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Auf der Jagd nach Innovationen

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Innovationen sind in Zeiten von Corona besonders gefragt. Egal ob sich digitale, soziale oder Coronaspezifische Probleme in den Weg stellen – Unternehmen müssen schnell für Lösungen sorgen. Und damit neue Ideen auf den Weg bringen. Die Innovationsagentur Grabarz JMP hat daher Innovationsverantwortliche in deutschen Unternehmen zu ihren aktuellen Strategien befragt.

Großer Einsatz, kleine Truppe

Der Einsatz ist hoch: Mehr als die Hälfte der befragten Innovationsverantwortlichen gab an, dass ihnen ein Budget von 50.000 bis 1.000.000 Euro im Jahr für Innovationen zur Verfügung steht. Und das wird auch genutzt: Nur rund vier Prozent der Befragten planen in diesem Jahr keine Innovationen oder rechnen mit einem Budget-Freeze. Die Pläne der übrigen Befragten verteilen sich auf verschiedene Bereiche. Dabei führt Nachhaltigkeit das Rennen an: Knapp 30 Prozent der Befragten gaben an, 2021 nachhaltige Produkte und Innovationen entwickeln zu wollen. Es folgen digitale Transformationen auf Platz zwei – hier will fast jeder Vierte eine Veränderung herbeiführen. Etwas weniger gefragt sind Coronaspezifische Produkte und Services sowie visionäre Produkte und Konzeptstudien – beide Kategorien kommen jedoch auch auf mehr als zehn Prozent.
Alexander Kovrigin
leitet als Marken- und Innovationsstratege das Innovationsbüro von Grabarz JMP, dem Innovationsarm der renommierten Kreativagentur Grabarz & Partner. Er ist Speaker und Gastprofessor an der Freien Universität Berlin und Mit-Begründer der Nachhaltigkeitsinitiative „Green Radar“.
Auf die Frage, an wie vielen Innovationsprojekten die Verantwortlichen im Schnitt jedes Jahr arbeiten, antworten die Teilnehmer mit hohen Zahlen: Fast 60 Prozent von ihnen arbeiten an vier oder mehr Projekten im Jahr. Immerhin jeder Fünfte arbeitet sogar an mehr als 10 Projekten. Und welche Innovationen genau entwickeln die Befragten in ihrer Abteilung? Neue Produkte und Services entwickeln die meisten von ihnen. Darauf folgen Digitalisierungsprojekte und neue Geschäftsmodelle – hierfür sind jeweils mehr als 11 Prozent zuständig. Die Teams der Innovationsverantwortlichen in dieser Untersuchung sind eher klein: Mehr als die Hälfte arbeitet mit sechse Leuten oder weniger in einem Team. Rund 30 Prozent arbeiten sogar nur in einem Team von ein bis drei Personen.

Grabarz JMP
JMP ist der Innovationsarm der renommierten Kreativagentur Grabarz & Partner. Das in Berlin ansässige sechsköpfige Team unter der Leitung von Alexander Kovrigin entwickelt seit 2018 Sprunginnovationen für Marken wie Beiersdorf, Euronics oder Molkerei Müller. Mit professionellen Kreativen und mit einem permanenten Board aus realen Endkunden entstehen so in wenigen Wochen mutige Idee und nachhaltige Konzepte für neue Produkte, Services und Marken.

Gemeinsam den Markt erobern

Für die Innovationsprojekte kommen verschiedene Partner in Frage. Am beliebtesten sind in dieser Umfrage Start-Ups und Marktforschungspartner mit jeweils rund zwölf Prozent. Danach folgen Hochschulen und Institute, Kreativagenturen sowie Innovation HUBs und Think Tanks. Kooperationen sind für mehr als 22 Prozent der Befragten der beliebteste Schritt, um bei der Innovationsentwicklung am Zahn der Zeit zu bleiben. Aber auch knapp neun Prozent kaufen Start-Ups auf, um nicht den Anschluss zu verlieren. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen holt sich externe Partner während 43 Prozent interne Initiativen ergreifen.

Innovationen können riskant sein. Nach Angaben der Innovationsverantwortlichen kommen bei der Hälfte von ihnen nur höchstens 50 Prozent der Innovationen tatsächlich auf den Markt. Dafür hat jeder Fünfte bereits eine Erfolgsquote von mehr als 50 Prozent. Doch warum scheitern die Projekte? Es fehlt an Kapazitäten, sagen fast 20 Prozent der Befragten. Außerdem verhindern interne Abstimmungsprozesse oft ein Projekt. Manchmal rechnet sich auch der Business Case nicht. Dabei sind die Unternehmen wohl sehr ideenreich – fast alle Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen durchaus gute Ideen habe. Es mangelt wohl nur etwas an Radikalität, sagt immerhin knapp die Hälfte. Um neue Ideen zu bekommen, greifen jeweils mehr als 17 Prozent der Teilnehmer auf Brainstormings in der Abteilung und Trendrecherchen zurück. Bei neuen Konzepten erachten die Befragten das Zielgruppen- und Geschäftspotenzial als sehr wichtig.

Über die Studie
Die Innovationsagentur Grabarz JMP hat im November und Dezember 2020 online 50 Innovationsverantwortliche aus den Bereichen Innovation & Produktentwicklung, R&D, UX/UI, Marketing/Brand, Digital/Innovation befragt.
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