Themenspecial Generation Z

Schon GenZ oder doch noch Millennial?

   Artikel anhören
© Pixabay.com
Menschen in Generationen einzuordnen kann nützlich sein, denn es hilft Forschern dabei, unterschiedliche Verhaltens- und Sichtweisen zu analysieren und gesellschaftliche Veränderungen besser zu verstehen. Doch wo genau zieht man die Grenze? Wer gehört beispielsweise zu den Millennials und wer schon zur Generation Z? Das amerikanische Pew Research Center gibt Antwort auf diese Fragen.
Themenspecial Generation Z
Schon GenZ oder doch noch Millennial?
:
:
Info
Abonnenten von Horizont+ können sich diesen Artikel automatisiert vorlesen lassen.
Die Analyse der Meinungsforscher bezieht sich zwar ausdrücklich auf die USA, ist deshalb aber nicht uninteressant für Markt- und Meinungsforscher hierzulande. Denn zum einen helfen die Beobachtungen zu den Generationen, aktuelle soziale und politische Entwicklungen in den USA in einen größeren Kontext einzuordnen; zum anderen können Grundannahmen wie beispielsweise die, dass die GenZ in einer technologiegeprägten Welt aufwächst, auch auf junge Menschen in Deutschland angewandt werden. Ein Blick auf die Ergebnisse der Forscher lohnt sich also allemal.

Wie die Generationeneinteilung der Forschung hilft

Nicht selten wird über Sinn und Unsinn von Generationeneinteilungen gestritten. Kann man Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hintergründe allein auf Basis ihres Geburtsjahres einer Kategorie zuordnen und dieser gemeinsame Eigenschaften zuschreiben? Ja und nein, sagt Michael Dimock, Präsident des Pew Research Centers und Autor des Artikels „Defining Generations: Where Millennials End and Generation Z Begins“. Solche Einteilungen hätten zunächst einmal keine wissenschaftliche Grundlage. Natürlich können die Unterschiede innerhalb einer Generation mindestens genauso groß sein wie die zwischen Generationen. Generationen, so Dimock, sind diverse und komplexe Gruppen – keine Karikaturen. Sie sind eine Linse, durch die sich der gesellschaftliche Wandel betrachten lässt, kein bloßes Label, das über menschliche Unterschiede hinwegsieht und diese pauschalisiert.


Trotzdem kann eine solche Kategorisierung nützlich sein, vor allem für die Forschung, denn sie ermöglicht es, zu analysieren, wie prägende Ereignisse sich auf die jeweiligen Generationen auswirken. Im Pew Research Center sind aktuell vor allem Millennials und Generation Z Forschungsschwerpunkte. Die Experten legten bei der Bestimmung der Kategorien das Jahr 1996 als entscheidendes fest: Alle, die danach geboren sind, werden zur Generation Z gezählt. 1996 ist dabei keine willkürliche Zahl, sondern hängt mit einer Reihe politischer, wirtschaftlicher und sozialer Faktoren zusammen.

Das unterscheidet Millennials und Gen Z

Ein genauerer Blick auf die prägenden Ereignisse im Leben der Millennials zeigt, dass diese in bewegten Zeiten großwurden: Die Mitglieder dieser Generation erlebten die Anschläge auf das World Trade Center sowie deren Nachwirkungen als Kinder beziehungsweise Teenager, während die meisten Mitglieder der Generation Z sich kaum an den 11. September 2001 erinnern können. Außerdem etablierte sich das Internet, als die Millennials gerade heranwuchsen. Der Eintritt in die Arbeitswelt fand für sie während einer wirtschaftlichen Rezession statt, was sich laut Dimock stark auf deren weitere Lebensentscheidungen und Einkommenssituation auswirkte – und laut Einschätzung der Experten noch lange in der amerikanischen Gesellschaft zu spüren sein wird. Ebenfalls prägend waren die Kriege in Irak und Afghanistan sowie die Präsidentschaftswahl 2008, in der sich junge Wähler überdurchschnittlich stark beteiligten. Auch die relativ hohe ethnische Diversität innerhalb der Generation der Millennials hat laut der Forscher starken Einfluss auf deren jetzige Weltanschauung.

Der Diversitätsfaktor ist bei der GenZ ebenfalls zu beobachten und noch um einiges höher als bei ihrer Vorgängergeneration. Auch Technologie spielt in dieser Generation eine zentrale Rolle und ist wohl der Faktor, mit dem sie am häufigsten in Verbindung gebracht wird. Als das iPhone 2007 auf den Markt kam, waren die ältesten GenZler zehn Jahre alt – mobiles Internet, soziale Medien und On-Demand Entertainment sind für viele von ihnen also Selbstverständlichkeiten. Laut Dimock sollte man jedoch Vorsicht walten lassen, wenn es darum geht, die Auswirkungen dieser „always-on“ Kultur zu untersuchen. Zwar könne man schon deutliche Veränderungen in Verhalten, Weltanschauung und Lebensstil der GenZ im Vergleich mit vorangegangenen Generationen erkennen, jedoch lasse sich noch nicht klar feststellen, ob dies eine Eigenart der gesamten Generation ist oder lediglich eine Begleiterscheinung des Heranwachsens in einer technologisch geprägten Welt. Deshalb ist es laut der Forscher unerlässlich, die GenZ auch in Zukunft weiter zu beobachten.
Themen
Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
stats