Viewpoints

Facebook versucht sich erneut an Marktforschungs-App

   Artikel anhören
© Pixabay.com
Nach der mittlerweile eingestellten „Facebook Research App“, die in die Kritik von Datenschützern geriet, stellt der Tech-Konzern nun erneut eine Marktforschungs-App vor. Mithilfe von „Viewpoints“ will Facebook Insights direkt von seinen Usern beziehen und so seine Produkte verbessern.
In erster Linie soll Viewpoints zur Verbesserung von Facebook-Apps und Services, darunter neben Facebook auch Instagram, WhatsApp, Portal und Oculus, dienen. Denn, so der Tech-Konzern in einer Mitteilung: „Wir glauben, dass der beste Weg zur Produktverbesserung über Insights führt, die direkt vom Nutzer stammen.“ Dafür werden User zur Teilnahme an Umfragen, dem Erledigen bestimmter Tasks und dem Testen neuer Produkte eingeladen, wofür sie mit Punkten entlohnt werden. Dabei wird direkt zu Beginn einer Umfrage offengelegt, welche Informationen gesammelt und wie diese verwendet werden, und wie viele Punkte User für eine Umfrage erhalten. Ist eine bestimmte Punktzahl erreicht, wird den Nutzern ein Geldbetrag auf ihr Paypal-Konto überwiesen. So gibt es für eine 15-minütige Umfrage beispielsweise 1000 Punkte, die wiederum fünf Dollar wert sind.

Wie steht es um Transparenz und Datenschutz?

Dass Facebook die Transparenz der neuen App betont, kommt nicht von ungefähr, schließlich geriet das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik von Datenschützern. Anfang 2019 hatte Facebook mit seiner Research App schon einmal eine Marktforschungs-App herausgebracht. Diese wurde jedoch bald darauf eingestellt, da minderjährige Nutzer für das Bereitstellen ihrer Daten bezahlt wurden und es der Anwendung generell an Transparenz mangelte – so war beispielsweise nicht immer erkennbar, dass Facebook hinter der App steckte. Auch mit der App „Study from Facebook“ betätigt sich das Unternehmen seit diesem Jahr im Bereich der Marktforschung. Diese Anwendung ist jedoch auf das Sammeln und Analysieren von Informationen über die Smartphone-Nutzung der User ausgelegt.


Für das Nutzen von Viewpoints sind Daten wie Name, E-Mail-Adresse oder Geburtsdatum erforderlich, und für bestimmte Umfragen können zusätzliche Informationen, wie beispielsweise der Standort, benötigt werden. Allerdings ist die App erst ab 18 Jahren nutzbar. Facebook verspricht zudem, die Viewpoints-Aktivitäten weder auf Facebook oder anderen Kanälen zu veröffentlichen noch die generierten Daten an Dritte weiterzugeben.

Doch nicht nur das Unternehmen selbst will von den Insights der neuen Marktforschungs-App profitieren; auch die Facebook-Community soll einen Nutzen daraus ziehen. Viewpoints helfe dabei, die Zukunft der Technologie mitzugestalten, heißt es in der Facebook-Mitteilung. In einer ersten Umfrage, einem sogenannten „Well-Being Survey“, sollen deshalb die Auswirkungen der sozialen Medien auf das Wohlbefinden der Nutzer untersucht werden. Diese Erkenntnisse will man sich bei Facebook zunutze machen, um die negativen Auswirkungen von Social Media zu mindern und die Vorteile zu fördern.


Aktuell ist die Viewpoints-App nur in den USA verfügbar. Facebook plant allerdings, die Anwendung im kommenden Jahr auch in weiteren Ländern einzuführen.
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats