Studien der Woche

YouGov / Bitkom / Marketagent & Too Good To Go / g/d/p / Sinus

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Negative Schlagzeilen prägen aktuell das Bild der Kirche. Wie wirkt sich das auf die Gesellschaft aus? Außerdem: Autonome Autos und was Menschen mit ihnen verbinden. Das Thema Lebensmittelverschwendung hält sich schon lange - hierzu eine Befragung aus dem Nachbarland. Und: Corona ist nirgends mehr wegzudenken. Welche Auswirkungen die Pandemie auf einzelne Gruppen hat und wie diese zum Impfen stehen.

Wer glaubt heute noch der Kirche?

Von den Befragten waren 82 Prozent der Meinung, dass die katholische Kirche in Deutschland in den vergangenen Monaten an Glaubwürdigkeit verloren hat. 28 Prozent von denen, die Mitglied bei der evangelischen oder katholischen Kirche sind, gaben an, über einen Austritt nachzudenken – Männer öfter als Frauen. Am häufigsten wurde ein intransparenter Umgang mit Missbrauchsvorwürfen als Grund dafür angegeben, dicht gefolgt von eigenen Moral- und Gesellschaftsvorstellungen, die von denen der Kirche abweichen. Diesen Punkt nannten 38 Prozent der befragten Kirchenmitglieder. Nur 23 Prozent gaben an, dass es ihrer Meinung nach aktuell keine Gründe für einen Kirchenaustritt gibt. Von denjenigen, die in den letzten zehn Jahren aus der Kirche ausgetreten sind, gaben 64 Prozent die Kirchensteuern als Grund an. Unabhängig von einer Mitgliedschaft bei einer Kirche, würden sich 37 Prozent der Befragten würden sich als spirituell bezeichnen, 58 Prozent bezeichnen sich hingegen als nicht spirituell.

Über die Studie
Im Rahmen dieser Umfrage wurden zwischen dem 22.03.2021 und dem 24.03.2021 mehr als 2.000 volljährige Personen in Deutschland von der internationalen Data & Analytics Group YouGov interviewt. Die Befragung fand mittels standardisierter Online-Interviews statt und die Ergebnisse wurden gewichtet.
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Was wäre wenn… Autonome Autos im Alltag?

Was wäre, wenn autonome Autos auf unseren Straßen irgendwann Alltag wären? Die Vorteile davon liegen laut 54 Prozent der Befragten vor allem bei einem geringeren Kraftstoffverbrauch, der dem Klimaschutz hilft. Knapp 50 Prozent erwarten außerdem einen besseren Verkehrsfluss, was sich ebenfalls positiv auf die Umwelt auswirkt. Danach folgen eine geringere Lärmbelästigung sowie ein höherer Fahrkomfort als Vorteile gegenüber herkömmlichen Autos. Die Sicherheit spielte hingegen nur eine untergeordnete Rolle bei der Befragung: Knapp 30 Prozent erwarten mehr Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer, 27 Prozent rechnen mit weniger Unfällen und 24 Prozent mit mehr Sicherheit für die Insassen selbst. Keine Vorteile sahen auf der anderen Seite 22 Prozent der Befragten. Als Argumente gegen Autos wurde von 68 Prozent die unklare rechtliche Situation genannt. Dicht gefolgt von der Angst vor Cyberangriffen, die 64 Prozent zur Sprache brachten. Der Spaß am Autofahren ist für knapp 40 Prozent ein Gegenargument und das mangelnde Vertrauen in die Technik liegt bei den Befragten bei 36 Prozent – also mehr als ein Drittel traut Menschen eher zu, Gefahrensituationen in Autos zu meistern.

Über die Studie
Die Umfrage wurde im Auftrag des Digitalverbands Bitkom von Bitkom Research durchgeführt. Im Januar 2021 wurden rund 1.000 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Fragestellungen lauteten: „Was sind aus Ihrer Sicht die größten Vorteile selbstfahrender Autos?“ und „Und was spricht aus Ihrer Sicht gegen selbstfahrende Autos?“
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Ist das noch gut? Lebensmittelverschwendung in Österreich

In Österreich landen Schätzungen zufolge rund eine Million Tonnen Speisereste pro Jahr im Müll, weil sie in Vergessenheit geraten und schlecht geworden sind. 90 Prozent der Befragten verorten die Problematik der Lebensmittelverschwendung vor allem in der Gastronomie, doch auch in der Lebensmittelindustrie und im privaten Umfeld besteht für 84 Prozent Handlungsbedarf. Mehr als 36 Prozent werfen mindestens einmal pro Woche Lebensmittel weg, unter den Jüngeren ist der Anteil besonders hoch: Er liegt bei mehr als 50 Prozent. Die 60- bis 75-Jährigen sind am achtsamsten, hier landen nur bei 15 Prozent regelmäßig Nahrungsmittel in der Tonne. Durchschnittlich werden wöchentlich geschätzt 2,6 kg Lebensmittel pro Haushalt entsorgt. Das entspricht einem geschätzten Gegenwert von 5,14 € pro Woche und Haushalt. Obst, Brot, Gemüse, Milch(-produkte) und Aufstriche landen am häufigsten im Müll. Das liegt bei knapp 82 Prozent daran, dass die Lebensmittel schlecht geworden sind. Danach folgt mit rund 53 Prozent der Schädlingsbefall als Ursache und danach die Unsicherheit darüber, ob Lebensmittel noch gut sind mit rund 40 Prozent. Ein schlechtes Gewissen haben mit 95 Prozent beinahe alle Befragten. Mehr als 90 Prozent finden es wichtig, Lebensmittelverschwendung in Industrie, Privathaushalten, Gastronomie und Landwirtschaft aktiv zu verhindern. Besonders einfach ist das den Befragten zufolge in Privathaushalten umsetzbar. Die Gastronomie hat es aus ihrer Sicht am schwersten: Nur gut die Hälfte der Befragten hält eine merkliche Reduktion der Abfälle in Restaurants oder Kantinen für realistisch.

Über die Studie
Die Studie wurde vom Online Research Institut Marketagent zusammen mit Too Good To Go erstellt. Zwischen dem 29.01.2021 und dem 03.02.2021 wurden 550 Online-Interviews über die Marketagent Research Plattform durchgeführt. Die Befragten waren zwischen 14 und 75 Jahren alt.
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Die seelischen Nebenwirkungen der Corona-Pandemie

Die Angabe der eigenen seelischen Belastung führte zu einer Einteilung in seelisch belastete und seelisch wenig belastete Studienteilnehmer. Der Altersdurchschnitt der ersten Gruppe lag mit 40,9 knapp 5 Jahre unter dem der weniger belasteten Gruppe. Die seelisch belasteteren Menschen fühlen sich der Studie zufolge in ihren persönlichen Freiheiten beschnitten und haben größere Ängste, unter Quarantäne gestellt zu werden und ihren Arbeitsplatz zu verlieren; beinahe alle fühlen sich in ihrem Lebensgefühl negativ beeinflusst. Sie schlafen länger und konsumieren häufiger Medienangebote. Ein Drittel von ihnen hat weniger Geld als vor der Pandemie – seelisch Belastete finden sich jedoch in allen Einkommensgruppen.

Die Hälfte aller Befragten gab an, mehr auf die eigene Gesundheit zu achten als vor der Pandemie. Das habe zu Veränderungen der Lebensgewohnheiten geführt, wie beispielsweiese: Häufiger an der frischen Luft sein, mehr auf das eigene Essen achten und häufiger Zeit mit der Familie verbringen.

Beim Thema Impfen wurden die Befragten in Impfbereite und andere unterteilt. Die Impfbereiten fühlen sich der Umfrage zufolge durch das Coronavirus gefährdeter. 92 Prozent von ihnen gaben außerdem an, den R-Wert des Robert-Koch-Institutes zu verstehen. Bei den anderen waren es 78 Prozent. Unter den Impfbereiten ist der Anteil der Grippegeimpften mit 63 Prozent deutlich höher als beim Rest: Hier liegt er bei 26 Prozent. Von den befragten Impfbereiten halten 88 Prozent den Mund-Nasen-Schutzmaske für eine vernünftige Schutz-Möglichkeit gegen das Virus – von den Übrigen sind es 65 Prozent.

Über die Studie
Ende Oktober 2020 befragte die Forschungsgruppe g/d/p 1.000 Personen im Alter von 16 bis 70 Jahren über ein Online-Accesspanel.
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Stimmungslage und Impfbereitschaft: Machen Milieus die Meinungen?

Mit 46 Prozent ist der Anteil der befragten Deutschen, die sich in den vergangenen Wochen erschöpft gefühlt haben, fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Heute wie damals erklären überdurchschnittlich häufig die sozial benachteiligten Gruppen, sich erschöpft zu fühlen. Aber: Die Krise wirkt sich vor allem auch verstärkt auf die jungen und sozial höher positionierten Gruppen aus, sowie auf das Sinus-Milieu der sogenannten "Sozialökologischen". Dort hat sich der Anteil der Erschöpften von 18 Prozent auf 59 Prozent fast verdreifacht. Das ergibt eine Analyse des Sinus-Instituts.

Gleichzeitig steigt der Bewältigungsoptimismus unter den Befragten an. Vor einem Jahr blickten 58 Prozent der Deutschen sehr oder eher optimistisch in die persönliche Zukunft, inzwischen sind es 71 Prozent. Außerdem planen drei Viertel der Deutschen, sich impfen zu lassen. Davon möchten sich 52 Prozent auf jeden Fall impfen lassen, 25 Prozent haben es wahrscheinlich vor. Die Impfabsicht ist in den gehobenen Milieus am weitesten verbreitet. Gerade bei den von der Krise wirtschaftlich stark betroffenen Milieus sind aber auch Corona-Mythen weit verbreitet. 27 Prozent der Studienteilnehmer glauben, dass die Gefahr des Virus hochgespielt wird, damit die Pharmafirmen mehr Profit machen.

Über die Studie
Die Daten stammen aus einer Online-Umfrage des SINUS-Instituts im Online-Access-Panel der respondi AG, an der 1.400 Personen zwischen dem 24.02.2021 und dem 01.03.2021 teilnahmen. Die Studienergebnisse wurden gewichtet. Alle Teilnehmer befanden sich im Alter zwischen 14 und 74 Jahren.
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