Studien der Woche

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Wie verändert sich das Kaufverhalten der Deutschen in Corona-Zeiten und wo werden die Schutzmasken tatsächlich kontinuierlich getragen? Wie viel Einfluss hat die Senkung der Mehrwertsteuer und wird sich der Boom des Online-Shoppings wieder legen? Werden wir bald alle nur noch mit unseren Handys bezahlen? Und außerdem: die beliebtesten Kaffeemaschinen und -sorten der Deutschen.

Autokauf in Corona-Zeiten

Autokonzerne nutzen Aktionen, wie Null-Prozent-Finanzierung, Ratenschutz und Mehrwertsteuersenkung, um Kunden auch zu Corona-Zeiten zum Autokauf zu bewegen. Für 17 Prozent der Befragten ist die Mehrwertsteuer-Senkung ein Anreiz, in diesem Jahr ein Auto zu kaufen. Für 62 Prozent derjenigen, die innerhalb der nächsten fünf Jahre planen, einen PKW zu kaufen, hat die Corona-Pandemie keinen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung. Jedoch sagen 13 Prozent aufgrund der Krise weniger Geld für das Auto ausgeben zu wollen. Zudem geben 26 Prozent der Befragten an, sich vorstellen zu können, als nächstes Auto ein Elektroauto zu kaufen. 58 Prozent können sich dies nicht vorstellen.
Hier geht es zur YouGov-Studie 

Online-Shopping trotz Lockerungen

Die Corona-Maßnahmen lockern sich allmählich und die Geschäfte sind wieder geöffnet. Trotzdem hält der Trend zum Online-Shopping in Deutschland weiterhin an. 58 Prozent der Befragten shoppen derzeit regelmäßig im Internet, was dem gleichen Prozentanteil entspricht wie während des Lockdowns. Hierbei sind 67 Prozent der Befragten mit dem Online-Kauferlebnis zufrieden, nur 3 Prozent berichten über ein negatives Kauferlebnis. Die deutschen Konsumenten bevorzugen zudem die Online-Marktplätze Amazon oder eBay (57 Prozent). Nur wenige benutzen die eigenen Websites der Händler (10 Prozent) und Marken (3 Prozent). Vor allem das Interesse an Online-Käufen in den Bereichen Lebensmitteln (+54 Prozent) und nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten (+47 Prozent) ist stark angewachsen. 44 Prozent der Befragten geben zudem an, seit dem Ausbruch von COVID-19 wesentlich bewusster einzukaufen und 57 Prozent wollen Unternehmen aus Deutschland unterstützen. Dahingegen hat die gesenkte Mehrwertsteuer nur wenig Einfluss auf das Kaufverhalten. Nur 10 Prozent der Deutschen kaufen deswegen mehr Lebensmittel oder Elektronikartikel.
Hier geht es zur aktuellen „Adobe Online Shopping Trends 2020“-Studie 

Prime-Mitglieder als Wachstumstreiber

Der Umsatzwachstum von Amazon beschleunigt sich um 40 Prozent im zweiten Quartal 2020. Während die Kundenanteile in Deutschland (80 Prozent) und in Österreich (79 Prozent) sehr hoch sind, geben in Schweden nur 19 Prozent und in Schweiz nur 39 Prozent der Befragten an, Kunde bei Amazon zu sein. Der Anteil der Prime-Mitglieder ist in Österreich mit 34 Prozent sehr hoch. In Deutschland sind dies rund 26 Prozent. Die Prime-Mitglieder gelten vor allem als Wachstumstreiber in der Corona-Krise. 17 Prozent in den vier untersuchten Ländern geben an, häufiger Online-Produkte gekauft zu haben, bei nur 16 Prozent ist die Anzahl der Bestellungen zurückgegangen. Bei dem Segment der Prime-Kunden ist ein stark positiver Saldo erkennbar. So bestellen 26 Prozent häufiger und nur 8 Prozent seltener. In Deutschland haben 5 Prozent der Verbraucher Lebensmittel online gekauft, in der Gruppe der Amazon Prime-Kunden jedoch 28 Prozent.
Hier zur Studie von Rogator / exeo 

Deutschland als Schutzmasken-Vorreiter

Die Deutschen tragen ihre Schutzmasken in Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn öfter. Nur 8 Prozent der Deutschen geben an, dass sie niemals eine Maske tragen würden, dicht gefolgt von Italien, Spanien und Frankreich. Das zeigt im Vergleich zu den Niederlanden, wo sogar mehr als die Hälfte (53 Prozent) zugeben, dass sie die Maske niemals tragen, dass die Deutschen in Europa diejenigen sind, die die Schutzmasken am durchgängigsten tragen. In Schweden verweigern sogar 73 Prozent das Tragen einer Schutzmaske. Innerhalb von Deutschland ist Mitteldeutschland am zurückhaltendsten im Gebrauch von Masken. Am 27. April gaben rund 21 Prozent der Befragten an, dass sie niemals eine Maske tragen würden. Jedoch fiel diese Zahl bis zum 20.Juli auf 12 Prozent.
Hier zur Studie von Dynata 

Mobile Payment wird beliebter

Inzwischen greifen mehr Deutsche zu ihrem Smartphone, wenn sie etwas bezahlen wollen. 2019 waren es noch 6 Prozent, die angaben, dass sie ihre Einkäufe mit ihrem Handy bezahlen. Nun sind es bereits 12 Prozent. Zudem hat jeder Fünfte der 18- bis 35-Jährigen schon einmal Mobile Payment genutzt. 95 Prozent der Mobilzahler sind der Meinung, dass sie dadurch einen besseren Überblick über ihre Ausgaben haben. Vorteile hierbei sehen sie zudem in der Unabhängigkeit von Bargeldabhebungen oder in der Zeitersparnis. Das beliebteste Zahlungsmittel bleibt jedoch vorerst die Karte (56 Prozent). Das Bargeld hingegen nimmt an Beliebtheit ab. Während 2019 noch 38 Prozent Bargeldzahlung als persönlichen Liebling angaben, sind es jetzt nur noch 32 Prozent.
Zum Visa Mobile Payment Monitor

Kaffeetrinker achten auf Nachhaltigkeit

1.487 in Deutschland lebende Kaffeetrinker zwischen 16 und 69 Jahren wurden im Mai 2020 über ein Online-Panel zum Thema Kaffee befragt. Die Studie erhebt sowohl die Präferenzen als auch das Zubereitungs-und Einkaufsverhalten der Konsumenten. Für die Zubereitung werden am häufigsten Filtermaschinen verwendet (43 Prozent). In diesem Segment erreichen Philips (82 Prozent) und Krups (78 Prozent) die höchste Bekanntheit. 36 Prozent der Befragten verwenden Kaffeevollautomaten, wobei Jura mit über 60 Prozent am meisten benutzt wird. Bei der Wahl der Kaffeesorte sind die bekanntesten Marken auch gleichzeitig die beliebtesten: 34 Prozent der Befragten brühen mit Jacobs Kaffee auf und 40 Prozent empfehlen die Bohnen von Tchibo weiter. Bei dem Wiederkauf einer Marke achten 77 Prozent auf den Geschmack, 51 Prozent auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und fast ein Drittel der Befragten achten inzwischen auf faire Produktionsbedingungen und einen nachhaltigen Anbau. Jedoch werden ausschließlich die Kaffeeanbieter GEPA und Alnatura von über 60 Prozent der Markenkenner als umweltbewusst und nachhaltig eingestuft.
Hier geht es zur Studie von Splendid Research

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