Urheberrechtsreform

Esomar sieht Änderungen positiv

Das EU-Urheberrecht bleibt umstritten
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Das EU-Urheberrecht bleibt umstritten
Der globale Marktforschungsverband Esomar begrüßt die Reform des europäischen Urheberrechts und hält die dort enthaltene Ausnahmeregelung für Text- und Data-Mining für sinnvoll.

Die Urheberrechtsreform ist derzeit vor allem wegen des sogenannten Leistungsschutzrechtes  die daraus hervorgehenden Upload-Filter umstritten. Diese sollen Postings zum Beispiel in sozialen Netzwerken bereits beim Hochladen nach urheberrechtlich geschützten Inhalten durchsuchen und gegeben falls aussortieren. Kritiker sehen in den Filtern die Gefahr einer Zensur des Internets.



Für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung scheint sich der Gesetzentwurf jedoch nicht als dramatisch darzustellen. Dies ist jedenfalls die Ansicht von Finn Raben, Präsident des Marktforschungs-Weltverbandes Esomar. Er begrüßt  eine Ausnahmeregelung für Text- und Data Mining. Durch Text- und Data-Mining, kurz TDM, werden mithilfe linguistischer, statistischer und mathematischer Verfahren, gezielt Informationen aus Texten etwa aus Social-Media-Postings extrahiert.

Finn Raben, Generaldirektor bei Esomar, erklärte, dass der ursprüngliche Entwurf potenziell schwerwiegende Folgen auf Online-Forschungsprojekte gehabt hätte, da Forscher gezwungen gewesen wären, tausende Nutzer individuell um zusätzliche Urheberrechtsgenehmigungen bitten zu müssen. In der ursprünglichen Version der Reform waren ausschließlich akademische Einrichtungen von der Regelung ausgenommen – forschende Wirtschaftsunternehmen wurden nicht berücksichtigt. Dabei habe aber insbesondere der Daten- und Forschungssektor, Sorge vor potenziellen Auswirkungen der neuen Gesetzgebung auf passive Forschungstechniken gehabt. Im derzeitigen Gesetzentwurf ist TDM von den Bestimmungen des Urheberrechts ausgenommen. Dadurch werde Rechtssicherheit für Marktforscher und Forschungsorganisationen geschaffen, die mittels Datenanalyse arbeiten, so Esomar.
Esomar Generaldirektor Finn Raben (Foto: Esomar)
Esomar Generaldirektor Finn Raben (Foto: Esomar)
In der vergangenen Woche stimmte der Rechtsausschuss des EU-Parlaments für den Entwurf des neuen Urheberrechts. Nun muss sich das gesamte europäische Parlament in seiner Plenarsitzung Ende März über das Ergebnis der Verhandlungen abstimmen.


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