Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung – DGOF



Die Spitzenvertreter der Verbände treffen sich seit 2005 einmal jährlich zum sogenannten „Weinheimer Gespräch“ - in Anlehnung an das erste Treffen 1991 in Weinheim. Das „Weinheimer Gespräch“ ist ein Arbeits- und Diskussionsforum, um sich über aktuelle Branchenthemen auszutauschen.

In diesem Jahr war - wie schon im Jahr zuvor - der thematische Schwerpunkt des Treffens, die Qualitätsstandards der Branche zu bündeln und voranzutreiben sowie diese an methodisch-technische Entwicklungen anzupassen. Die gerade vom ADM veröffentlichte Transparenz-Initiative (p&a berichtete) wird in der Erklärung nicht erwähnt. Es geht dafür um die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sowie die ISO-Norm. Beide Regelungskataloge sollen mit Checklisten und konkreten Handreichungen für die Branche transparenter gemacht werden. Der Interviewer steht - wie auch schon im Vorjahr - im Fokus. Hier soll es Best-Practice-Training und Schulungsmaterial geben. Auch die Qualifikation des Nachwuchses soll gestärkt werden mit einem klaren Bekenntnis zur Ausbildung zum Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung (FAMS). Ferner steht Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm der Verbände.
Ergebnisse des 14. Weinheimer Gesprächs
1. Wir stellen überarbeitete Richtlinien zur Verfügung

Insbesondere die DSGVO macht eine Aktualisierung unserer Richtlinien erforderlich. Aktuell befinden sich die Richtlinien im Abstimmungsprozess. Dabei geht es auch um die Verbesserung von Verständlichkeit und Anwendbarkeit.
Wichtig ist uns neben der Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben der respektvolle Umgang mit allen am Forschungsprozess Beteiligten. Ziel ist es, die Akzeptanz und das Vertrauen in die Qualität unserer Arbeit zu stärken.

2. Wir aktualisieren die Qualitätsstandards der Branche
Nach der anstehenden Verabschiedung der überabeiteten ISO 20252 sind die damit zusammenhängenden branchenspezifischen Qualitätsstandards zu aktualisieren. In Abgrenzung zu den Richtlinien, die berufsethische und gesetzliche Anforderungen beinhalten, dienen die Qualitätsstandards der ISO 20252 als Rahmen für das, was in der Branche als „gute Forschung“ gilt. Wir wollen dabei konkrete Handreichungen und Checklisten für Ausschreibungen, Angebote und Berichte erarbeiten, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

3. Wir stärken Interviewer
Interviewer sind Gesicht und eine wichtige Stimme der Branche gegenüber Befragten. Sie spielen zugleich eine zentrale Rolle bei der Gewinnung von qualitativ hochwertigen und validen Daten. Sie müssen einerseits für die Teilnahme an einer Befragung werben und andererseits die Fragen neutral und verständlich vermitteln. Die Verbände sind sich einig darüber, dass sie die Relevanz und Qualität dieser Arbeit stärker hervorheben und kommunizieren wollen. Darüber hinaus sollen Interviewer beispielsweise durch Online-Kurse, Best-Practice-Training und Schulungsmaterialien in dieser anspruchsvollen Arbeit besser unterstützt werden.

4. Wir investieren in Qualifikation
Mit der Ausbildung zum/zur Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung gibt es seit nunmehr 12 Jahren einen wissenschaftsnahen und praxisorientierten Ausbildungsberuf, der Unternehmen und Institutionen qualifizierte Nachwuchskräfte verschafft und jungen Berufseinsteigern ein praxisorientiertes, spannendes und herausforderndes Berufsfeld eröffnet. Die Verbände verständigten sich darauf, in noch größerem Umfang als bisher bei ihren Instituten und bei betrieblichen Marktforschern für Ausbildungsangebote und bei Schülerinnen und Schülern sowie Studienabbrecherinnen und -abbrechern für diesen attraktiven Ausbildungsberuf zu werben. Auf regionalen Veranstaltungen und nationalen Kongressen sowie durch andere Informationsangebote wird auf diese Möglichkeit der Nachwuchsförderung und -beschaffung hingewiesen. Es wird angestrebt, diese Ausbildung in Berufsberatung, Arbeitsagenturen, Hochschulen und Industrie- und Handelskammern besser zu verankern. Darüber hinaus wollen wir etwa mit Umfragen mögliche Informations- und Beratungsdefizite bei zukünftigen Auszubildenden identifizieren und das Potential dieses Ausbildungsberufs – beispielsweise über Preisverleihungen und die Hervorhebung besonderer Leistungen – sichtbarer machen und fördern.

5. Wir setzen auf Kommunikation
Die Verbände haben auch einstimmig beschlossen, weiterhin mittels Veranstaltungsangeboten, Publikationen und Pressearbeit beständig Kontakt zu Politik, Presse, Aufsichtsbehörden, Statistik und akademischer Forschung zu unterhalten.


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