"Study from Facebook"

Facebook startet App zur Produktverbesserung

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Mit „Study from Facebook“ will der US-Konzern Daten zur Verbesserung seiner eigenen Produkte sammeln. Die Probanden sollen für die Bereitstellung ihrer Daten, darunter Informationen zu genutzten Apps, entlohnt werden. In der Vergangenheit hatte Facebook mit einer ähnlichen App für negative Schlagzeilen gesorgt. Wird im zweiten Anlauf alles besser?
Die neue App namens „Study from Facebook“ sammelt und analysiert Informationen über die Smartphone-Nutzung der Teilnehmer, darunter welche Apps diese installiert haben und wie lange sie genutzt werden. Auch über Gerät, Netzwerktyp sowie das Land, von dem auf die Anwendungen zugegriffen wird, will Facebook künftig Daten sammeln. Die Teilnahme soll entlohnt werden – wie genau, das gab Facebook noch nicht preis. Die App ist zunächst nur in den USA und Indien verfügbar.


Anfang des Jahres hatte Facebook bereits reichlich Kritik geerntet, als es mit seiner „Facebook Research App“ minderjährige Nutzer für das Bereitstellen ihrer Daten bezahlte. Auch wurde kritisiert, dass nicht immer erkennbar war, dass Facebook hinter der App steht. Und kürzlich wurde bekannt, dass das Unternehmen einem Vergleich mit der US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission zugestimmt hat – es geht um ein Bußgeld in Höhe von fünf Milliarden Dollar, das der Konzern aufgrund von Datenschutzverstößen zahlen muss. Zudem fordert die Aufsichtsbehörde die Errichtung einer eigenen Datenaufsichtsabteilung bei Facebook. In diversen Medien wird nun vermutet, dass das Bußgeld auch eine Signalwirkung für die EU haben und sich auf die DSGVO auswirken könnte. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob durch den Fall Facebook auch in Europa künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen den Datenschutz verhängt werden.

Mit der neuen App soll nun alles besser werden: Nach Angaben des Unternehmens darf „Study from Facebook“ nur nutzen, wer über 18 ist. Außerdem betonte der Konzern auf seiner Website, für mehr Transparenz sorgen zu wollen. Sagee Ben-Zedeff, Produktmanager bei Facebook, erklärt: „Im Erstellen der App haben wir uns an der Transparenz und dem verantwortungsbewussten Umgang mit den Informationen der Menschen orientiert. Diesen Ansatz wollen wir auch in Zukunft bei anderen Marktforschungsprojekten verfolgen, die uns helfen zu verstehen, wie Menschen verschiedene Produkte und Dienstleistungen nutzen.“ So sollen die Teilnehmer regelmäßig daran erinnert werden, dass sie Teil des Programms sind. Auch soll genau aufgeführt werden, welche Daten erhoben werden. Facebook selbst sagt, es sammle lediglich eine Mindestmenge an Informationen, die zum Zwecke der eigenen Produktentwicklung und -optimierung benötigt wird. Die App solle weder mit den Facebook-Konten der Probanden verknüpft werden, noch Benutzer-IDs, Passwörter oder Inhalte wie Fotos, Videos und Nachrichten sammeln. Ebenso wenig will man die Daten an Dritte weitergeben oder sie zu Werbezwecken nutzen.
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