Trendreport

Journalisten sind die wichtigsten Influencer

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„Journalisten, PR-Profis und Influencer – Dreiklang oder Dreikampf?“ lautete der Titel einer Umfrage, die news aktuell gemeinsam mit der Hamburger PR-Agentur Faktenkontor in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Kommunikationsbranche stark wandelt. Allerdings bestätigt der Report auch: Journalisten sind für die PR-Profis immer noch die wichtigsten Influencer.

In einer Online-Befragung, die im März dieses Jahres durchgeführt wurde, wurden 1.534 Journalisten, PR-Profis aus Agenturen und Pressestellen sowie Influencer aus Deutschland zu Themen wie Glaubwürdigkeit, Einfluss und Zukunftsaussichten ihrer Ressorts befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Angebote und Social-Media-Plattformen nicht mehr aus der PR-Branche wegzudenken sind. Dabei stellt sich heraus: 86 Prozent der befragten PR-Profis sind der Meinung, Journalisten seien für ihre Arbeit die wichtigste Influencer-Gruppe – und das obwohl sich 65 Prozent der befragten Medienmacher nicht einmal als solche bezeichnen würden. Social-Media-Influencer haben mehr Einfluss auf PR-Agenturen (30 Prozent) als auf Pressestellen (11 Prozent), bleiben aber in der Gesamtheit hinter den Journalisten. Und knapp die Hälfte aller Befragten aus der Unternehmenskommunikation setzt inzwischen auf Corporate Influencer (49 Prozent).

So messen die befragten PR-Experten den Erfolg von Influencer-Kampagnen

Der Weg führt ins Netz: Influencer-Kampagnen und Online-Kanäle

Doch warum Social-Media-Influencer? 52 Prozent der PR-Experten sagen, dies steigere die Bekanntheit des Unternehmens. Dabei scheinen Influencer-Kampagnen gerade für große Agenturen mit über 51 Mitarbeitern ein Must-Have zu sein: Nur 5 Prozent von ihnen verzichten auf solche. Von den Befragten aus kleineren Agenturen mit weniger als fünf Mitarbeitern hingegen sehen ganze 52 Prozent von solchen Kampagnen ab. Den Erfolg der Kampagnen messen PR-Profis vorwiegend anhand von Interaktionen, Account-Wachstum und generierten Leads. Wie der Trendreport zeigt, liefern die Influencern souverän ab: Am häufigsten Kennzahlen zu Impressions (49 Prozent), Account-Wachstum (45 Prozent) und Interaktionen (45 Prozent). Ein Unterschied besteht auch zwischen Influencer mit vielen Followern (über 50.000) und solchen mit weniger als 10.000 Followern: Erstere liefern die Kennzahlen doppelt so häufig wie letztere.


Die eigene Webseite ist immer noch der beste Weg, die eigene Zielgruppe zu erreichen: Das sagen 71 Prozent aller befragten Vertreter von Pressestellen, die angaben, ihre Zielgruppe am besten online zu erreichen. Es folgen mit etwas Abstand Facebook (52 Prozent) sowie der E-Mail-Newsletter (47 Prozent). Bei den PR-Agenturen hingegen landet Instagram auf Platz eins (48 Prozent) und überholt damit Facebook (42 Prozent).
Auf diesen Online-Kanälen erreichen PR-Agenturen und Pressestellen ihre Zielgruppen am besten
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Auf diesen Online-Kanälen erreichen PR-Agenturen und Pressestellen ihre Zielgruppen am besten

Die Zukunft ist digital

Die Journalisten zeigen sich gespalten: 53 Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft. Die größte Herausforderung stellen die wirtschaftlichen Probleme der Medienbranche dar (54 Prozent). PR-Experten und Social-Media-Influencer sind da deutlich optimistischer: 86 Prozent respektive 90 Prozent schätzen die Zukunftschancen ihres Berufsfelds positiv ein. Trotzdem sehen sich alle drei Gruppen mit Herausforderungen konfrontiert: Vor allem wenig Zeit und geringe Budgets stehen den Medienvertretern im Weg; 32 Prozent der befragten Social-Media-Influencer sehen sich zudem mit rechtlichen Reglementierungen und Verboten konfrontiert. Einigkeit herrscht schließlich wieder bei der Frage nach den größten Zukunftschancen. Hier setzen alle drei Gruppen ihre Hoffnungen auf die fortschreitende Digitalisierung.


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