Studien der Woche

Ipsos / GfK / IAS / EHI

   Artikel anhören
© pixabay
Wirkung ist das Stichwort der Woche. Am internationalen Earth Day sprachen Menschen über Klimaschutz und Politik sowie nachhaltigen Konsum - wer bewirkt hier was? Außerdem: Die Wirkung verschiedener Werbeformate im Vergleich. Zuletzt zeigt auch die Pandemie wieder ihre Wirkung: Die Entwicklung von Shopping Centern hängt aktuell in der Luft. Ob Neueröffnung oder Umbau, Projekte werden gerne vertagt.

Klimaschutz: Hat die Politik einen Plan?

In Deutschland denkt der Großteil der Befragten nicht, dass die Politik einen konkreten Plan hat: Nur 28 Prozent sind der Ansicht, dass die Regierung konkrete Pläne für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Eindämmung des Klimawandels hat. 37 Prozent sind dagegen eher skeptisch. Aber: das Verantwortungsgefühl der Menschen ist groß. Sieben von zehn befragten Deutschen sind der Meinung, man würde die nachfolgenden Generationen im Stich lassen, wenn man jetzt nicht gegen den Klimawandel kämpft. Auch in Lateinamerika ist diese Meinung vorherrschend: In Kolumbien, Chile und Peru denken sogar mehr als 80 Prozent der Befragten, man würde die zukünftigen Generationen im Stich lassen. In Japan sind nur rund 60 Prozent dieser Meinung, in Russland lediglich 46 Prozent. Die Teilnehmer in Deutschland haben klare Erwartungen an Unternehmen und die Regierung: Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter und Kunden im Stich, wenn sie nicht gegen den Klimawandel vorgehen, sagen mehr als 60 Prozent der deutschen Teilnehmer. Und die Regierung lässt die Bundesbürger im Stich, wenn sie nichts gegen den Klimawandel unternimmt, sagen 57 Prozent. Doch was wollen die Teilnehmer an sich selbst ändern, um etwas Positives beizutragen? An erster Stelle steht der Verzicht auf Konsum. Mehr als die Hälfte der Befragten hält es für wahrscheinlich, im kommenden Jahr auf den Kauf bestimmter Lebensmittel zu verzichten. Jeder zweite will seinen Verpackungsmüll reduzieren, auch Energie- und Wassersparen sind vorne mit dabei. Die Essgewohnheiten dagegen umstellen, wollen nur wenige Befragte: Rund 30 Prozent beabsichtigen, weniger Milchprodukte zu konsumieren und rund 40 Prozent weniger Fleisch zu essen. In allen untersuchten Ländern wurden diese beiden Punkte am seltensten genannt.

Über die Studie
Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos Global Advisor-Studie „Earth Day 2021. Public opinion on and action on climate change“. Zwischen dem 19. Februar und dem 05. März 2021 wurden online insgesamt 21.011 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus 30 Ländern interviewt.
Zu den Ergebnissen >>

Typisch nachhaltig!

Am internationalen Earth Day stand das Thema Nachhaltigkeit im Fokus dieser Gfk-Untersuchung. Laut der jährlich stattfindenden „Gfk Consumer Life“-Studie war der Klimawandel in den vergangenen Jahren immer die größte Sorge der Deutschen – 2020 trat dann die Pandemie an erste Stelle. Das Thema ist jedoch noch sehr präsent: 80 Prozent der Befragten gehen davon aus, durch ihr eigenes Handeln zum Klimaschutz beitragen zu können, 73 Prozent erwarten von Unternehmen, umweltverträglich zu handeln. In Deutschland machen sich die Befragten zwischen 15 und 19 Jahren am meisten Sorgen um den Klimawandel. Trotzdem sind die Über-50-Jährigen diejenigen, die sich der Studie zufolge am stärksten einschränken wollen – der Umwelt zuliebe. GfK-Forscher haben auf Basis der globalen Consumer-Life-Befragung fünf Konsumententypen charakterisiert. Sie unterscheiden sich in ihren Sorgen, Einstellungen und konkreten Handlungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit. Der Anteil der sogenannten „Glamour Greens“ ist mit 30 Prozent am größten. Hier verzichten die Konsumenten auf wenig, kaufen dafür aber oft Produkte mit nachhaltigen Aspekten – Nachhaltigkeit ist für sie vor allem ein Statussymbol. Auf der anderen Seite wurden 23 Prozent der Teilnehmer in die Gruppe der „Green in Deed“ eingeteilt. Bei ihnen reicht ein nachhaltiger Aspekt nicht aus, das gesamte Produkt und das Unternehmen selbst sollen möglichst umweltschonend sein.

Über die Studie
Die GfK Consumer Life Studie wird jährlich mit über 30.000 Verbrauchern in mehr als 25 Ländern durchgeführt und liefert Informationen zu verschiedenen Lebensbereichen.
Zu den Ergebnissen >>

Wie wirken Werbeformate?

Eine aktuelle Auswertung des Media Quality Reports H2 2020 von Integral Ad Science (IAS) liefert Daten rund um verschiedene Werbeformate. Impressions verlieren demnach gegenüber dem Vorjahr deutlich an Viewability. Gerade Bewegtbildformate mit programmatisch gehandelten Mobile Web Video Impressions verlieren hier mehr als zehn Prozentpunkte, Desktop Video Impressions rund fünf Prozent. Die durchschnittliche Time-in-View für Desktop Displays in Deutschland sinkt der Studie zufolge um 1,24 Sekunden auf 23,15. Das Markenrisiko nimmt in Desktop-Umfeldern insgesamt ab, bei Bewegtbildformaten jedoch zu, ergeben die Daten. Im zweiten Halbjahr 2020 gibt es bei Video-Impressions demnach einen Anstieg des Markenrisikos. Das Risiko, dass digitale Werbung in einem nicht markenkonformen Umfeld ausgespielt wird, steigt also: Bei Desktop-Video-Formaten um 1,5 und bei Mobile-Web-Video-Formaten um 0,4 Pozentpunkte. Die Betrugsraten bei Desktop-Kampagnen, die deutschlandweit mit der Anti-Fraud-Technologie ausgespielt werden, verbessern sich leicht: Um 0,2 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent.

Über die Studie
Dies ist das Ergebnis des aktuellen Reports „Media Quality Report H2 2020“ (MQR) von Integral Ad Science (IAS), für den monatlich Billionen von Datenereignissen weltweit analysiert wurden.
Zu den Ergebnissen >>

Shopping Center warten auf Zukunft

Der Shopping-Center-Markt befindet sich aktuell im Ruhemodus – zu diesem Schluss gelangt der Shopping-Center Report 2021 des EHI. Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland nur wenige Center-Neueröffnungen: Vier insgesamt. Davon zwei in Baden-Württemberg und jeweils eine in Bayern und Hessen. 2019 fanden dagegen noch sechs Neueröffnungen statt. Insgesamt waren Anfang 2021 damit 493 Shopping-Center im Betrieb, zwei weitere sollen im Laufe des Jahres folgen. Noch 14 weitere Projekte sind dann nach Informationen des EHI für die Jahre nach 2021 geplant. Zusätzlich zu den Neueröffnungen ging auch die Zahl der Revitalisierungen und Umgestaltungen zurück: Die Revitalisierungsprojekte verringerten sich von 42 im vergangenen Jahr auf nur noch 27 geplante Projekte. Im Mittelpunkt der Neueröffnungen stand vergangenes Jahr der Lebensmittelhandel: In allen vier neueröffneten Centern gibt es großflächige Supermärkte. Auch äußerlich lassen sich Veränderungen erkennen: Bei den Neueröffnungen besteht ein Trend hin zur Flächenverkleinerung – alle neuen Shopping-Center liegen mit ihrer Fläche im Durchschnitt unter 20.000 Quadratmetern. Fachmarktzentren und Quartiersentwicklungen rücken immer mehr in den Fokus. Die Mischnutzung, beispielsweise die Kombination von Einzelhandel und Gastronomie mit Kultur-, Dienstleistungs- oder Gesundheitsangeboten kommt gerne zum Einsatz.

Über die Studie
Der nun veröffentlichte Shopping-Center Report in der Printausgabe setzt die seit den Neunzigerjahren bestehende Reihe fort und dokumentiert die Marktentwicklung, Projekte und Vorhaben bis zum Jahresstart. In der dazugehörigen Online-Version, werden die verfügbaren Zahlen zu allen bestehenden Centern aktuell erfasst und neue Entwicklungen seit Beginn der Corona-Krise aufgenommen.
Zu den Ergebnissen >>

Kommentare

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

    Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere diese.
    stats