Studien der Woche

Vico Research / ComTeamGroup / OnePoll & Mastercard / YouGov & ParcelLab / Gfk & Kantar & Europanel

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Was wünschen sich Menschen in diesen Zeiten? Mehr Eigenverantwortung und Freiheit auf der Arbeit? Versandkostenfreie Lieferungen beim Online-Shopping? Händer, denen sie vertrauen? Welcher Wertewandel hat in den Köpfen der Verbraucher stattgefunden? Außerdem: Wer beeinflusst die Menschen beim Thema "Umwelt" am meisten? Und worüber wird in den sozialen Medien derzeit diskutiert? Fünf Studien liefern neue Erkenntnisse.
 

Wunsch nach Eigenverantwortung

Unternehmertum und Innovationsgeist, Vertrauen und Wertschätzung – dies sind die Werte, welche den Befragten in Bezug auf ihr Unternehmen jetzt und in Zukunft wichtig sind. Während Werte wie Nachhaltigkeit und Diversität in den Köpfen der Menschen eher nach hinten gerutscht sind, scheint eine „Zupack-Mentalität“ an Beliebtheit zu gewinnen. Die Umfrageteilnehmer wünschen sich außerdem deutliche Veränderungen der aktuellen Arbeitsweise – sie wollen nach Resultaten, nicht nach Anwesenheit bezahlt werden. Grundsätzlich sind die Befragten davon überzeugt, in einer selbstbestimmten Arbeitsumgebung bei freier Zeiteinteilung die gleiche, wenn nicht sogar eine bessere Leistung erbringen zu können. Das Gesamtbild der Führungskräfte bleibt positiv, jedoch wünschen sich die Befragten von ihren Chefs weniger Kontrolle und mehr Eigenverantwortung.
Über die Studie "Work.Life.Future."
Das Consulting- und Trainingsunternehmen ComTeamGroup führte eine Online-Befragung zum Thema „Arbeitswelt der Zukunft: Werte im ‚New Normal‘“ durch. Hierzu wurden zwischen dem 20. Juli und dem 11. August 2020 1045 Personen – überwiegend sogenannte Knowledge Worker – aus den unterschiedlichsten Branchen befragt.
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Lokaler Handel gewinnt an Bedeutung

Neben dem E-Commerce boomt auch der lokale Handel seit Ausbruch der Pandemie. 66 Prozent der Befragten geben an, eher in der direkten Umgebung einzukaufen als noch vor Ausbruch der Pandemie. Außerdem sagt ebenfalls jeder Dritte (67 Prozent), er bringe den Geschäften in seiner Nachbarschaft mehr Wertschätzung entgegen. Drei von vier Befragten (75 Prozent) kaufen zudem lieber bei Händlern ein, die sie kennen. Die Studie zeigt außerdem mit welchen Händlern sich die Befragten am verbundensten fühlen. Klarer Sieger: Der Bäcker. Peter Bakenecker, Division President für Deutschland und die Schweiz bei Mastercard, sagt: "Klein- und Kleinstunternehmen sind das Rückgrat der lokalen Wirtschaft und spielen in unserer Gesellschaft eine sehr wichtige Rolle. Die Ergebnisse der Studie belegen das.“
Über die Mastercard-Studie
Das unabhängige Forschungsunternehmen OnePoll führte für Mastercard eine Studie zum Thema „lokal einkaufen in der Krise“ durch. Dazu wurden im September 2020 13000 Erwachsene in 16 Ländern befragt.
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Folgen des Klimawandels im Fokus

Im Vergleich zu 2003 wird im Jahr 2020 weniger über die Ursachen des Klimawandels gesprochen (2003: 98 Prozent; 2020: 4 Prozent), sondern überwiegend über die Folgen (2003: 9 Prozent; 2020: 73 Prozent). Diskutiert werden kaum die globalen Folgen des Klimawandels als vielmehr die aktuellen, lokalen Auswirkungen (69 Prozent). Sprechen die Nutzer über die Zukunft, so sind die Aussagen zu 79 Prozent von Angst geprägt. Auch für Unternehmen hat die Kommunikation zum Klimawandel an Bedeutung gewonnen. Ein Drittel der untersuchten Beiträge auf Social Media Auftritten von  Unternehmen hatte einen Bezug zum Klimawandel. Die Reaktionen auf diese Beiträge sind allerdings je Zielgruppe sehr heterogen. In der Automobilbranche sind die Reaktionen zu 95 Prozent negativ.
Über die Studie "Die Social Media Studie zum Klimawandel"
Vico Research, ein Unternehmen aus dem Bereich Social-Media-Monitoring, führte eine Studie zum Thema „Klimawandel“ durch. Dazu wurde Social-Media-Beiträge in deutschsprachigen sozialen Netzwerken, Blogs, Foren News und Q&A-Portalen zum obigen Thema untersucht. Insgesamt wurden 1162337 Beiträge herausgefiltert, die Stichprobe bestand aus 7200 zufällig gewählten Beiträgen. Erhoben wurden die Daten zwischen dem 14. Februar und 14. Juni 2020 mit Vico Analytics.
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Kundenbedürfnisse werden ignoriert

Über ein Drittel der befragten Verbraucher erwartet generell kostenlosen Versand – doch nur rund ein Fünftel der 100 größten deutschen Online-Händler ist bereit, die Versandkosten komplett zu tragen. Auch bei der Auswahl des Logistikers unterscheiden sich Wunsch und Wirklichkeit stark: 71 Prozent der Befragten hätten gerne Wahlfreiheit, doch nicht einmal 19 Händler kommen diesem Wunsch nach. Das Interesse der Kunden an Expressverstand ist größer als vermutet. Knapp jeder zweite Befragte würde dies nutzen, doch nur jeder vierte Händler bietet Expressversand an. In Sachen Paketdesign schießen die Händler wiederum über das Ziel hinaus: 47 der 100 größten Händler lassen ihre Versandkartons individuell bedrucken. Kunden erwarten jedoch eher umweltfreundliche und recyclebare Versandverpackungen. Nur 4 Prozent der befragten Verbraucher lassen sich von Logos auf dem Karton beeindrucken.
Über die Studie "E-Commerce aus Kundensicht"
Gemeinsam mit ParcelLab führte YouGov eine Verbraucherstudie zum Thema „E-Commerce“ durch. Dazu wurden mehr als 2000 Online-Shopper nach ihren Wünschen beim Einkaufs- und Versanderlebnis gefragt.
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Kinder beeinflussen nachhaltigen Konsum

Aufgrund der Sorge um die Umwelt verändern Verbraucher zunehmend ihr Verhalten. Das belegen die aktuellen Ergebnisse der GfK-Studie. 42 Prozent der Befragten geben an, dass Umweltthemen in ihrem persönlichen Umfeld eine wichtige Rolle spielen. Marken können es sich nicht leisten, diesen Trend zu ignorieren. In den zehn untersuchten Ländern werden die Befragten in erster Linie von ihren Kindern (45 Prozent) beeinflusst. 42 Prozent geben an von ihren Freunden, 37 Prozent von ihren Ehepartnern beim Thema „Umwelt“ beeinflusst zu werden. Die Umfrageteilnehmer sind außerdem in Summe der Ansicht, dass ihr Kaufverhalten einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben kann.
Über die Studie "Who Cares? Who does? Sustainability Concern and Action"
Gfk führte in Zusammenarbeit mit Kantar und Europanel die Studie „Teaser Report der Studie „Who Cares? Who does? Sustainability Concern and Action“ durch. Die Daten wurden in weltweit 19 Ländern erhoben. Der Fokus liegt auf folgenden zehn Märkten: Italien, Großbritannien, Irland, Deutschland, Frankreich, Slowakei, Tschechische Republik, Polen, Portugal und Spanien.
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