Umbruch

GfK Verein steht vor Generationswechsel

Andreas Neus ist designierter neuer Geschäftsführer und Manfred Scheske (re) neuer Präsident des GfK Vereins
GfK Verein
Andreas Neus ist designierter neuer Geschäftsführer und Manfred Scheske (re) neuer Präsident des GfK Vereins
Bei der heutigen Mitgliederversammlung des GfK Vereins wurde einiges beschlossen: Der Forschungszweck wird neu formuliert und es wird ein neuer Präsident gewählt. Der Geschäftsführer wechselt voraussichtlich zum Herbst.

Vor der diesjährigen Tagung des GfK Vereins lag wie immer die Mitgliederversammlung. In diesem Jahr wurden eine ganze Reihe Neuerungen beschlossen und schließlich ein neuer Präsident gewählt. Der neue Präsident heißt Manfred Scheske und ist bereits seit einem Jahren Vizepräsident. Er löst Prof. Hubert Weiler ab, der nach neuneinhalb Jahren das Amt abgibt. Vize-Präsident wird Andreas Neus.

Auch an der operationalen Spitze wird sich etwas ändern. Prof. Raimund Wildner wird sich im Herbst altersbedingt zurückziehen. Er hatte viele Jahre die Geschäftsführung inne und neben der Beinahe-Fusion mit TNS im Jahr 2008 auch die Einbeziehung der KKR in die Geschicke der GfK mitgestaltet. Dr. Andreas Neus wurde als designierter Geschäftsführer vorgestellt. Neus ist bereits seit fünf Jahren beim GfK Verein und leitet die Forschung.

Eine weitere Veränderung betrifft den Forschungszweck. Bislang hat der GfK Verein in erster Linie neue Methoden und Anwendungen erforscht, die zum Teil auch von der GfK SE genutzt wurden. So entstanden zum Beispiel der Emo-Scan zur Gesichtserkennung und Anwendungen von Virtual Reality. Laut Neus soll sich der Verein „vom geheimen Forschungslabor zur Open Innovation“ wandeln. Geplant ist mehr Interdisziplinarität und Einbeziehung von Startups.

Darüber hinaus will der „Think Tank der Marktforschung„ auch international mit anderen „Thought Leaders“ zusammenarbeiten, so der neue Präsident Scheske.

Die wirtschaftliche Situation des Vereins sieht nicht mehr ganz so rosig aus wie in der Vergangenheit, wo dem Mehrheitseigner der GfK eine üppige Dividende ausgeschüttet wurde. 2017 musste auf diesen Geldstrom verzichtet werden und auch in diesem Jahr wird keine Dividende von der GfK SE zu erwarten sein. Dieses Loch konnte aber durch ein Finanzpolster von über 25 Millionen Euro abgefedert werden. Das Jahr 2017 wurde mit einem Jahresfehlbetrag von 10,4 Millionen Euro abgeschlossen. Deshalb wurden die Kosten um 900.000 Euro reduziert und die GfK Academy wurde geschlossen. Wie der GfK Verein sich zukünftig finanzieren will, wurde nicht mitgeteilt.





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